(openPR) OFRA errichtet vierstöckiges Büro- und Kauengebäude für die Schachtanlage Asse des Helmholtz Zentrums München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Bereits seit Beginn des vorigen Jahrhunderts wurden im Salzbergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel Kali- und Steinsalze abgebaut. Nach dem Ende der Salzgewinnung erwarb die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) im Auftrag des Bundes im Jahr 1965 das Salzbergwerk, um Forschungen auf dem Gebiet der Tieflagerung radioaktiver Abfälle zu betreiben. Zwischen 1967 und 1978 wurden schwach- und mittelradioaktive Abfälle in der Schachtanlage eingelagert.
Nachdem seit 1979 ausschließlich Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle durchgeführt worden waren, wurde das GSF-Institut für Tieflagerung auf Grund der Einstellung der Fördermittel des Bundesministeriums für Forschung und Technologie zum 30.06.1995 aufgelöst. Seit diesem Zeitpunkt wird die Schachtanlage auf ihre Schließung vorbereitet, indem die Abbauhohlräume im Hinblick auf eine Verbesserung der Standsicherheit mit artspezifischem Material verfüllt werden. Der Abschlussbetriebsplan sieht die Schließung für das Jahr 2017 vor.
Um diesen Plan und die damit verbundenen Auflagen zu erfüllen, hat das Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), das Personal der Anlage Asse seit 2007 mehr als verdoppelt. Neben den Mitarbeitern im administrativen Bereich wurden vor allem die Mannschaften für die Arbeiten unter Tage verstärkt, wodurch die kurzfristige Errichtung eines neuen Büro- und Kauengebäudes erforderlich wurde.
Auf Grund der notwendigen kurzen Bauzeit war das Gebäude von Anfang an in Modulbauweise geplant. Der Systembauspezialist OFRA aus dem westfälischen Beverungen konnte die Ausschreibung des Staatlichen Baumanagements Braunschweig gewinnen und das Bauvorhaben mit Unterstützung des TGA-Büros IBS Braunschweig in einer Bauzeit von nur zwölf Wochen realisieren.
Ermöglicht wird dies durch die witterungsunabhängige und daher verzögerungsfreie Produktion in den Werkshallen. Die individuell gefertigten Systemeinheiten werden einschließlich der Außenwände und eingebauten Fenster zur Baustelle angeliefert und an Ort und Stelle per Kran zusammengesetzt. Sobald die Elemente miteinander verbunden sind, kann der Innenausbau beginnen. Die gesamte technische Infrastruktur wie Stromversorgung, Wasser, Heizung, Lüftung, Datenleitungen etc. ist in den Decken der Module verlegt und erlaubt zu jeder Zeit – also auch nachträglich – nicht nur eine bedarfsgerechte Nachrüstung, sondern auch eine individuelle Raumaufteilung.
Das neue Büro- und Kauengebäude der Schachtanlage Asse im Remlingen beherbergt auf vier Etagen und einer Bruttogeschossfläche von 1.688 m² 29 Büroräume sowie zwei Besprechungsräume. Im Erdgeschoss befindet sich ein Kauenbereich. Jeweils 100 Schrankkauen im sogenannten Schwarz- und Weißbereich sowie zwischen beiden Zonen gelegene Duschmöglichkeiten sorgen für eine strikte Trennung zwischen „sauber“ und „unsauber“. Im Kauenbereich wird darüber hinaus die Arbeitskleidung gewaschen, getrocknet, gelagert und wieder ausgegeben. Dabei sorgt eine ausgefeilte raumlufttechnische Ausstattung für ein angenehmes Raumklima.
Die Mitarbeiter des Forschungsbergwerkes konnten ihr neues Domizil im Frühjahr 2008 beziehen. Über die weitere Nutzung des Gebäudes nach Schließung der Schachtanlage in einigen Jahren kann heute noch keine Aussage getroffen werden.













