(openPR) Altentreptow. Der Winter hat Altentreptow mit Schneegriesel eingepudert. Nach einem malerischen Hochnebel säumen kleine, undurchsichtige Körner aus Schneekristallen die Tollense, die durch die Kleinstadt fließt. Im alten Gaswerk, seit mehr als 15 Jahren Hüsung für Marita Frehse und Klaus Röse, lodert und knattert das Feuer im Kamin. Wenige Tage vor dem zehnjährigen Jubiläum als Gesangsduo „Jo & Josephine“ strahlen die beiden Musiklehrer eine wohlige Ruhe aus. „Wir haben im ersten Jahrzehnt eine ganze Menge geschafft. Keiner von uns hätte sich vor fünf Jahren vorstellen können, aus eigener Kraft so weit zu kommen. Unser Duo wird im Fernsehen gezeigt und durch viele Internetradios gesendet. Selbst Diskotheken spielen unsere Titel“, sagt er. „Außerdem bedeutet die Zahl 10 doch, noch ganz jung zu sein und viel vor sich zu haben. Wir sehen unsere Zukunft total optimistisch“, fügt sie hinzu. Vor etwa 16 Jahren sind sich die beiden Lehrer für Musik begegnet. Nicht in einer Schule, sondern auf einer Bühne. Klaus Röse war Gitarrist, Marita Frehse kam als Sängerin hinzu. In Bands wie „B 96“ aus Neubrandenburg oder „Fact“ aus Stavenhagen brachten sie der Region eine erstaunliche musikalische Bandbreite. Vom „Herzilein“ der Wildecker Herzbuben über Joe Cockers „Unchain My Heart“ bis zu „Verdammt ich lieb’dich“. „Bei uns gibt es keine Berührungsängste mit irgendwelchen Musikstilen.
Wir hatten vor allem viel Spaß miteinander. Bis die neuen Arbeitsverhältnisse Bandmitglieder in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre massiv hinderte, weiter mit uns regelmäßig zu proben und aufzutreten.
Nach wenigen Bühnenjahren wollten wir uns nicht vom Musikmachen verabschieden“, erinnert sie sich. „Zuerst erarbeiteten wir eigene Titel und Programme. Was lag für uns als Lehrer näher, als mit einem Kinderprogramm zu beginnen. ,Kinder-Country-Zeit’ mit bekannten und eigenen Titeln. So hat alles angefangen“, entsinnt er sich. „Jo & Josephine“ gastieren an Schulen, in Kindertagesstätten und bei Festen in Norddeutschland. Beide haben nicht vergessen, wie schwer der Schritt zum Duo auf der Bühne war. Mit dem Angebot für Kinder verabschiedeten sich beide von ihren Instrumenten. Das begeisterungsfähige Publikum braucht Mitmach-Programme und Halbplayback. Das geht nur ohne Notenständer und Instrumente. Marita Frehse und Klaus Röse bewegen die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes, gehen auf sie ein und reagieren auf spontane Ideen. „Es war immer lustig mit Kindern. Wir hatten später Erwachsene, die unserem Kinderprogramm nachgereist sind. Sie fanden es wohl sehenswert, wie wir mit Kindern umgehen“, erzählt sie begeistert. „Nach zehn Jahren künstlerischer Arbeit mit Kindern schicken wir unseren Jonny, das struppige Plüschpferd mit der großen Klappe, das immer mit den Kindern gesprochen, gesungen und getanzt hat, in Rente. Nach 60 Minuten Kinderprogramm waren wir stets fix und fertig. Wirklich. Auch körperlich. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die Erwachsenen, für die wir schon lange spielen. Ihr Zuspruch ist gro?, erklärt er. Das Gesangspaar sieht seine Aufgabe darin, von der Bühne aus Freude zu bereiten. Oft bestätigten ihnen Zuhörer nach der Veranstaltung, dass sie fast zwei Stunden an anderes denken können, wieder gute Laune haben.Solche Meinungen fassen sie als ein Kompliment für ihre Arbeit auf. Sie bevorzugen verschiedene Musikstile. Mal volkstümliche Musik, auch einige Swingtitel oder auch Partyschlager, vorausgesetzt, sie verbreiten gute Laune. Das Duo möchte sowohl ältere als auch jüngere Zuhörer erreichen. „Vielerorts, wo wir auftreten, wird gefeiert. Oft Junge und Alte zusammen. Es fällt uns nicht schwer, sie in Stimmung zu bringen. Wir beide sind fröhliche Typen. Morgens aufstehen, pfeifen und gut gelaunt in unsere Schulen in Altentreptow und Neubrandenburg gehen“, plaudert sie freimütig aus. Die Liebe zur Musik verbindet Marita Frehse und Klaus Röse von Anfang an. Sie textet und komponiert, er steuert alles, von der Organisation über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur Produktion der CDs. Zum Beispiel „Jetzt fahr’n wir übern See“, „Freut Euch des Lebens“, „Heiter und beschwingt durchs Leben“ und„Überwiegend heiter“. Natürlich bleibt bei aller Arbeitsteilung das gemeinsame Singen der Höhepunkt ihrer „schönen Freizeitbeschäftigung“. Das Duo geht seit acht Jahren auf Auslandstourneen. Im Sommer 2000 durch die USA, im Februar 2002 nach Johannesburg, Pretoria und Krugersdorp in Südafrika, im Frühjahr 2005 nach Linz und Umgebung in Österreich und im Februar 2006 drei Wochen durch den Bundesstaat Victoria in Australien. „Wir hatten in all diesen Ländern tolle Erlebnisse. Dieser Erfolg braucht allerdings eine intensive und präzise Vorbereitung. Wir konnten beispielsweise unsere Programme nicht durchgängig in deutscher Sprache gestalten. So schrieben und lernten wir Zwischentexte und Refrains in Englisch. Dennoch bleibt es dabei, Musik ist eben international gut verständlich. Das ist eine wichtige Lebenserfahrung“, resümiert er. „Zu unseren Sternstunden zählen wir unsere Auftritte bei TV-Aufzeichnungen und Fernsehübertragungen. Zum Beispiel in Grömitz für die ,Geschichten aus der Hafenbar’, in Waldbronn-Neurod bei Karlsruhe fürs ,Musikparadies‘ und in Nittenau bei Regensburg zur Aufzeichnung eines Schlagermagazins“, fasst sie die Fernsehauftritte zusammen. „Unser größter Erfolg ist bis heute der Gewinn des Eagle Award 2006 beim Internetsender German Hit Radio in den USA.“ Den balladenhaften Song „Zarte rosarote Rosen“ schrieb Marita Frehse nach dem tragischen Unfalltod ihres Bruders. „Dieses außergewöhnliche Lied hat offenkundig Hörer in 123 Ländern der Erde tief bewegt. In der Rubrik Duo/Trio waren alle namhaften Interpreten der volkstümlichen Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiznvertreten. Wir sind stolz auf diesen 1. Preis einer Jahreswertung durch das Publikum. Abstimmen kann nur, wer den Titel gehört hat. Schummeln ist also nicht möglich“, berichten beide abwechselnd und einfühlsam mit feiner Abstimmung. Eine Seltenheit heutzutage.
von Jürgen Tremper












