(openPR) Bergisch Gladbach, 9. April 2009 - Der deutsche Markt für Bodenbeläge -nach wie vor der größte und wichtigste Absatzmarkt in ganz Europa- wird von zwei Seiten umkämpft: Von textilen Bodenbelägen wie Teppichböden und von nicht-textilen Varianten wie Parkett, Laminat und Fliesen.
Wie genau die aktuellen Marktentwicklungen und Marktchancen für Fliesen aussehen, in welchen Distributionskanälen der Vertrieb läuft und welche Unternehmen den Markt beherrschen, hat Macrom Marketingresearch & Consult in einer 2007 veröffentlichten Marktstudie analysiert.
Aktuelle Marktsituation
Seit 2002 haben sich die Marktanteile von nicht-textilen und textilen Bodenbelägen verändert. Parkett, Laminat, PVC und Fliesen konnten Anteile gewinnen und machen nun 55% des Marktes aus.
Produktgruppen
In Deutschland vertriebene Fliesen mit einem Marktvolumen von 113,7 Mio. m² (2007) lassen sich in zwei Gruppen aufspalten: Jene aus Keramik und solche aus Naturstein. Erstere haben einen Marktanteil von 90%: Keramikfliesen zeigen bei den preissensiblen Endverbrauchern aufgrund ihres niedrigeren Preises eine höhere Akzeptanz.
Die Keramikfliesen kann man in mehrere Typen einteilen: Steingut hat sowohl mengenmäßig wie auch nach Wert den größten Anteil, dahinter folgen Feinsteinzeug und Steinzeug. Bei Naturstein-Fliesen macht Granit den größten Teil aus, dicht gefolgt von Marmor.
Die Verwendung der Fliesen zeigt einen Wandel: Wurden sie früher traditionell in Bad und Küche angebracht, geht der Trend dahin, sie auch im Rest der Wohnung einzusetzen. Der anhaltende mediterrane Trend in Deutschland unterstützt diese Entwicklung. Darüber hinaus ist die Vielfalt bezüglich Design und Fliesengrößen stark angestiegen.
Distributionskanäle
Auch im Bereich der Distribution lässt sich ein Strukturwandel feststellen: Der Direktvertrieb ist nach wie vor der wichtigste Kanal, doch der Anteil geht unter anderem aufgrund gestiegener Transportkosten zurück. Dies trifft insbesondere ausländische Hersteller. Großhändler entfernen sich zunehmend von ihrer traditionellen Rolle und eröffnen Fliesen-Fachmärkte, um neben dem preisaggressiven Baumarkt-Bereich wettbewerbsfähig bleiben zu können. Durch eine bessere Verhandlungsposition der Händler werden immer höhere Sortimentsanteile in Kommission genommen, um das Lagerrisiko des Fliesenhandels zu minimieren.
Die zehn größten Fliesenproduzenten dominieren auf dem deutschen Markt und halten einen Marktanteil von über 50%. Unter ihnen befinden sich Unternehmen wie „Deutsche Steinzeug“, „Steuler Fliesen Group“ und „Villeroy & Boch“. Letztere ist die einzige Hersteller-Marke mit signifikanter Endverbraucher-Bekanntheit in Deutschland. Doch auch andere Hersteller versuchen, durch Kooperation mit Designermarken ein schärferes Profil zu erlangen, um damit die Austauschbarkeit zu reduzieren und bessere Preise zu erzielen.
Entwicklung
Die Entwicklung des Fliesenmarktes ist konstant rückläufig. Im Jahr 2006 konnte im Bausektor erstmals seit 1995 wieder ein positiver Anstieg festgestellt werden – diese Entwicklung zeigte aber keine Nachhaltigkeit. Schon Ende 2007 waren die Zahlen wieder rückläufig: Der Inlandsverbrauch an keramischen Fliesen nahm um 3,2% ab. Besonders betroffen durch das rückläufige Marktvolumen waren ausländische Hersteller. So musste Italien einen Absatzrückgang von 12% hinnehmen.
Deutschlands Fliesenproduzenten konnten ihre Verluste auf dem Heimmarkt durch steigende Exporte kompensieren (2007: 25,8 Mio. m² / 2004: 23,1 Mio. m²). Der Großteil der exportierten Fliesen ging nach Österreich.
Fazit
Die Geschichte des deutschen Fliesenmarktes zeigt einen Wandel von einem Anbietermarkt hin zu einem Käufermarkt. Die hohe internationale Wettbewerbsintensität sowie eine sinkende Nachfrage bei steigenden Energie- und Rohstoffkosten erschweren die Vermarktungsbedingungen der Hersteller. Produzenten in Hochlohnländern haben durch die Automatisierung der Fliesenproduktion ihre Wettbewerbsnachteile kompensiert. Der Markterfolg ist heute von einer Optimierung der Logistik sowie der Nähe zu Handel und Konsumenten abhängig. Deutsche Hersteller haben hier prinzipiell Fühlungsvorteile.
English summary
The German tile market is since the 1990s constantly decreasing. Although in 2006 the building and construction industry developed well, the tile market could not follow. The market with a volume of 113.7 m m² is divided into ceramic tiles and natural stone tiles. In 2007 Macrom Marketingresearch& Consult has released a market study that points out the development of the different segments, the companies with their specific market shares and the change of the distribution structure.











