(openPR) Institution: Stadt Pößneck und Verein Pößneck attraktiver e.V.
Auf der Grundstücksgrenze des Schützenhauses sollen auf stadteigenem Grund acht Schilder aufgestellt werden, die klar zeigen, dass hier eine Toleranzgrenze in mehrfacher Hinsicht verläuft: Jedes der acht Schilder setzt ein Zeichen dafür, dass die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, die Stadt, die Bürgerinnen und Bürger von Pößneck rechtsextreme Aktivitäten nicht tolerieren und dass jenseits der Grenze eine Toleranz für „Fremde“ im Sinn von Herkunft, Glaube, Orientierung in Frage steht. Die Zeichen machen die Grenze sichtbar – die tatsächliche Grundstücksgrenze, an der formal der öffentliche Raum und die Verfügungsmöglichkeit der Stadt endet ebenso wie die Grenze der dominierenden Geisteshaltung – diesseits Toleranz, Demokratie, Integrationsabsicht, jenseits unter Umständen Ausgrenzung, Staatslenkungswahn und spaltender Populismus. Da dies zentrale Grundfesten unserer Gesellschaft berührt und ein Thema für jede und jeden ist, fordern wir alle Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme an diesem Projekt auf.
Unsere TOLERANZ-Grenze ist da, wo Fremden- und Demokratiefeindlichkeit beginnt.
Inhalt und Ziel des Kunstprojektes „TOLERANZ-Grenze“ ist, aktiv zu zeigen, dass Fremden- und Demokratiefeindlichkeit nicht toleriert werden und dass die Stadt und Bürgerinnen und Bürger von Pößneck, der Verein Pößneck attraktiver e.V. und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler für Demokratie, Vielfalt und Toleranz einstehen. Das ist die Kernaussage des Projektes.
Die Schilder in entweder quadratischem (60 x 60 cm), rundem (Durchmesser von 60 cm) oder dreieckigem Format (Schenkellänge 90 cm) werden auf der öffentlich einsehbaren, farbig markierten Grundstücksgrenze in etwa gleichem Abstand auf gleicher, sichtbarer Höhe angebracht. Von allen Vorschlägen und Ideen werden acht Entwürfe ausgewählt und umgesetzt. Unter diesen werden drei Preise (1.- 3. Preis) ausgelobt (1. Preis: 500,00 Euro, 2. Preis: 300,00 Euro, 3. Preis: 200,00 Euro). Jede Künstlerin und jeder Künstler kann drei Entwürfe einreichen. Die Gestaltung des Schildes muss eine Verwechslung mit Verkehrsschildern ausschließen und wetterfest sein und sollte für den Fall von Vandalismus reproduzierbar sein. Einzureichen sind neben dem Anmeldebogen eine aussagekräftige Vita, Beschreibung der Idee mit Skizzen und Veranschaulichungen auf CD oder als Kopien. Die Unterlagen (s. Anmeldebogen) müssen bis zum 10. Februar 2009 vorliegen. Bitte reichen Sie keine Originale ein.
ANMELDUNG:
Zur vollständigen Bewerbung werden benötig:
- ausgefüllter und unterzeichneter Anmeldebogen
- digitale (als *.doc oder *.txt-Datei) Vita (Ausbildung, Ausstellungen, Projekte usw.)
- Beschreibung und Skizze des Entwurfs/der Entwürfe – max. drei (wetterfest umsetzbare)
als Datei oder in Kopie (bis DIN A 3)
- jede CD, jeder Entwurf müssen eindeutig beschriftet sein (Künstler, Adresse)
ANMELDEBOGEN abrufbar auf:
www.poessneck.de
und unter News bzw. Projects bei www.artae.de
ABLAUF:
Die eingereichten Vorschläge werden in einer Präsentation in Pößneck den Bürgerinnen und Bürgern zur Einsicht vorgestellt. Die eingereichten Unterlagen der ausjurierten Arbeiten werden nach Entscheidung der Jury umgehend zurückgesendet. Die für die Umsetzung des Projekts ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden über die Entscheidung der Jury bis zum 15.03.2009 schriftlich informiert. Die acht ausgewählten urheberrechtlich geschützten Arbeitsergebnisse dürfen zeitlich und inhaltlich uneingeschränkt vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und/oder der Stadt Pößneck für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt werden.
Für die Umsetzung der ausgewählten Entwürfe ist Zeit bis zum April 2009. Die Einlieferung erfolgt persönlich, per Post oder nach Absprache. Bei Postanlieferung werden die Kosten für Päckchenversand übernommen. Die Materialkosten der Umsetzung der Entwürfe trägt der Auslober.Die Preisverleihung findet am Tag der öffentlichen Einweihung der TOLERANZ-Grenze in Pößneck statt. Der Termin im Frühjahr 2009 wird rechtzeitig bekannt gegeben.
PROJEKTKOORDINATION: Sabine Aichele-Elsner, Gohliser Straße 3, 04105 Leipzig Telefon 0341-355 20 466
EINSENDESCHLUSS: 10. Februar 2009
geplante Umsetzung des Projektes: April/ Mai 2009
JURY: Michael Modde (Bürgermeister der Stadt Pößneck, Mitglied im Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans), Alf-Heinz Borchardt (Vorsitzender Pößneck attraktiver e.V.), Helmut Schmidt (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla), Dr. Julia Dünkel (Kulturamtsleiterin Pößneck), Sabine Aichele-Elsner (Kunsthistorikerin)
ANLASS UND HINTERGRUND:
Das Schützenhaus in Pößneck gehört nach gerichtlichem Ringen nun doch wieder dem NPD-Vorstand Jürgen Rieger bzw. dessen in London gemeldeter „Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation Ltd.“. Nachdem die Stadt Pößneck erneut befürchten muss, dass dieses Haus zum Sammelplatz ideologisch rechtsorientierter Kräfte wird, sollen jetzt Zeichen gesetzt werden, dass genau an diesem Haus eine Grenze der Toleranz verläuft. Die Stadt Pößneck und der Verein Pößneck attraktiver e.V. rufen zu folgendem Kunstprojekt auf.
Dieses Projekt wird durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt in Pößneck im Rahmen des Bundesprogramms „ VIELFALT TUT GUT - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie” des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.













