(openPR) Bergisch Gladbach, 9. April 2009 – Der Markt für Sanitärware aus Keramik ist in Deutschland ein relativ kleiner Spezial-Markt. Im Vergleich zum Gesamtumsatz im Sanitärbereich (Sanitärware, Badinneneinrichtung und Dienstleistungen) mit 12,3 Mrd. Euro (2005) beträgt der Marktanteil für keramische Ware 230,6 Mio. Euro, macht somit nur knapp 2% aus. Woraus sich der Markt zusammensetzt, wie er sich entwickelt und wie die Situation in naher Zukunft aussehen wird, hat Macrom Marketingresearch & Consult in seiner 2007 veröffentlichten Marktstudie analysiert.
Aktuelle Marktsituation
Sanitärware kommt dort zum Einsatz, wo eine Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung nötig ist. In Privat-Haushalten wird meist die Badausstattung als Sanitärware bezeichnet, wie beispielsweise Bad- und Duschwannen, Armaturen, Waschbecken und Toiletten.
Der Markt für Sanitärware ist generell stark konjunkturabhängig. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage im Baugewerbe verlor der Markt für keramische Sanitärware seit 2000 rund 30% seines Wertes. Neben den Neubauten waren auch die Renovierungen rückläufig. Hinzu kommt ein Preisverfall, der die Lage weiter verschärft.
Nach einem positiven Anstieg des Marktvolumens im Jahr 2006, bedingt durch die Entspannung der Bausituation in Deutschland, brach der Wert 2007 um rund 20% ein und betrug nur noch 230,6 Mio. Euro.
Importe
Generell lässt sich die Sanitärware grob in zwei Arten unterteilen: Porzellan und Keramik.
Die importierte Porzellanware kommt zu großen Teilen aus Frankreich und Ungarn, bei keramischer Sanitärware sind die Türkei, China und Polen die Haupt-Importländer. Allerdings nur mengenmäßig – nach Wert ist neben der Türkei auch Frankreich an vorderer Stelle. China produziert nur Ware im unteren Preissegment.
Produktgruppen
Die zwei größten Produktgruppen im Bereich keramische Sanitärware sind Toiletten und Waschbecken. Auf der einen Seite steht das design-orientierte Premiumsegment, auf der anderen das einfachere, preisaggressive Segment.
Distributionskanäle
Der klassische Distributionsweg führt vom Produzenten über den Großhandel und über die Sanitärinstallateure zum Endverbraucher. Die Einkaufsmacht der Großhändler, die durch ihre Einkaufsgenossenschaften Druck auf die Hersteller ausüben können, ist gestiegen. Die Produzenten versuchen ihrerseits, die Einkaufsgenossenschaften zu umgehen. Sie verkaufen entweder direkt an die Sanitärinstallateure oder versuchen, am Baumarktsegment mit eigenen Marken teilzuhaben. Auch versuchen sie, durch den Direktvertrieb im Projektgeschäft Fuß zu fassen.
Die sechs größten Produzenten teilen sich über 90% des deutschen Marktes. Unter ihnen befinden sich Unternehmen wie „Keramag“, „Villeroy & Boch“, „Duravit“ und „Ideal Standard“.
Fazit
Durch die weiterhin rückläufige Nachfrage sinken die Preise, was wiederum zu einer höheren Wettbewerbsintensität und Preisdruck führt. Darüber hinaus sind die Ausgaben für Rohstoffe, Energie und Logistik gestiegen. Durch den distributiven Strukturwandel (Öffnung des Marktes und Verschiebung der Distributionskanäle) werden Preispolitik und Logistik weiterhin entscheidende Faktoren für Erfolg sein.
English summary
The market for ceramic sanitary products in Germany represents a small special market. In 2007 Macrom released a survey about the development of this market and ascertained a decrease of 30% since 2000. Even though there was an easing of tension in 2006, the market collapsed again, around 20% to a value of 230.6 million Euros in 2007. The market study points out the different market shares and the main producer of sanitary products. It also analyses the distribution channels and provides forecasts on the further market development.

















