(openPR) Zusammenfassung
Die Märkte befinden sich noch immer in ihrer Konsolidierungsphase. Die ersten Anzeichen der Wiederaufnahme der negativen Trends im Februar 2009 haben sich damit nicht bewahrheitet.
Gesamtwirtschaftlich scheint sich die Situation etwas zu stabilisieren.
Aus konservativer Sicht erscheint insgesamt der Einstieg in einzelne Märkte noch verfrüht. Für den etwas risikobereiteren Anleger gibt es allerdings erste Einstiegsmöglichkeiten.
Einzelne Märkte
Der US-Dollar befindet sich mit 1,33 US$/ € weiterhin in seinem weiten Konsolidierungsbereich zwischen ca. 1,25 € und 1,40 €. Die US-Währung hat Ende 2008 seinen langjährigen Abwärtstrend verlassen und hat seitdem bedeutend an Wert gewonnen.
Die Rohstoffmärkte befinden sich noch immer in dem im Dezember 2008 begonnen Konsolidierungsraum. Der Abwärtstrend des Rohstoffbereichs hat Mitte 2008 begonnen. U.a. wurde der seit 2001 bestehende Aufwärtstrend des breiten Rohstoffindexes CRB nach unten durchbrochen. Er notiert im Augenblick bei 226 US-Dollar und bewegt sich seit den letzten 3 Monaten zwischen 200 und 250 US-Dollar. Er wird damit mit etwa der Hälfte seines Niveaus von Mitte 2008 bewertet. Ebenfalls innerhalb einer Konsolidierungszone bewegt sich der Ölpreis der Sorte Brent mit zuletzt von 52 US-Dollar. Der Konsolidierungsbereich bewegt sich hier zwischen ca. 38 und 55 US-Dollar. Lediglich der Goldpreis befindet sich noch in seinem langjährigen Aufwärtstrend, wobei die Notierungen in den letzten Monaten zwischen 900 und 1000 US-Dollar schwankten.
Die Zinssätze befinden sich weiterhin auf einem äußerst niedrigen Niveau. Der Bund-Future bewegt sich seit Dez. 2008 im Bereich zwischen 122 € und 126 € mit zuletzt 123,6 €. Rohstoffpreise werden häufig als Indikator für die Höhe der zukünftigen Inflation betrachtet. Die Inflationserwartungen finden dann im Zinsniveau der Rentenmärkte ihren entsprechenden Niederschlag. So können die gegenwärtigen hohen Rentenpreise bzw. niedrigen Verzinsungen auf sehr niedrige Inflationserwartungen hinweisen, welche durch die Niedrigststände der Rohstoffpreise induziert werden.
Die Aktienmärkte befinden sich augenblicklich noch in einer Konsolidierungszone innerhalb ihres Abwärtstrends. Dieser Bereich kann für den Dax zwischen 3600 und 5000 ausgemacht werden. Werden die Auswirkungen der VW-Kapriolen Ende letzten Jahres aus dem Dax entfernt, so wurde das Tief von ca. 3600 bereits Ende 2008 erreicht und im März 2009 ein zweites Mal berührt. Zuletzt stand der Deutsche Aktienindex bei ca. 4174. Ähnliches gilt für den US-amerikanischen S&P 500 - Index, welcher sich ebenso innerhalb eines stabilen Abwärtstrends seit einigen Monaten in einer Konsolidierung befindet.
Die gesamtwirtschaftliche Situation hat sich zu Jahresbeginn nochmals deutlich verschlechtert. Allerdings konnten für Februar Beruhigungstendenzen ausgemacht werden. So wies der Ifo-Index für Geschäftserwartungen gegen Ende März eine leichte Erholung auf. Dagegen haben sich nach dem Index sowohl das Geschäftsklima wie auch -situation nochmals leicht verschlechtert. Die privaten Konsumausgaben haben sich nicht wesentlich verschlechtert. Aus den USA wurde Mitte des Monats von einer wieder leicht angestiegenen Produktion wie auch einer etwas angestiegenen Anzahl an verkauften Häusern berichtet. Insgesamt scheint sich der dramatische Wirtschaftseinbruch seit dem letzten Quartal 2008 auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren. Die Prognosen gehen für 2009 für Deutschland von einer Schrumpfung des Bruttonationaleinkommens von ca. 4,5% aus, wobei allerdings nicht immer die extreme Dynamik des Einbruchs von Anfang 2009 berücksichtigt worden zu scheint und meist von einer Erholung im 2. Halbjahr 2009 ausgegangen wird.
Positiv für die gesamtwirtschaftliche Situation dürften sich mittel- bis langfristig die stark gesunkenen Rohstoffpreise und Zinssätze auswirken.
Insgesamt kann damit der Schock, der zeitlich von der Lehman Brothers Pleite ausging als zumindest teilweise überwunden gelten. So ist aus den Märkten auch die ursprüngliche Panik verschwunden. So besteht Hoffnung, dass wirtschaftlich kein größerer Einbruch mehr zu befürchten ist. Eine rasche und tiefgreifende Erholung erscheint aber vorerst ebenso wenig wahrscheinlich.
Bedeutung für die Anlagepolitik
In der Summe haben sich die Risiken in den Märkten etwas relativiert. Alle Märkte befinden sich augenblicklich in einer Konsolidierungsphase. Größere Schocks wie Pleiten von Großbanken oder internationalen Unternehmen werden unwahrscheinlicher. Die mögliche Zahlungsunfähigkeit in den beiden kommenden Jahren einzelner Staaten wie die Ukraine oder Rumänien dürfte keine wesentlichen Einflüsse auf die internationalen Märkte haben. Nichtsdestotrotz kann sich insgesamt der Abschwung fortsetzen, wenn auch mit weit geringerer Dynamik.
Aus konservativer Sicht erscheint ein Einstieg in einzelne Märkte noch verfrüht. Trotzdem existieren ausgewählte Anlageprodukte, welche auch in der gegenwärtigen Krise ihre hohe Qualität in den vergangenen Monaten unter Beweis stellen konnten. Hier können einzelne Investitionen auch unter risikoaverser Sicht bereits getätigt werden.
Stand 27. März 2009










