(openPR) Bergisch Gladbach, 23. März 2009 - Der deutsche Käsemarkt befindet sich im Wachstum. Mehr Käse wird produziert, mehr exportiert und mehr importiert. Doch die Wachstumskurve flacht nun merklich ab. Wie sieht der Markt der Käsedistribution momentan aus und wie werden sich die einzelnen Marktanteile verschieben? Die entscheidenden Linien distributiver Trends verlaufen zwischen dem Selbst-Bedienungs-Bereich und dem Thekensegment, zwischen Discountern und anderen Lebensmittelhäusern. Wie sich der deutsche Käsemarkt entwickeln wird und wie die Trends aussehen, hat Macrom Marketingresearch & Consult in seiner Marktstudie 2008 untersucht.
Macrom hat sich dabei auf die Zusammensetzung des Marktes konzentriert, die erfolgreichsten Import-Länder untersucht und bewertet, Distributionskanäle analysiert und sich auf Befragungen von Fachpersonal und Chefeinkäufer gestützt.
Der deutsche Käsemarkt setzt sich aus den Segmenten inländische und ausländische Erzeugung zusammen. Das Marktvolumen 2006 beläuft sich dabei auf 1,85 Millionen Tonnen Käseerzeugnis und 22,4 kg pro Kopf.
Die Käseproduktion in Deutschland läuft auf Hochtouren: Im Zeitraum von 1990 bis 2006 verzeichnete man einen Anstieg von1,3 Mio. Tonnen auf 2,1 Mio. Tonnen. Auch die Import- und Exportzahlen stiegen im gleichen Zeitraum an: Der Export von 318.000 auf 790.000 Tonnen, der Import Prognosen zufolge von 360.000 auf 550.000 Tonnen.
Der Käsemarkt hat von der Diskussion um Fleischqualität und eine gesunde Ernährung profitiert und konnte das Fleischsegment bis zu einem gewissen Grad hin verdrängen. 14 % Wachstumsrate seit 1995 kann der Markt vorweisen. Doch da die Schübe sich abschwächen, schätzen Marktexperten, hat das Verdrängungspotential ein Ende und der Käsemarkt wird in Zukunft in eine Stagnationsphase eintreten.
Gut zwei Drittel, nämlich 66,4 %, des Imports entfallen auf die klassischen Käsenationen Niederlande, Frankreich und Dänemark. Die Niederlande ist marktführend –was die Menge an importiertem Käse betrifft. Wenn man auf die Wertigkeit schaut, hat Frankreich die Heimat von Gouda und Co. schon 2005 überholt.
Schwankungen bei den Importzahlen weisen fast alle Länder auf, nur Italien und Polen konnten sich seit 2001 kontinuierlich steigern.
Teuerster Käse ist definitiv der aus der Schweiz mit über sieben Euro pro Kilo –erst mit großem Abstand folgen Italien, Griechenland und Frankreich.
Was die Käsesorten angeht, sind Frischkäse und Schnittkäse die beliebtesten Segmente. Mit 9,6 kg Verbrauch pro Kopf ist Frischkäse die meistgekaufte Käsesorte in Deutschland.
Auch wo die Deutschen ihren Käse kaufen, wurde in der Marktstudie analysiert. Hier konnte Macrom einen distributiven Strukturwandel im deutschen Käseabsatz feststellen: Der Trend geht von der Bedientheke zu abgepacktem Käse im SB-Bereich. Der Grund ist die kostenintensive Haltung einer Bedientheke, die sich durch die Umsätze nicht rechnet, da der Verbraucher in Deutschland äußerst preissensibel ist und häufiger zum günstigen Käse im SB-Bereich greift. Um den Kostendruck zu reduzieren, verlagern die Händler ihre Kosten zum Hersteller und Lieferanten, der ihnen die bereits abgepackte Ware bringen soll: Aber ob Pre-Packing diesen Markttrend aufhalten kann, ist mehr als fraglich. Schon jetzt stellt sich die Marktsituation so dar, dass ALDI und die restlichen Discounter fast 50 % des Marktes bestimmen. Und sie werden nach Einschätzung von Macrom weiterhin wachsen.
Käsetrendprodukt ist nach wie vor Käse aus den Niederlanden. Fast die Hälfte des befragten Käsethekenpersonals war sich in dieser Frage sicher.
Auch Biokäse und Lightprodukte liegen im Trend. Bei der Verpackung steht dagegen Convenience im Vordergrund: Wiederverschließbare Verpackungen mit Zippverschluss oder Hartschalen sind sowohl vom Käsehandel wie auch vom Konsumenten gefragt.
Neben Deutschland beherrschen die klassischen Käsenationen Frankreich und die Niederlande, aber auch Dänemark und Italien den Käsemarkt. Doch Osteuropa drängt nach Deutschland und erhöht die ohnehin schon große Konkurrenz. Durch die anstehende Markt-Sättigung wird es im Käsesegment zu einer Verdrängung zwischen Herstellern kommen.
Damit werden künftig die marktseitigen Anforderungen an ein ausgefeiltes Marketing und konsequenten Vertrieb im deutschen Käsemarkt steigen.
English summary: The German Market for Cheese 2008
The German market for cheese is highly competitive. The Netherlands, France, Denmark and Italy are classical cheese-nations and dominating the market. Due to the discussion about meat-quality and healthy nutrition, the market volume has increased by14 % within the last 10 years. But will be there a further increase for this market? In 2008 Macrom worked-out an in-depth market analysis of the German cheese market. The analysis is concentrated on the distributive structural change of the German cheese market, also the image of the most successful import-countries is analysed and estimated.
Even the channel of distribution is included in this study as well as comprehensive interviews of cheese retailers and chief buyers.













