(openPR) Deutsche Technologie revolutioniert das Stromnetz: Mit cleverer Technik gegen Blackouts
Dem flächendeckenden Kollabieren von Stromnetzen durch Überlastung können supraleitende Strombegrenzer entgegenwirken. Die innovative Technik ist nun marktreif; diesen Winter lieferte die Nexans SuperConductors GmbH (NSC), Hürth, das weltweit erste kommerzielle Gerät dieser Art an das britische Unternehmen Applied Superconductor Limited (ASL), Blyth. ASL baut es in der englischen Grafschaft Lancashire in eine 11-kV-Schaltstation ein, um das Mittelspannungsnetz vor Überlastung zu schützen.
Dass Supraleiter-Strombegrenzer das Potenzial haben, Stromnetze zu revolutionieren, ist in ihrem Funktionsprinzip begründet: Ihre Supraleiter-Elemente lassen bei Kühlung auf etwa -200 °C Strom quasi widerstandslos durch. Überschreitet der Strom im Supraleiter jedoch die Auslegungswerte, etwa bei einem Kurzschluss, wird aus dem idealen Leiter eine schlecht leitende Keramik, und zwar automatisch und in wenigen Tausendstel Sekunden. Das bewahrt das Netz vor Schäden. Statt aber den Stromfluss wie eine Sicherung zu trennen, reduziert der Strombegrenzer ihn auf ein tolerierbares Maß. Die Störung lässt sich leicht suchen und beheben; ist sie beseitigt, geht der Strombegrenzer schnell wieder von selbst in den Normalbetrieb über. Das Prinzip hat sich bereits im Feldtest bewährt.
Der jüngst gelieferte supraleitende Strombegrenzer, der auf kommerzieller Basis gebaut wurde und für den NSC keinerlei Förderung erhält, entstand quasi vollständig in Hürth: Entwicklung und Produktion des Supraleiter-Materials und der Begrenzer-Komponenten sowie Design, Konstruktion und Montage des Gesamtsystems erfolgten bei NSC. Vor der Auslieferung wurde das Gerät beim Institut Prüffeld für elektrische Hochleistungstechnik in Berlin mit einer Serie von Kurzschlüssen getestet – mit Erfolg.
„Die Schwelle zur Vermarktung ist überwunden“, freut sich Dr. Joachim Bock, Geschäftsführer von NSC. „Weitere Strombegrenzer für die Mittelspannung mit anderen elektrischen Eckwerten sind schon in Produktion.“ Die Anpassung an Kundenwünsche ist dank des modularen Aufbaus unproblematisch; die Geräte lassen sich auch in ganz unterschiedlichen Netzen einsetzen. „Die Technik hilft, die gefürchteten Blackouts zu verhindern. Sie wird in den immer enger werdenden Maschen der Netze auch bei der Einspeisung regenerativ erzeugten Stroms oder in den künftigen Smart Grids eine wesentliche Rolle spielen. Anwendbar sind supraleitende Strombegrenzer außerdem in der Kraftwerkseigenversorgung.“
„Nach der Inbetriebnahme des ersten supraleitenden Kabels in einem Hochspannungsnetz im Jahr 2008 ist die Anwendung des supraleitenden Strombegrenzers ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Energieversorgung der Zukunft“, kommentiert Dr. Francis Krähenbühl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nexans Deutschland. „Supraleiterkabel und -betriebsmittel haben das Potenzial, Netze belastbarer und sicherer zu machen. Und was besonders erfreulich ist: Durch Ihren Einsatz können gleichzeitig die Verluste im Netz – somit die CO2-Emissionen – gesenkt werden.“










