(openPR) Die Medienlandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Nach der Erfindung des Buchdrucks, des Radios und des Fernsehens ist es das vierte Mal, dass eine Erfindung die Medien revolutioniert: das Internet! Wir sprachen mit Nicole Herdin, Director Public Relations bei der URH Media Inc., über Chancen und Risiken von Newsportalen.
Frau Herdin, die URH Media Inc. hat für Juni 2009 den internationalen Start des „perfekten Newsportals“ mit Namen NewsPeppa angekündigt. Was verbirgt sich dahinter?
Meine Kollegen und ich hatten vor etwa 3 Jahren eine Vision: ein Newsportal, das die Interessen von Usern, Verlagen und Werbekunden optimal kombiniert. Das ganze mit einer Kostenstruktur, die von Beginn an Gewinne ermöglicht. Wir finden auch heute noch, dass so ein Portal das perfekte Newsportal ist.
Was ist aus Ihrer Vision geworden?
Etwa ein halbes Jahr lang haben wir mit der Suche nach Investoren verbracht, die bereit waren, unser Vorhaben zu finanzieren. Danach folgte eine intensive Marktanalyse, um herauszufinden, was User, was Verlage und was Werbekunden von einem Newsportal erwarten. Die Ergebnisse haben wir in ein Konzept umgewandelt und so konnte die Programmierarbeit beginnen. Jetzt sind wir kurz vor der Fertigstellung und werden NewsPeppa im Juni launchen.
Was unterscheidet NewsPeppa von den etablierten Portalen?
Kurz gesagt – alles! Unsere User werden schneller besser informiert sein, unsere Verlagspartner werden sich über zusätzliche Besucherströme freuen und unsere Werbekunden von den hohen Klickraten begeistert sein.
Warum sind Sie sich da so sicher?
NewsPeppa bietet den Usern alle relevanten Nachrichten aus 12 Ressorts. Ohne einen Klick, ohne zu scrollen hat man in weniger als 60 Sekunden einen kompletten Überblick. NewsPeppa bietet alle Fakten, um Mitreden zu können, ohne sich in Details zu verlieren. An diesem Punkt kommen unsere Verlagspartner ins Spiel: durch Verlinkungen auf Hintergrundberichte, Verweise auf Reportagen in Printausgaben und eine Listung von Quellen für Podcasts, Video- und Bildmaterial.
Und die Werbekunden?
Ein neu entwickeltes und zum Patent angemeldetes Werbeformat erlaubt es uns auf die oft als lästig empfundenen PopUp- und Layer Ads zu verzichten. Auch die sonst allgegenwärtigen Banner wird man bei NewsPeppa vergeblich suchen. Trotzdem sind die Werbebotschaften auffällig platziert.
Was machen denn aus Ihrer Sicht die anderen Newsportale falsch?
Einige Verlage kopieren Ihre Printerfahrungen 1:1 in das Internet. Es ist, als würde man am Ende des Pferdekutschenzeitalters das neu erfundene Automobil mit Hafer betanken und wundert sich dann, dass es nicht fährt. Andere ignorieren die wunderbaren Möglichkeiten zur Interaktion mit den Usern, die das Internet bietet. Wieder andere Anbieter scheinen den Werbeagenturen hörig und blenden einfach zu viel Werbung ein.
Und Sie machen alles richtig?
Wir sind überzeugt davon, viele Dinge besser zu machen.
Kann NewsPeppa denn trotzdem scheitern?
Ja, denn am Ende entscheiden die User über unseren Erfolg. Ein völlig neu strukturiertes Newsportal bietet zwangsläufig wenig Gewohntes. Aber wir sind uns sicher, dass die User sich schnell an die neuen Funktionalitäten gewöhnen werden, ähnlich wie 1991 TV Spielfilm die Landschaft der Programmzeitschriften durcheinandergewirbelt hat.
Wie viel Zeit haben Sie, bis NewsPeppa Gewinne abwerfen muß?
Durch eine zweite Finanzierungsrunde sind wir theoretisch bis Ende 2012 finanziert, aber Gewinne werden wir schon 2009 einfahren.
Wie wollen Sie das schaffen?
Sagen wir es mal so – im Einkauf liegt der Gewinn. Unsere nationalen Redaktionen sind deutlich kleiner als bei anderen Nachrichtenportalen, wir benötigen keine teuren Büroflächen, die Verwaltung der nationalen Newsportale ist zentralisiert. Nachrichten, die länderübergreifend interessant sind, übersetzen wir einfach in die entsprechenden Sprachen. Nehmen Sie z.B. einen Bericht über das aktuelle Formel1 Rennen. Der wird auf unserem deutschen Portal identisch sein mit dem chinesischen, argentinischen oder indischen Bericht, nur eben in Landessprache.
Leidet da nicht die Aktualität?
Nein. Das ist alles eine Frage der Organisation. Wir wissen ja vorher, wann ein Rennen stattfindet. Und für unvorhersehbare Ereignisse haben wir ja die nationalen Redaktionen.
In wie vielen Sprachen wird es NewsPeppa geben?
Die URH Media wird selbst nur einige nationale Portale betreiben: Deutschland, USA, Argentinien, China und Indien. Andere Länder werden in Lizenz an interessierte Betreiber vergeben, in das vorgegebene Look and Feel eingebunden und, so weit es geht, mit Inhalten versorgt.
Haben Sie sich da nicht zu viel vorgenommen?
Diese Frage ist berechtigt, trotzdem lautet die Antwort „Nein“. Wir hatten ja 3 Jahre Zeit, alles vorzubereiten. Es wird von NewsPeppa auch keine Beta Version geben. Wenn etwas nicht richtig funktionieren sollte, haben wir etwas falsch gemacht und werden es korrigieren. Würden Sie sich ein „Beta“ Auto kaufen? Warum sollten wir unseren Usern also eine Beta Version zumuten.
Wo sehen Sie die deutsche NewsPeppa Ausgabe ein Jahr nach dem Start?
Unsere Funktionalität verursacht wenige PIs, das kann also kein Maßstab für uns sein. In der Kategorie „Unique User“ wollen wir Mitte 2010 in den Top Ten der Nachrichtenportale, also bei deutlich über 1,0 Mill. Usern angekommen sein. Die Zielsetzung „Top Ten nach 12 Monaten“ gilt für alle nationalen Ausgaben von NewsPeppa.
Dann wünschen wir Ihnen bei diesem Vorhaben viel Erfolg! Vielen Dank für das Gespräch!
Gern geschehen!











