(openPR) Genaue Kenntnis des technischen Zustandes der eigenen Fahrzeuge und Waffensysteme, Ausfall-/Zustandsprognosen für die zeitgerechte Einleitung der notwendigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten und die Durchführung von Missionsplanungen auf einer gesicherten Datenbasis, Verbesserung der Ausbildung von Fahrer und Bediener, Verringerung des Instandsetzungspersonals – das klingt nach unerfüllbaren Forderungen von Logistikern, fernab der Realität.
Diese Optimierung der gesamten Logistikkette haben sich die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH und die Rheinmetall Defence zum Ziel gesetzt und dafür das Konzept EmLo® (Embedded Logistics) fertig gestellt. Die beiden Unternehmen haben neben der Umsetzung eigener Ideen Lösungen aus der zivilen Automobilbranche aufgegriffen und für militärische Bedürfnisse weiterentwickelt.
Alle Automobilhersteller nutzen heute Systeme zur On-Board-Diagnose. Während des Fahrens werden verschiedene Teilsysteme eines Autos, etwa der Motor, kontinuierlich überwacht und wichtige Daten gesammelt. Auftretende Fehler und Fahrzeugzustände, bei Betrieb und Ruhe, werden gespeichert und können über genormte Schnittstellen ausgelesen werden. Die erfassten Daten dienen dabei beispielsweise als Grundlage für Auswertungen über die Produktqualität und zur Unterstützung der Produktentwicklung. Auf diese Weise lassen sich Entwicklungs-/Service-/Instandsetzungsprozesse optimieren; durch die Reduzierung von fehlerbedingten Stillstandszeiten (Ausfallzeiten) wird die Kundenzufriedenheit gefördert.
Diese Erfahrungen überträgt das Konzept EmLo® auf militärische Anforderungen. Die Instandsetzungstruppe und Instandsetzungsdienste werden durch den Einsatz von EmLo® gezielt bei der Durchführung ihrer logistischen Aufgaben im Umfeld der Fahrzeug- und Waffensystemen bei Betrieb, Instandhaltung und Ausbildung unterstützt.
Die in den Fahrzeug- und Waffensystemen der Bundeswehr bereits zur Verfügung stehenden Informationen werden so aufbereitet, dass sie optimal für die Unterstützung der Logistik genutzt werden können. Durch Integration zusätzlicher Hard- und Software sollen weitere, derzeit noch nicht vorhandene, Funktionalitäten geschaffen werden, um eine ganzheitliche und durchgängige Betrachtung fahrzeug- und waffensystemrelevanter logistischer Daten im Verbund mit den logistischen Informationsstrukturen des Anwenders aufzubauen.
Durch die ganzheitliche Betrachtung von fahrzeug- und waffensystemrelevanten Daten wird mit EmLo® die Möglichkeit geschaffen
• die Verfügbarkeit des Fahrzeug-/Waffensystems zu erhöhen
• die Materialerhaltungsaufwände zu verringern
• die schadensbedingten Ausfälle zu reduzieren
• die vorbeugenden Materialerhaltung besser zu planen
• die Versorgungskette besser zu steuern
• das Bedien-, Wartungs- und Instandhaltungspersonals zu entlasten und zielgerichtet zu unterstützen
• die Lebenswegkosten (LCC) zu senken und
• die Datenbereitstellung für Auswertungen, Zustandsprognosen, Flottenmanagement, Telemaintenance usw. zu ermöglichen.
Konzeptionell werden in die Betrachtungen auch bereits existierende logistische Daten mit einbezogen, um einen ganzheitlichen Ansatz zu ermöglichen. Die im Fahrzeug für logistische Zwecke auswertbaren Informationen werden über eine Schnittstelle ausgelesen, in ein zentrales Datenbanksystem (SASPF / SAP) übertragen und stehen dort für weitere Auswertungen und Anwendungen den verschiedenen Nutzergruppen zur Verfügung. Aus dem zentralen System können, aufgrund der dort vorhandenen übergreifenden Informationen, die Instandsetzungs- und Wartungsaufträge angesteuert oder erzeugt und die Versorgungskette angestoßen werden. Ebenso können die für jedes einzelne Fahrzeug wichtigen Informationen, die aufgrund einer waffensystemübergreifenden Auswertung ermittelt wurden, wieder in die Fahrzeuge zurück übertragen und dort weiter genutzt werden.
Die Schaffung von Transparenz bezüglich Einsatzfähigkeit von Fahrzeug- und Waffensystemen ist einer der wesentlichen Vorteile von EmLo®. Dies verdeutlicht folgendes Anwendungsbeispiel.
Zur Planung und Durchführung von Missionen sind detaillierte und aktuelle Informationen über die am Einsatz beteiligen Ressourcen erforderlich. Durch die Nutzung von EmLo® kann die Einsatzfähigkeit von Fahrzeug-/Waffensystemen unter Berücksichtigung der Missionsart, den Umweltbedingungen im Einsatzgebiet und dem aktuellen Betriebszustand prognostiziert werden. Infolgedessen können Instandsetzungsmaßnahmen bedarfsgerecht (Termin, Umfang, Zeit, Material, Mission) geplant und durchgeführt werden.
Beispielsweise ist im Rahmen der „Technischen Durchsicht“ eine Zahnkranz-Verschleißmessung durchzuführen. Das Ergebnis dieser Verschleißmessung wird in EmLo® protokolliert und kann zusammen mit den bereits aufgezeichneten Messwerten über alle typgleichen Fahrzeuge für Auswertungen über die weitere Nutzungsdauer verwendet werden. In Abhängigkeit von der geplanten Nutzung (Missionsplanung) kann somit entschieden werden, ob notwendige Wartungsmaßnahmen/Instandsetzungsarbeiten (Wenden, Erneuern) noch vor dem Einsatz durchzuführen sind.
Die ESG und Rheinmetall Defence haben gemeinsam bereits „Telemaintenance“ als einen Anwendungsbereich von EmLo® erfolgreich auf Messen präsentiert. Die Rheinmetall Defence war dabei unter anderem auf dem Forum Informationstechnik der DWT, November 2007 in Bonn Bad Godesberg, dem Fernausbildungskongress der Helmut-Schmidt-Universität, September 2007 in Hamburg und dem Telemaintenance Symposium der TSL (Technische Schule Landsysteme), Mai 2007 in Aachen „live“ mit verschiedenen Demonstratoren präsent. Rheinmetall Defence und ESG haben zudem die TSL maßgeblich bei der Realisation eines Telemaintenance Funktionsträgers unterstützt, der auf der diesjährigen ELROB ebenfalls „live“ erfolgreich vorgeführt wurde.









