(openPR) Hoppelten früher unzählige Hasen über Felder und Wiesen, sieht man heute nur noch wenige.
Gerade zu Ostern sollte man sich über den Hasen Gedanken machen, ist er es doch, der den Kindern die Ostereier bringt.
Wurden 1971 noch 172.094 Hasen in Rheinland-Pfalz durch Jäger erlegt, so waren es 2002 nur noch 12.000 Hasen. Diese Streckenergebnisse zeigen eine deutliche Abnahme des Hasenbestandes. In vielen Revieren genießt der Hase daher schon jetzt das ganze Jahr über Schonzeit.
Der ursprüngliche Lebensraum des Hasen war die Steppenlandschaft. Als Steppenbewohner schätzt er trockene Böden und ist gegenüber feuchtem Klima und starkem Wind sehr empfindlich. Als Kulturfolger eroberte er schnell die Kulturlandschaft und war vor allem in Gegenden häufig, die trocken und warm sowie reich gegliedert mit Wiesen, Äckern und Gehölzen waren. Als Tagesunterschlupf bevorzugt er umgepflügte Äcker, Feldraine, Hecken, Gräben und Böschungen. Dort gräbt er eine Sasse, indem er mit den Vorderläufen eine kleine Mulde aushebt. Er ist ein Meister der Deckung und zeigt gute Nerven, indem er sich bei Gefahr tief in die Mulde drückt und manchmal erst aufsteht, wenn man ihn berührt oder einen Hut nach ihm wirft. Zur Paarungszeit (Rammelzeit) wird der Hase gesellig und man sieht ihn vermehrt auf den Wiesen. Oft kann man die Rammler, männliche Hasen, beobachten wie sie mit der Nase dicht am Boden der Spur von einer Häsin folgen. Manchmal passiert es , dass er mit der Verfolgung der Häsin so beschäftigt ist, dass man schier umgerannt wird.
Hat er seinen Fauxpas bemerkt, sucht er schnell das Weite und schlägt dabei seine berühmten Haken. Die Ursachen des Hasenrückgangs sind noch nicht geklärt. Viele Jäger schieben dem Fuchs die Hauptschuld in die Schuhe. Seit der Tollwutimpfung hätte sich die Fuchspopulation so erholt, dass viele Hasen dem Fuchs zum Opfer fielen. Tatsächlich sind die Fuchsabschüsse in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Statistisch abgesichert läßt sich aber kein Zusammenhang zwischen dem extremen Rückgang des Hasen und dem Anstieg der Fuchspopulation herstellen. Viel eher dürften die Ursachen in den negativen Lebensraum-veränderungen und der Nutzungsintensität in der Landwirtschaft zu suchen sein. Hecken wurden abgeholzt und Feldgehölze umgebrochen - Rückzugsgebiete nicht nur für den Hasen. Im zeitigem Frühjahr werden die Wiesen gegüllt und abgeschleppt. Kaum eine Wiese bleibt davon verschont. Wegränder werden abgespritzt, damit sich Unkräuter nicht aussäen. Viele Hasen werden vom Kreiselmähers ausgemäht. Die stark gedüngten Wiesen (Fettwiesen) sind arm an Kräutern und Gräsern, die lebenswichtig für den Hasen sind.
Als weitere Ursache für den Rückgang des Hasen wird der Einsatz von Chemikalien gesehen, die im Getreideanbau Anwendung finden und die Fruchtbarkeit des Hasen herab setzen sollen. Nun den Landwirten allein die Schuld am Hasenrückgang zu geben, wäre sicherlich falsch, denn sie werden oftmals aus wirtschaftlichen Gründen zu einer intensiven Bewirtschaftung gezwungen.
Der Ökologische Jagdverband in Rheinland-Pfalz fordert eine umweltschonende Landbewirtschaftung. Der Hase steht für eine Reihe von Tierarten, die in ihren Beständen stark rückläufig sind. Wenn wir wieder mehr Hasen sehen wollen, werden wir alle unseren Beitrag dafür leisten müssen. Schonender Umgang mit der Natur hat seinen Preis. Ein christliches Fest wie die Osterzeit sollte alle anregen, darüber nachzudenken, was uns Hase und Co. wert sind.







