(openPR) Der Internationale Tag des Ehrenamtes ist ein jährlich abgehaltener Gedenktag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements. Er macht unsichtbare Arbeit sichtbar. „Uneigennütziges Engagement ist ein Lebenselixier für die Gesellschaft,“ so Bundespräsident Horst Köhler. „Über 23 Millionen Menschen in unserem Land sind bürgerschaftlich engagiert. Ohne ihre täglich in eine gute Sache investierte Zeit, Mühe und Sorge würde vieles, was wir ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen, nicht funktionieren", meint Köhler.
Rund 20 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich - in den unterschiedlichsten Bereichen, aber mit einem gemeinsamen Ziel: Das Leben in Deutschland ein Stück lebenswerter und menschlicher zu machen.
Über 33.500 Stunden geschenkte Zeit!
Der bundesweit tätige Verein „Nestwärme e.V. Deutschland“ hilft seit 1999 mit beeindruckendem ehrenamtlichen Engagement Familien mit behinderten und schwerkranken Kindern. Die Ehrenamtlichen heißen ZeitSchenker und jeder Einzelne von ihnen schenkt mit seiner Zeit zugleich auch Herzlichkeit, aktive Zuwendung, Unterstützung und Nestwärme. Dazu Nestwärme-Gründerin Petra Moske: „Nestwärme ist nicht nur der Name unserer Familienhilfsorganisation. Unsere Vision ist, dass Familien mit besonderen Kindern auf allen Ebenen der Gesellschaft die Geborgenheit und das Gefühl von Nestwärme erfahren und wissen, sie sind in unserer Gesellschaft willkommen und angenommen. Über 33.500 Stunden haben die ehrenamtlich tätigen nestwärme ZeitSchenker bundesweit in diesem Jahr geschenkt! Eine überwältigende Zahl, die für Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit steht.“
In Deutschland leben über 950.000 Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern. Vor allem in den ersten Jahren sind sie oft mit einer großen Belastung auf sich alleine gestellt. Eltern und allein Erziehende, die ein behindertes oder krankes Kind zu Hause betreuen, erreichen häufig ihre Belastungsgrenze durch den enorm hohen Pflegeaufwand. Zeit für die Geschwisterkinder, fürs Einkaufen, Behördengänge oder auch für die Partnerschaft bleibt oft auf der Strecke.
Genau da setzt Nestwärme an: Der Verein vermittelt bundesweit engagierte Menschen, die Zeit mit einer betroffenen Familie, den behinderten Kindern oder den gesunden Geschwisterkindern verbringen möchten. Diese ZeitSchenker werden von nestwärme sorgfältig ausgewählt, geschult und sensibel auf ihren Einsatz in den Familien vorbereitet. Darüber hinaus werden ZeitSchenker kontinuierlich von nestwärme-Moderatorinnen betreut und tauschen in regionalen ZeitSchenker-Treffen ihre Erlebnisse in den Familien aus.
Geschenkt ist nie umsonst...
Fragt man ZeitSchenker/innen (über 90 % sind weiblich) nach ihren Erfahrungen und Eindrücken aus ihrem ZeitSchenker-Alltag, erfährt man einstimmig, dass Zeit schenken nicht nur bedeutet „Gutes zu tun“, sondern auch richtig gut tut. Die Hamburger ZeitSchenkerin Kerstin Bathe meint: „In der heutigen schnelllebigen Zeit spielen Konsum, Status, Geld und Äußerlichkeiten eine immer wesentlichere Rolle. Ich finde, das menschliche Miteinander sollte mehr im Vordergrund stehen und eben auch die Nächstenliebe. Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich für mich im sozialen Miteinander der Menschen. Ich glaube, jedes Ehrenamt trägt dazu bei, die Welt ein bisschen schöner und menschlicher zu machen und das Projekt ZeitSchenken hat mich spontan begeistert. Wenn ich Zeit schenke, bekomme ich Freude und Zuneigung zurück, was eine wunderbare Belohnung ist.“
ZeitSchenkerin Heike Beer schenkt einer Familie mit vier Kindern (eines davon mit Down Syndrom) gemeinsam mit ihrer 11-jährigen Tochter Zeit: Sie beschreibt es so: “ZeitSchenken bedeutet für meine Tochter und mich einen Wechsel aus unserem Alltag in eine komplett andere Realität. ZeitSchenken macht Spaß und bereichert unser Leben, weil man so viel zurückbekommt. Es ermöglicht uns ein Hinausschauen aus unserem eigenen kleinen Mikrokosmos und erdet uns immer wieder aufs Neue. Aber das ganz Besondere dabei ist: ich verbringe Zeit mit meiner Tochter UND tue Gutes dabei!“
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück lobte unlängst ehrenamtliches Engagement mit den Worten: „Das sind die wahren Superstars. Und die haben im Gegensatz zu denen im Fernsehen nicht nur eine Halbwertzeit von 14 Tagen. Wenn es das bürgerschaftliche Engagement nicht gäbe, wäre diese Gesellschaft nicht nur ärmer. Ich bin sicher, sie würde überhaupt nicht funktionieren.“













