(openPR) Bonn, 25.11. 2008. Mode und Trends bestimmen unsere Welt. Jede Jahreszeit hat ihre aktuelle Kleidung, das Wohnzimmer könnte auch jedes Jahr neu eingerichtet werden, das Essen unterliegt den Ansagen der Fernsehköche und selbst bei der Wahl des Skiurlaubs muss vorher geschaut werden, welcher Ort besonders angesagt ist. Auch wenn es vielleicht nicht so bekannt ist: selbst bei Blumen und Pflanzen gibt es Trends. So galt die Calla bis vor kurzem noch als typische Friedhofsblume. Heute ist sie angesagte Dekoration in modernen Wohnräumen. Doch hört Mode bei Blumen und Pflanzen mit dem Leben eines Menschen auf? Spätestens mit der Beerdigung ist Schluss – hier und auf dem Grab haben Moden und Trends nichts zu suchen!?
Das sehen die Fachleute wie die Friedhofsgärtner ganz anders. Natürlich spiegeln sich auch in der Grabgestaltung mit Blumen und Pflanzen Moden und Trends wieder, denn der Verstorbene war ein Mensch mit all seinen Vorlieben und Abneigungen auch bei Blumen und Pflanzen. Um die Trends zu erfassen und aufzuarbeiten hat der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) eigens einen „Trendausschuss“ gegründet, dem nur erfahrene und auf Bundesgartenschauen mit Goldmedaillen prämierte Friedhofsgärtner aus allen Teilen Deutschlands angehören. Sie wissen, was momentan gefragt ist und ankommt.
Menschen, die sich heute für ein Grab auf dem Friedhof entscheiden, wünschen sich einen konkreten Ort der Trauer nah am Leben. Sie lieben Blumen und Pflanzen und suchen ein grünes, blühendes Umfeld. In der Umsetzung gibt es zwei grundlegende Tendenzen. Auf der einen Seite steht das individuelle Grab mit einem sehr persönlichen Grabmal und einer darauf abgestimmten Grabbepflanzung. In der Auswahl der Pflanzen nimmt man meist Bezug auf die Vorlieben des Verstorbenen oder des Hinterbliebenen und berücksichtigt die Symbolik der Pflanzen. Neben den Herbstklassikern, wie Callunen, Stiefmütterchen oder Minicyclamen, sind Herbstzauber-Stauden ganz im Trend, wie Bergenien, Astern, Sedumarten, Günsel oder Purpurglöckchen. Gräser lockern die Bepflanzungen auf. Ganz aktuell sind auch gestalterische Elemente in der herbstlichen Grabgestaltung, wie große Wurzeln, Steine oder Keramikkugeln. Besonders hochwertig werden Gräber durch einen Gartenbonsai. Farblich ist man in diesem Herbst eher zurückhaltend: Waren noch vor einigen Jahren sehr bunte, farbenprächtige Wechselbepflanzungen beliebt, ist heute Farbreduktion das Thema. Ob nun weiß-creme, blau-lila oder orange-gelb: Alles ist möglich, aber bitte nicht bunt gemischt, sondern aufeinander abgestimmt. Die Wechselbepflanzung ist heute nicht mehr nur rund, sondern ist in vielen verschiedenen Formen zu haben: Tropfen, Herz, Spirale, Schlange… die Wünsche der Kunden sind entscheidend. Besonders anspruchsvoll, aber immer beliebter werden modellierte Grabgestaltungen, das heißt der Friedhofsgärtner arbeitet mit Höhen und Tiefen. Dies ist besonders in der jetzigen Jahreszeit im Hinblick auf die winterliche, kunstvolle Grababdeckung interessant, da diese dann besonders ansprechend wirkt.
Neben diesen sehr individuellen Grabgestaltungen sind auch die Gemeinschaftsgrabanlagen voll im Trend. Hier hat jeder Verstorbene seinen Ort der letzten Ruhe, dies ist namentlich und mit den Lebensdaten vermerkt, auch wenn sich mehrere Urnen in einem Grab befinden. Die Gemeinschaftsgräber werden als Ganzes gärtnerisch durch Fachleute gepflegt. So können die Hinterbliebenen ihre Verstorbenen an einem konkreten Ort besuchen, müssen sich aber nicht um die Grabpflege kümmern. Auch bei diesen Anlagen orientieren sich die Friedhofsgärtner an den Blumen und Pflanzen, die momentan beliebt sind. Die Gemeinschaftsgrabanlagen stellen eine Alternative für all diejenigen dar, denen ein konkreter Ort mit Blumen und Pflanzen auf einem Friedhof für ihre Verstorbenen wichtig ist, die aber eine aufwändige Grabpflege nicht übernehmen können.
„Der Friedhof bietet für die Gestaltung mit Blumen und Pflanzen alle Möglichkeiten“, so der Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner, Lüder Nobbmann. „Wir Friedhofsgärtner beschäftigen uns mit den aktuellen Vorlieben unserer Kunden und versuchen gleichzeitig, immer wieder Neues und Innovatives zu zeigen. Natürlich verstehen wir uns daher auch als ‚Trendsetter’. Die Zukunft gehört den abwechslungsreich und individuell gestalteten Gräbern, die einerseits den Trauernden durch ihre Symbolkraft helfen und andererseits nicht zuletzt auch unsere Friedhöfe schöner machen.“










