(openPR) „Produkte und Endverbraucher können nur gewinnen.“, sagen die Berliner Designer
Berlin, im Februar 2009. Gingen die Zeichen bis in den Sommer 2008 noch in Richtung Aufschwung, wurden die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte in Wogen an Negativ-meldungen von der Wallstreet und aus den anderen Finanzzentren der Welt gebrochen. Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise für die Gestaltung von Produkten, Räumen und Gebäuden? Verändert sich ggf. die Arbeit des Gestalters? Die geschäftsführenden Gesellschafter von IONDESIGN GmbH aus Berlin, Anja Götz und Christoph Fleckenstein, haben sich dazu geäußert.
Frage: Wie sehen Sie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf ihren eigenen Berufsalltag?
Anja Götz: „Unsere Auftragslage ist momentan gut. Von daher spüren wir selbst noch keine wirtschaftlichen Einbußen. Das Leben geht weiter und Unternehmen werden nach wie vor ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten und Kunden darauf zurückgreifen. Was sich verstärkt, sind Überlegungen zur Notwendigkeit und zum Nutzen für den Alltag. Der Konsum wird stärker überdacht. Langlebigkeit, Funktionaliät und Wertigkeit rücken für Viele mehr in den Vordergrund. Weil unser Anspruch an Design von eben diesen Attributen geprägt ist, sehen wir optimistisch in die Zukunft.“
Frage: Bedeutet das für Sie als Designer nicht, dass die Nachfrage nach Ihren Dienstleistungen – zumindest partiell – sinkt?
Christoph Fleckenstein: „Wir entwerfen z.B. Verpackungen, Geräte aus der Medizintechnik oder dem Lichtdesign, Häuser oder Stadtmöbel. Das sind alles Dinge, die für den Lebens- oder Arbeitsalltag von Menschen geschaffen sind. Und diese Dinge werden auch nach wie vor gebraucht. Unser Anspruch ist es, langlebigen Nutzwert zu schaffen. Dafür suchen wir ständig nach Verbesserungen in technischer, ökonomischer, ergonomischer und ästhetischer Hinsicht. Wir beschäftigen uns nicht mit kurzlebigen Moden oder Produkten, deren äußere Erscheinung ihren Nutzen einschränken. Für uns ist Design niemals Selbstzweck, sondern immer mit der Verbesserung und Optimierung der Produktanwendung verbunden. Mit unserer Gestaltung sollen unsere Kunden wirklich verbesserte Produkte anbieten, Ressourcen sparen und sich damit eigenständig auf dem Markt behaupten können.“
Anja Götz: „Wir denken, dass gerade die verschärften Auswahlkriterien auf dem Markt neue Herausforderungen an das Design stellen. Ökologie, menschennahe Dienstleistungen und soziale Innovationen sind Aspekte, die vor allem jetzt stärker zum Tragen kommen. Das Wort Nachhaltigkeit wird heutzutage immer herangezogen, häufig überstrapaziert. Wir verstehen darunter auch Qualität, Dauerhaftigkeit, Werthaltigkeit, auch gesunde Konstanz.“
Christoph Fleckenstein: „Diese Betrachtung kommt unserem Anspruch als Gestalter sehr nahe. Objekte und Räume sind für uns Gebrauchsgegenstände, die ihren Zweck und ihr Wesen erkenn- und nutzbar machen sollen.“
Frage: Bedeutet das, dass ein Wandel in Design und Architektur stattfindet?
Anja Götz: „Nein. Es ist viel mehr eine Rückkehr zu den Ursprüngen der Gestaltung, die ja immer den Zweck hatte, dem Nutzen zu dienen und das Leben des Menschen zu verbessern.“
Christoph Fleckenstein: „Wir denken, dass die gesellschaftliche Verantwortung eines Jeden, also auch von uns Designern, jetzt wieder stärker greifen muss. In den letzten Jahren hat sich in vielen Bereichen die Gestaltung zu sehr vom eigentlichen Nutzen für den Menschen entfernt.“
Frage: Sprechen Sie letztlich damit nicht auch einen einen Wertewandel der globalen Gesellschaft an?
Anja Götz: „Die jeweiligen Situationen, Phasen und Umstände im Leben des Menschen sollten konsequent ins wirtschaftliche Handeln miteinbezogen werden. Dies hat unmittelbar Einfluss auf das Verhalten der Nutzer und die Haltung zu den Produkten. Qualität und Produktlebensdauer spielen dabei eine wichtige Rolle.“
Christoph Fleckenstein: „Die heutige Situation muss sich zu Gunsten einer tatsächlichen Verbesserung des Lebens und damit hin zu Wertigkeit und Qualität verbessern. Wir als Designer sehen unsere Verantwortung und wollen unseren Teil zur Verbesserung des menschlichen Lebens beitragen. Wenn andere Berufszweige ähnlich denken, kann sich das Leben der Menschen in vielen Aspekten verbessern.“
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