(openPR) Vernissage am 12. Dezember um 19:00 Uhr - Die Ersetzung des Realen durch das Virtuelle, die Übersättigung durch die Medien und die allgegenwärtigen TV Bildschirme mit ihren Marketing messages – dies sind die Themen der neuen Arbeiten des niederländischen Künstlers Daniël van Nes. Spielend vermischt er religiöse Motive mit Sub- und Untergrundkultur, während die Hauptcharaktere seiner Arbeiten – Engel mit oder ohne Flügel – aus dem Garten vertrieben werden und sich mutterseelenallein im freien Fall befinden. Die Arbeiten von special guest Virginie Ropars bewegen sich zwischen Skulptur, Puppen, Modedesign ung Illustration. So bauen sie eine verträumte Realität auf, die zumeist starke weibliche Charaktere zum Mittelpunkt hat. Cliff Wallace, der sich in der Filmbranche für Special Effects bei Filmen wie Hellboy II, Mission Impossible, Kingdom of Heaven oder Black Hawk Down einen Namen gemacht hat, zeigt Skulpturen der anderen Art.
Daniël van Nes wurde in Belgien an der Royal Academy of Arts in Antwerpen ausgebildet. Urpsrünglich widmete er sich der Malerei, doch bald suchte er die Herausforderung und fand sie in der althergebrachten Technik des Holzschnittes. Bald entschied er sich, diese Technik mit einem neuen Medium zu verknüpfen: Plexiglas. Das Ergebnis seiner mühsamen und sorgfältigen Arbeit – oft arbeitet er einen Monat oder länger an einem relativ kleinen Bild – ist erst durch Licht zu würdigen und wurde des öfteren als “Lichtgravur” beschrieben. Van Nes funktioniert antike Glasgehäuse, die ursprünglich zur Aufbewahrung getrockneter Blumensträuße und anderer Andenken benutzt wurden, in Lampen mit einem magischen Effekt um: erst wenn man sie anmacht, kann man das Bild sehen, dass sie enthalten.
Van Nes’ neueste Werke sind eine Sammlung fallender und gefallener Engel, die ihre Flügel verlieren: eine Feder nach der anderen oder mit einem kräftigen Ruck. Die Faszination des Künstlers mit den Anfängen des Industriezeitalters und den gesellschaftlichen Veränderungen, die es mit sich brachte, spiegelt sich in seiner viktorianisch anmutenden Bildsprache wieder, deren Maschinen und seltsam anmutenden Apparate aber auch aus einer Geschichte von Jules Vernes stammen könnten: Futurismus, wie er im 19. Jahrhundert gesehen wurde. Van Nes’ Charaktere versuchen, das zu bewahren, was ihnen lieb ist, doch rinnt es ihnen unvermeidlich durch die Hände – genauso, wie es in der heutigen Zeit immer schwieriger wird, die Realität und die virtuelle Welt auseinander zu halten. Werbung ist die neue Religion, die Inhalte mit leeren Slogans und religiöse Ikonen mit Markenlogos ersetzt. Die Arbeiten Daniël van Nes’ beschäftigen sich mit Beichte und Absolution in einer Welt, in der Götter und Engel durch die Gesetze des Marktes ersetzt wurden – seine Konsumkritik versteckt sich in antik wirkenden Rahmen und echten antiken Behältern.
Special guest Virginie Ropars ist eine französische Künstlerin, die nach einem Abschluß als Grafikerin als 2D/ 3D Grafikerin für Computerspiele und die Cartoon-Branche gearbeitet hat. Sie bemerkte jedoch bald, dass es ihr beim Übergang zwischen der virtuellen und realen Welt wichtiger war, mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen, um die Verbindung mit ihrer inneren Vorstellungswelt zu bewahren. Letztendlich führte sie dieser Anspruch dazu, Puppen zu kreieren: verschiedene Materialien werden hier dazu benutzt, eine „traumhafte” Realität zu erschaffen. Ihre Figuren sind zumeist starke Frauenfiguren, die ungebeugt durchs Leben gehen – eine Vision menschlicher Natur, die nach dem Höchsten strebt und doch fest im dunklen Boden verwurzelt ist.
Cliff Wallace, der in England das Special Effects Studio Creature Effects mitbetreibt, ist massgeblich am Look solcher Filme wie Hellboy II, Mission: Impossible oder auch 28 Tage später beteiligt. Dass der Brite auch ausserhalb der Studios ein Künstler ist, beweisen seine Kreaturen - Skultpuren wie aus einer anderen Welt.
Fallen Angels – Daniël van Nes
Featuring Virginie Ropars + Special Guest Cliff Wallace Vernissage: 12. Dezember, 19:00 Uhr Die Ausstellung geht bis zum 1. Februar 2009
Strychnin Gallery macht Winterpause: 22. Dezember – 22. Januar 2009 Öffnungszeiten: Do - So 13:00 – 18:00 Uhr; Sa. Bis 19:00 Uhr













