(openPR) Die Wincanton GmbH feiert einen besonderen Geburtstag: Genau vor 100 Jahren wurde in Mannheim die „Rhenania Schiffahrts- & Speditions-Gesellschaft“ gegründet. Seitdem hat sich das Unternehmen zu einem der größten Logistikdienstleister in Europa entwickelt. Anlässlich der Feierlichkeiten fand am vergangenen Samstag an zwei Wincanton-Standorten in Mannheim ein Tag der offenen Tür mit einem bunten Rahmenprogramm statt.
Gefeiert wurde mit rund 3.000 Gästen sowohl auf dem Gelände der Wincanton Hauptverwaltung, wo sich sämtliche Geschäftsbereiche präsentierten, als auch auf dem Mannheimer Containerterminal. Zu den Hauptattraktionen gehörte neben Vorführungen aller Geschäftsbereiche auch ein Drachenbootrennen. Zusätzlich gab es Führungen über das Containerterminal. Auch ein abwechslungsreiches Angebot für Kinder war Teil des Programms. So gab es u. a. eine riesige Carrera-Bahn, eine Miniatureisenbahn und LKW-Rundfahrten. Abgerundet wurde der Tag der offenen Tür durch abwechslungsreiche Livemusik an beiden Standorten sowie zahlreiche Stände, die für das leibliche Wohl sorgten.
„Wir sind stolz auf die großartige Entwicklung unseres Unternehmens, die geprägt war durch manche geschichtlich bedingten Einschnitte, aber fast durchweg nach oben zeigt“, sagt Harry W. Dumser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wincanton GmbH. „Wir wollen diese positive Entwicklung weiter vorantreiben. Unser vorrangiges Ziel ist es derzeit, das Serviceportfolio für unsere Kunden weiter auszubauen.“ Dumser war jahrelang Geschäftsführer bei Rhenania Transport GmbH, die 2003 vom britischen Transport- und Logistikdienstleister Wincanton übernommen worden war.
Eine bewegte Geschichte
Das Unternehmen kann heute auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: 1908 kauften die Getreidehändler Jacob und Hermann Hecht im Mannheimer Hafen die Anlagen eines Spediteurs und gründeten die „Rhenania Schiffahrts- & Speditions-Gesellschaft“. Schon bald folgten weitere Niederlassungen in Basel, Duisburg, Straßburg, Rotterdam und Antwerpen. 1911 baute das Unternehmen ein neues Getreidesilo am Rhein – das damals modernste seiner Art. Nach dem Ersten Weltkrieg expandierte die Gesellschaft zu einem Konzern. Von Amsterdam bis München und von Basel bis Berlin entstanden neue Niederlassungen. Zur Unternehmensflotte gehörten inzwischen 100 Kähne und 20 Dampfer.
Den größten Einschnitt gab es während der NS-Diktatur: Direkt nach der Machtübernahme begann 1933 eine Kampagne gegen die jüdischen Gebrüder Hecht, die 1938 zur Enteignung des Unternehmens führte. Die Firmengründer flohen daraufhin in die USA. Doch direkt nach Kriegsende kehrten sie zurück und bauten die durch Kriegseinwirkungen stark zerstörten Anlagen wieder auf. Bereits Mitte der 50er Jahre gehörte der Transportkonzern zu den bedeutendsten privaten Binnenschifffahrtsunternehmen in Westeuropa.
Starke Umwälzungen kennzeichneten auch die 60er Jahre: Lkw und Schiene wurden immer wichtiger und der Container revolutionierte das Transportwesen. Rhenania war auch hier ein Vorreiter. 1968 wurde in Mannheim der erste Container umgeschlagen. Dazu kamen neue Bereiche wie die Luftfracht. Bereits 1967 wurde der heutige Bereich High-Tech aus der Taufe gehoben.
1973 entwickelte Rhenania als erstes deutsches Unternehmen ein komplettes Logistikprogramm für den Lebensmittelkonzern Knorr. Kurz darauf wurde der so genannte Ro-Ro-Service ins Leben gerufen. Bis heute gehen für den Kunden John Deere jährlich 30.000 Traktoren pro Jahr ab Mannheim per Binnenschiff auf die Reise zum Kunden.
Für den boomenden internationalen Handel wurden Mitte der 80er Jahre weitere Containerterminals in Betrieb genommen. 1989 wurde das Unternehmen dann von der britischen P&O übernommen und baute nach dem Mauerfall sein Filialnetz in Ostdeutschland auf. Ein weiteres Highlight war im Jahr 1993 der Bau eines hochmodernen Logistikzentrums im Mannheimer Hafen, das eine multimodale Verknüpfung von Lkw, Bahn und Schiff ermöglichte.
Mit 8.800 Mitarbeitern und 220 Standorten in Europa startete das Unternehmen ins neue Jahrtausend. Seine hohe Reputation, weite Verzweigung und leistungsstarke Technik machten es zu einem idealen Zuwachs für den britischen Transport- und Logistikdienstleister Wincanton, der das Unternehmen 2003 übernahm. Inzwischen hat sich Wincanton zu einem der bedeutendsten Logistikunternehmen in Europa entwickelt. In Deutschland bietet Wincanton mit seinen vier Bereichen Road, High-Tech, Intermodal und Solutions integrierte Supply Chain Lösungen an.







