(openPR) Nicht nur “autochthon” deutsche Urlauber, auch türkischstämmige sogenannte „Deutschländer“ (Almanci) leiden unter überhöhten Preisen, die man ihnen beim Urlaub in der Türkei abverlangt, und fühlen sich häufig betrogen.
„Es macht uns traurig, daß wir von den Händlern als eine Gans betrachtet werden, die es zu rupfen gilt,“ klagen türkischstämmige Urlauber aus Europa, die in der Türkei Urlaub machen, laut einem Bericht der Lokalzeitung Yeni Alanya. Sie fühlen sich in der geliebten „Heimat“ häufig betrogen.
So bedauert auch Ayse Yüksel, die aus Berlin zum Urlaub in Alanya angereist ist: „Man verhält sich so, als ob wir in Deutschland Euros selbst drucken würden. Dabei weiß man doch, unter welchen Bedingungen wir in Deutschland leben. Wir kommen dort gerade mal so über die Runden. Dennoch wollen wir auch etwas für die türkische Wirtschaft beitragen. Wir haben das, was wir hier im Urlaub erleben müssen, nicht verdient. Will man in einem Lokal etwas essen, gibt es unterschiedliche Preise für Türken und Ausländer. Und wenn man merkt, daß wir aus dem Ausland kommen, werden auch wir wie Ausländer behandelt.“
Ähnlich sieht das auch Yasemin Tufur, die zusammen mit ihrem Sohn Can zwei Wochen Urlaub in Alanya macht: „Leider kümmert man sich viel weniger um Türken als um Ausländer. Ich habe ein T-Shirt gekauft, und als ich ins Hotel kam, merkte ich, daß es eine Kopie war. Ich wollte es dann zurückgeben, aber man hat es nicht angenommen, weil ich keinen Kassenzettel hatte. Aber den hatten sie mir sowieso nicht gegeben! Als ich es dann gewaschen habe, ist es sofort ausgebleicht.“
„Deutschländer“ klagen vor allem auch darüber, sowohl in Europa als auch in der Türkei als „Fremde“ behandelt zu werden. So auch Serhan Erdal aus der Schweiz: „Mein Vater ist 1955 aus Konya in die Schweiz migriert, wo ich geboren wurde. Doch meine eigentliche Heimat ist die Türkei. Wir werden in der Schweiz als Fremde behandelt. Dann kommen wir einmal pro Jahr in die Türkei in den Urlaub, und werden auch dort als Fremde behandelt. Dazu gehört auch, daß man von uns höhere Preise fordert. Es macht mich total traurig, im eigenen Land als Fremder behandelt zu werden.“
Ähnliche Erfahrungen hat auch seine Bekannte Meltem Genç gemacht: „Wenn wir hier einkaufen, sagen die Händler oft, wir seien Türken, deshalb würden sie uns günstigere Preise geben. Doch manche wollen keine türkischen Kunden. Wir achten darauf, hier nur Türkisch zu sprechen, denn wenn wir Schweizerdeutsch sprechen, steigen die Preise sofort. In vielen Geschäften gibt es kein Preisetiketten, da muß man dann handeln.“











