(openPR) Sieben barocke Trompetenkonzerte auf einer CD: "Baroque Trumpet Concertos". Damit hat sich Thomas Reiner, derzeit einer der besten und renommiertesten klassischen Trompeter in Deutschland, einen lang gehegten Traum erfüllt. Zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Sebastian Tewinkel ist ein Oevre entstanden, das auf große Beachtung gestoßen ist.
Der 39-jährige, in Ludwigsburg geborene Trompeter liebt barocke Trompetenkonzerte. Allein den eigenen Vorlieben folgend, hat er sich deshalb Komponisten wie Torelli, Albinoni, Händel oder Telemann ausgesucht. Und bereits bei den ersten Klängen ist die Freude an dieser Musik deutlich zu hören. Nichts wirkt verkrampft oder aufgesetzt. Sein Spiel kündet von einer geradezu unglaublichen Leichtigkeit, wie sie nur ganz große Meister vermitteln können.
Die sieben Konzerte lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Da sind zum einen Originalwerke für Trompete. Zum anderen finden sich drei Konzerte, die ursprünglich für die Oboe geschrieben waren. Andreas Eichele hat diese für Trompete arrangiert, was übrigens bereits zu Barockzeiten eine gängige Praxis war. Doch auf den Arrangeur kam weitere Arbeit zu. Denn damals war es ebenfalls üblich, dass der Solist sich nicht streng an seine Partitur hielt, sondern auch improvisierte. ?Solche Ausschmückungen gehören zu dieser Musik und machen sie erst richtig authentisch? betont Reiner. Deshalb hat Eichele auch die Orchesterpartituren um Reiners schmückende Ausflüge erweitert.
Mit einem Paukenschlag, der übrigens im Original vom Komponisten Giuseppe Torelli nicht vorgesehen war, beginnt die Sinfonie für Trompete in D-Dur. Doch zu Torellis Lebzeiten war es nicht ungewöhnlich, wenn Pauker dazu kamen, auch wenn der Komponist dies nicht ausdrücklich verlangte. Tatsächlich hat das der Sinfonie gut getan. Der schnelle Takt wird deutlicher phrasiert und der erste Satz wird dadurch noch transparenter.
Das zweite Konzert von Albinoni ist eines jener drei Konzerte auf der CD, die ursprünglich für Oboe geschrieben waren. Auch hier hat der Trompeter, vorsichtig zwar, aber unverkennbar, seine eigenen Akzente gesetzt, um das Konzert optimal auf sein Instrument abzustimmen. Auch bei der Suite in D-Dur von Georg Friedrich Händel, einem der am häufigsten gespielten barocken Stücke, hat Thomas Reiner kräftig an der Patina gekratzt. Er hat sie mit zahlreichen Verzierungen und einem flotteren Tempo auch für moderne Hörgewohnheiten kompatibel gemacht, und ebenso wie bei dem folgenden Trompetenkonzert von Johann Friedrich Fasch noch eine Holzbläsergruppe hinzugenommen. Sie sorgt hier für zusätzliche Klangfarbe und verstärkt den Basso Continuo.
Händels Oboekonzert in g-Moll dürfte die Kenner der barocken Musikszene aufhorchen lassen. Dieses Konzert wurde zum letzten Mal vor 40 Jahren von Maurice André auf einer Trompete gespielt. Thomas Reiner hat es entstaubt und erfrischend modern neu interpretiert.
Hier wie auch in den folgenden Konzerten von Gabrielli und Telemann beweist Reiner seine große Könnerschaft. Dabei ist es gar nicht allein sein unbestritten hohes technisches Niveau, das besticht. Vielmehr noch zeigt er ein traumwandlerisches Gespür dafür, wie man barocke Musik, die zu ihrer Zeit wesentlich langsamer gespielt wurde, auch für heutige Menschen zu einem wunderbaren Hörgenuss aufbereiten kann. Nicht ohne Grund schreibt der Trompetenvirtuose und Musikwissenschaftler Edward H. Tarr im Booklet der neuen CD von Reiners "brillanten und leichten Tongebung in der hohen Lage". Nichts klingt angestrengt, alles ist Lebensfreude barock.
Die neue CD ist - ein Novum für Reiner - bei Naxos, dem weltweit größten Plattenlabel für klassische Musik, erschienen und ist im Handel erhältlich. Sie kann auch direkt bei Thomas Reiner auf dessen Homepage http://www.thomasreiner.com bestellt werden.
Mehr Infos und Hörbeispiele unter http://www.thomasreiner.com











