(openPR) Mit über 27 Mio. Einwohnern ist Usbekistan das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Zentralasiens. Es grenzt an alle zentralasiatischen Staaten und Afghanistan. Usbekistan ist reich an Bodenschätzen (Gold, Kupfer, Uran, Kohle, Erdgas) und an gut ausgebildeten Fachkräften. Gleichwohl gehört Usbekistan zu den ärmsten Ländern der GUSGUS. Aufgrund seiner sehr jungen Bevölkerung, hohen Transportkosten wegen weit entfernter Seehäfen (2.900 km) und großer Transformationsproblemen steht Usbekistan vor enormen wirtschafts- und entwicklungspolitischen Herausforderungen.
Auch im 18. Jahr seiner Unabhängigkeit befindet sich Usbekistan im Übergang von einer sowjetisch-zentralistischen Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlich orientierten System. Wirtschaftsliberalisierung, Privatisierung und Strukturreformen kommen nur langsam voran. Dennoch wächst das usbekische Bruttosozialprodukt, nicht zuletzt wegen steigender Preise für die usbekische Hauptexportgüter. Insbesondere der Außenhandel mit Russland und Kasachstan weitet sich aus. Die seit einigen Jahren verfolgte Politik der makroökonomischen Stabilisierung zeigt Erfolge: wachsende Währungsreserven, stabile Währung, Inflationskontrolle und wenig Neuverschuldung. Die makroökonomischen Stabilität ist allerdings die Kehrseite eines rückständigen und noch weitgehend staatswirtschaftlichen Systems, in dem sich die Privatwirtschaft mangels Rechtssicherheit und Reformen nur langsam entwickelt. Das Pro-Kopf-Einkommen ist von 460 USD im Jahre 2005 auf 500 USD im Jahre 2007 gestiegen. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Usbekistan legte im Oktober 2007 eine aktualisierte Armutsbekämpfungsstrategie („Welfare Improvement Strategy“) vor, die eine wichtige Orientierungsgrundlage für die Projektarbeit verschiedener internationaler Geber bietet.
Neben der extraktiven Industrie bleibt die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig mit einem Anteil am BIP von 21,7%. Baumwolle ist das landwirtschaftliche Hauptexportprodukt. Usbekistan ist fünftgrößter Baumwollproduzent der Welt (hinter den USA, China, Indien, Pakistan) und stellt mit rund 1 Mio. Tonnen Baumwollfaser rund 5% der Weltproduktion. Als Exporteur liegt es an 2. Stelle (hinter den USA). Der Anteil der Industrie ist 2007 aufgrund von Produktivitätszuwächsen auf einen Anteil von 24% des BIP gestiegen (2006: 22%). Dienstleistungen machen 40% des BIP aus. Hauptindustriezweige sind Bergbau (Gold, Kupfer, Uran), Textil-, und die Nahrungsmittelindustrie, mit etwas Abstand die chemische Industrie, Automobil-, Landmaschinen- und Flugzeugbau.
Haupthandelspartner Usbekistans bleibt Russland mit einem Anteil von nahezu 30% am gesamten Außenhandel. Deutschland liegt auf Platz 9 der Außenhandelspartner mit einem Handelsanteil von 2,3%. Russische, chinesische und einige andere Firmen investieren zurzeit in die Erschließung von usbekischen Erdöl-, Erdgas- und Uran-Lagerstätten. Die nächsten Jahre werden zeigen, inwieweit Usbekistan von seinem Rohstoffreichtum zunehmend profitieren kann.
Ebenfalls abzuwarten bleibt, ob die laufenden Beitrittsprozesse zur WTO und zur Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EURASEC) eine Liberalisierung und Öffnung der usbekischen Wirtschaft bewirken können.










