(openPR) Ein Vielfraß von gerade einmal drei Zentimetern ist zu einer der größten Bedrohungen der Mittelmeerregion geworden. Nachdem er in Spanien und Italien gewütet hat, vernichtet der rote Rüsselkäfer nun auch Frankreichs Palmen. Auch von der Türkischen Riviera werden erste Fälle gemeldet...
Er ist zerstörerischer und hartnäckiger als alle seine Vorgänger. Mit einem Rüssel, der aussieht wie ein Schnabel, lässt der Rynchophorus ferrugineus in nur einem Jahr aus einer Palme, die gut und gerne ein stolzes Alter von mehr als hundert Jahren erreichen kann, ein mickriges Zerrbild ihrer selbst werden. Palmen der gesamten Mittelmeerregion fallen dem Käfer zum Opfer. Sein nächstes Ziel: Offensichtlich auch die Türkische Riviera. Aus der Region um Alanya wurden jetzt erste Spuren des Vielfraßes gesichtet.
Problematisch ist, dass die Schädlinge erst auffallen, wenn es schon zu spät ist. Die Krabbler leben im Inneren eines Pflanzenstamms von mindestens fünf Zentimetern Durchmesser und fressen von oben nach unten meterlange Gänge in den Stamm. Die ersten Symptome sind erst lange nach Befall sichtbar: Die Blätter werden gelb und sterben ab. Ein einzelner Käfer legt mehr als 200 Eier, aus denen hungrige Larven hervorkommen, die das Werk der Eltern vollenden. Irgendwann ist der Baum vollkommen ausgehöhlt. Während der Kampf mit dem Winzling längst verloren ist, kann der hilflose Mensch gar noch die Kaugeräusche mit dem bloßen Ohr vernehmen.
Eine befallene Pflanze zu retten, scheint unmöglich. Bisher wurden die Bäume einfach verbrannt. Das erwies sich allerdings nicht als besonders effektiv, denn zu allem Überfluss kann der rote Käfer auch noch fliegen. So schwirrt er seelenruhig davon, wenn sein Heim brennt und sucht sich eine neue Palme. Die Käfer sind zudem extrem resistent gegen die üblichen Pflanzengifte. Nur ein vollkommener Kahlschlag konnte den Schädling bisher einigermaßen in Schach halten - also fällen, einpacken und dann verbrennen.





