(openPR) Eine neuartige Lüftungstechnologie vereinfacht die Ausführung von kontrollierten Wohnraumlüftungsanlagen in mehrgeschossigen Gebäuden. Anstelle zahlreicher einzelner Lüftungsleitungen wird für jede Etage ein kompakter, platzsparender Schacht eingesetzt. Dieser Schacht bildet das zentrale Element und ist Abluftleitung, Zuluftleitung, Küchenentlüftung und Wärmetauscher in einem. Entwickelt wurde das Lüftungssystem airModul in der Schweiz, mit technischer Unterstützung durch die Schrag GmbH mit Sitz im schwäbischen Ebersbach/Fils. Nach ersten Bewährungsproben in über 20 Gebäuden und Wohnanlagen in der Schweiz führt Schrag das System nun auch auf dem deutschen Markt ein.
Ein kompakter Schacht mit getrennten Luftkammern, der gleichzeitig als Wärmetauscher dient, bildet das Kernelement des neuartigen Lüftungssystems airModul von Schrag. Konzipiert wurde das System für die kontrollierte Wohnraumlüftung von Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten, die in Niedrigenergie- oder Passivhausbauweise erstellt werden. Der kombinierte Zu- und Abluftschacht verbreitert sich nach oben mit jedem Stockwerk um ein weiteres Kanalelement. Im vertikalen Verlauf wird die Wärme aus der Abluft über die gesamte Schachtlänge an die von oben einströmende Zuluft übertragen. Der Hersteller bezeichnet deshalb diesen Luftkanal auch als "Wärmetauscherkamin". Nach dessen Informationen zeichnet das System ein bislang unerreichter Wärmerückgewinnungsgrad aus.
Schachtsystem anstelle einzelner Lüftungsleitungen
Die Ventilatoren für jede Wohn- oder Nutzungseinheit sind nicht in der jeweiligen Etage, sondern in einer Dachzentrale untergebracht. Lüftungsgeräte im Wohnbereich entfallen damit, was die Nutzer auch von Ventilatorgeräuschen verschont. Der Wärmetauscherkamin beansprucht zudem im Vergleich zur Verlegung einzelner Zu- und Abluftrohrleitungen weniger Platz im Installationsschacht. Auch entfallen separate, über Dach geführte Küchenabluftleitungen, da in die Abluftführung des airModul-Lüftungssystems auch die Küchenentlüftung mit integriert wird.
Im Vergleich zu bisherigen Systemen zur kontrollierten Wohnraumlüftung ist die Zu- und Abluftführung bei airModul in einem Block integriert. Die Konstruktion des Wärmetauscherkamins besteht aus zusammengesetzten Aluminiumprofilen. Diese bilden im Inneren separate Luftkammern und gleichzeitig die Wärmeübertragungsfläche. In den dicht voneinander getrennten Luftkammern strömen die Abluft aus den Räumen und parallel in Gegenrichtung die Zuluft, die über Dach angesaugt wird. Über die gesamte Länge der Luftführung wird damit ohne Wärmeverluste im Gegenstromprinzip Wärme übertragen, wodurch das System einen hohen Wärmerückgewinnungsgrad erzielt.
Ventilatoren und Filter in der Dachzentrale
Der Außenquerschnitt eines einzelnen airModul-Wärmetauscherkamins bleibt jeweils gleich; die Module unterscheiden sich abhängig von der Zahl der Stockwerke in ihrer Länge und im inneren Aufbau. Abhängig von der benötigten senkrechten Baulänge wird der Innenquerschnitt angepasst: Je länger der Luftkanal ist, desto geringer ist die Wärmeübertragungsfläche, die durch entsprechende Anordnung der Kammerstege in der Luftführung variiert wird. Jeweils eines der rechteckigen Schachtmodule wird pro Wohneinheit in der erforderlichen Länge eingesetzt. Die Wärmetauscherkamine mit einem Außenmaß von 28 x 38 cm (Breite x Tiefe, einschließlich 4 cm Mineralfaserdämmung mit Alu-Bewehrung) transportieren Abluft und Küchenentlüftung über Dach und leiten die Zuluft vorgewärmt in die Wohnräume. Optimale Standorte für die Dachzentralen sind Flachdächer, da diese problemlose Zugangsmöglichkeiten für Wartungsarbeiten bieten.
Fertigung und Einbau an einem Stück
Gefertigt werden die airModul-Wärmetauscherkamine projektbezogen im Werk der Schrag GmbH im baden-württembergischen Ebersbach/Fils. Der Hersteller übernimmt auch die Montage der aus einem Stück gefertigten und bei Bedarf werkseitig vorgedämmten Aluminiumschächte, die mithilfe eines Kranfahrzeuges von oben in die Installationsschächte des Gebäudes eingelassen werden. Befestigt werden die Schächte mit einer speziell entwickelten Vorrichtung an jeder Deckendurchdringung. Die durchgehenden Wärmetauscherkamine erfordern bei Brandschutzanforderungen die Ausführung nach dem Installationsschachtprinzip. In den einzelnen Stockwerken werden die Lüftungsinstallationen für Abluft, Zuluft und Küchenabluft vom Wärmetauscherkamin weg durch Fachbetriebe des SHK-Handwerks in konventioneller Weise mit Lüftungsrohren ausgeführt.
Einfachere Wartung in Mehrfamilienhäusern
Wird das Lüftungssystem airModul in mehrgeschossigen Wohnbauten eingesetzt, müssen für Wartungsarbeiten keine Wohnungen betreten werden. Die Wartung erfolgt zentral an der Dachzentrale, wo die Ventilatoren und Filter ungehindert zugänglich sind. Anfallendes Kondensat wird am unteren Ende des airModul-Schachtes über einen Geruchverschluss in das Entwässerungssystem abgeleitet. Den Reinigungsbedarf für die Wärmetauscherkamine schätzt der Hersteller nach bisherigen Erfahrungen mit bestehenden Objekten gering ein. Die Reinigung erfolgt ebenso über die Dachzentrale und kann beispielsweise durch einen Schornsteinfeger erfolgen. Schrag führt das neuartige Lüftungssystem derzeit auf dem deutschen Markt ein, nachdem airModul bereits in über 20 Gebäuden und Wohnanlagen in der Schweiz installiert wurde. Eines der ersten Projekte in Deutschland, die mit airModul ausgerüstet werden, ist eine Wohnanlage in Passivhausbauweise im Frankfurter Stadtteil Bornheim mit elf Stadthäusern und 146 Wohnungen. ?








