Beluga Schools for Life gGmbH
Martin Mahlstedt
Schlachte 22
28195 Bremen
Über das Unternehmen
Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Seebeben in Südostasien wurde die Beluga School for Life im Süden Thailands im September 2006 feierlich eröffnet. Mit rund 1,5 Millionen Euro Startkapital hatte der Bremer Reeder Niels Stolberg im Februar 2005 den Grundstock für dieses beispielhafte private Hilfsprojekt gelegt. Über 120 Tsunami-Waisen und -Halbwaisen sowie in Not geratene Erwachsene haben in der Beluga School for Life in Na Nai bereits ein neues Zuhause gefunden. Das fertig gestellte Dorf bietet Platz für bis zu 240 Bewohner.
Vorbild für die „Beluga School for Life“ in Na Nai in der Nähe von Khao Lak ist eine bereits existierende ähnliche Einrichtung für Aids- und Flüchtlingswaisen im Norden des Landes bei Chiang Mai. Geistiger Vater beider Projekte ist der Pädagogikprofessor Jürgen Zimmer (FU Berlin). Prof. Zimmer hat auch die fachliche Leitung des Hilfsprojektes in Na Nai übernommen.
HINTERGRUND
Direkte und projektbezogene Hilfe
Im Februar 2005 - kurz nach der Tsunami-Katastrophe, die am 26. Dezember 2004 mehr als 220.000 Menschen in den Tod riss und 1,5 Millionen Menschen obdachlos machte - ist Niels Stolberg zum ersten Mal nach Thailand gereist. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Bremer Beluga Shipping suchte dort nach Möglichkeiten einer direkten und projektbezogenen Form der Hilfe. Der Kontakt zu Professor Zimmer und dem Projekt „School for Life“ war dabei über Christina Rau, Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Sonderbeauftragte des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder für die Partnerschaftsinitiative Fluthilfe, zustande gekommen.
Zwei Tage nach seiner Ankunft im Überschwemmungsgebiet entschloss sich Niels Stolberg, die volle Finanzierung für den Aufbau einer zweiten „School for Life“ für Tsunami-Opfer zu übernehmen und deren Betriebskosten für die nächsten zehn Jahre zu garantieren.
ENTSTEHUNG
Projektkoordination und Controlling vor Ort
Als geeignetes Grundstück wurde wenig später eine ehemalige Kokosplantage erworben. Die Bauarbeiten starteten im Juli 2005. Seit Mitte Mai 2005 kümmert sich ein deutscher Mitarbeiter vor Ort um Projektkoordinierung und Controlling. So ist sichergestellt, dass die zur Verfügung gestellten Gelder zu hundert Prozent in das Projekt fließen. Mit der Gründung der Trägergesellschaft nach thailändischem Recht im Oktober 2005, der Beluga S.L. (Ltd.), wurde das Projekt dauerhaft im Land verankert. Die Limited ist Eigentümerin von Grundstück und Gebäuden.
Auf spielerische Art lernen
Der Schulbetrieb der ersten sechs Klassen startete im Mai 2007 mit Beginn des neuen Schuljahres. Gut vierzig Erwachsene, darunter Pädagogen und psychologisch geschulte Mitarbeiter, betreuen und unterrichten die Kinder. Sie leben mit ihnen gemeinsam in kleinen, familienähnlichen Gruppen. Die pädagogische Betreuung ist so konzipiert, dass die Kinder auf spielerische Weise gefördert werden, unternehmerische Ideen zu entwickeln. Dazu zählt auch die gemeinsame Planung und Durchführung kleiner Projekte in den Bereichen Tourismus, Fischerei oder Landwirtschaft. Auf diese Weise können sie auf eine spätere eigene berufliche Existenz vorbereitet werden.
Prominente Botschafter
In Thailand findet das Projekt nicht erst seit dem Besuch der thailändischen Kronprinzessin Sirindhorn als beispielhafte Form privater Initiative große Beachtung. Die UNESCO hat das zugrunde liegende Konzept als „besonders wertvoll“ klassifiziert.
Als Botschafterin zugunsten des Projekts konnte eine Schauspielerin gewonnen werden, die sich schon seit einiger Zeit aktiv für die UNESCO engagiert: Susanne Gärtner. Sie spielte die Hauptrolle in der ZDF-Telenovela „Julia – Wege zum Glück“. Neben der Schauspielerin engagieren sich auch Tim Borowski, Fußballprofi und vielfacher deutscher Nationalspieler und Miriam Pielhau, TV-Moderatorin und Journalistin, als Botschafter für die Beluga School for Life.
KONZEPT
Beluga School for Life
Die Beluga School for Life wurde auf dem Areal einer ehemaligen Kokosplantage ganz in der Nähe des kleinen Dorfs Na Nai („Dorf im Reisfeld“) erbaut, in einem von Bergen umgebenen kleinen Tal, etwa 15 Kilometer entfernt von Khao Lak. Neben festen Wohn- und Unterrichtsgebäuden für die Kinder und Erwachsenen umfasst das Projekt
? einen Kindergarten,
? ein Informationszentrum und Museum,
? Schulungswerkstätten,
? ein Amphitheater für Veranstaltungen und Aufführungen,
? einen Sportplatz,
? Kantine und Besucherrestaurant mit Küche, Bäckerei und sonstigen Versorgungseinrichtungen,
? Flächen für den Anbau von Obst und Gemüse sowie
? einen Gästebereich mit Pool und Wellnesseinrichtungen
Die Lernorte
Die Beluga School for Life will ihren Kindern eine herausragende Bildung zukommen lassen. Anders als in den staatlichen Schulen wird Wissen anhand von realitätsnahen Problemstellungen vermittelt. Der Unterricht orientiert sich nicht an Schulfächern, sondern findet in so genannten Centers of Excellence statt. Das sind thematisch umgrenzte Lernorte– und labors, die akademisches Wissen und Erfahrung vereinen. Dabei werden Inhalte des staatlichen Lehrplans in das Curriculum übernommen und in den Centers angewendet. Die Schule startete im Mai 2007 mit Beginn des neuen Schuljahres.