(openPR) MÜNCHEN/BONN - Fünf Ringe in Anlehnung an die von Pierre Coubertin erfundenen Symbole bilden die Klammer für die von Waltraud Waldherr initiierte Zeitreise durch die Geschichte der Olympischen Spiele. Die Arbeiten bestehen aus jeweils 70 Zentimeter Durchmesser großen eingerahmten Ring-Bildern mit fünf Stationen. Zu sehen sind die Werke der in Fürstenzell bei Passau geborenen Künstlerin erstmals bei der Ausstellung „Frauen bei Olympia“ im frauenmuseum Bonn. 41 internationale Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen haben ihren Beitrag zur olympischen Idee geleistet, der von 19. August bis 9. November 2008 zu sehen ist.
Waltraud Waldherrs kleine Zeitreise ist ein kurzer Abriss der für Sie relevanten olympischen Daten. Verarbeitet hat sie eine Mischung so bunt wie die olympischen Ringe: Holz, Papier, Dispersion, Kreiden, Farbstifte, Leim oder alten Fahrradmänteln. Der erste Ring Ihrer Installation greift den Gedanken der Frauenwettkämpfe auf und stellt eine Tänzerin des antiken Griechenlands ca. 500 v. Chr. dar. Dieser Ring in Form einer mykenischen Figur steht am Boden und soll die Strenge der angeordneten Ringe durchbrechen. „Frauen haben in der Antike bei den Hera-Spielen eine bedeutendere Rolle gespielt – auch wenn sie ihre eigenen Festspiele gehabt haben“, sagt Waldherr.
Zweite Station sind die ersten Wettkämpfe der Neuzeit 1896 in Athen. Baron Pierre de Coubertin hatte die neue olympische Bewegung gestaltet: von Männern erfunden, für Männer gemacht! Seine Devise: „Frauen haben in der olympischen Arena nichts verloren.“ Der Widerstand richtete sich nicht nur gegen die Beteiligung von Frauen am Sport; es war vielmehr ein Widerstand gegen die „Emanzipation“ selbst.
Der dritte Ring ist den zweiten Olympischen Spielen 1900 in Paris gewidmet. Es ist erstmals so weit: 17 Sportlerinnen treten bei den Wettkämpfen an. Sport tut Frauen gut – Frauen tun den Sport und noch mehr der politischen Propaganda gut, so in der vierten Station 1936 in Berlin. Dort wird der Fackellauf eingeführt. Marathonläufe sind von der Streckenführung her die am weitesten entfernten Distanzen, die Sportler/innen zurücklegen müssen. So ist es doch nicht verwunderlich, dass es auch im Olympischen Zeitablauf einer langen Distanz bis zu den Spielen 1984 bedarf, um auch Frauen an dieser Wegstrecke als vollwertige Läuferinnen anzuerkennen.
Zur Ausstellung: Frauen bei Olympia, Ausstellung im frauenmuseum - Im Krausfeld 10 – 53111 Bonn, vom 19. August bis 9. November 2008. Die Ausstellung wird am 17. August um 12 Uhr mit Marianne Pitzen, Direktorin des frauenmuseums, Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfahrt, Olympiasiegerin Franziska Gude, Paralympicsiegerin Bianca Vogel, Dr. Britt Dahmen (DSHS Köln), Projektleiterin Gudrun Angelis eröffnet. Die Ausstellung zeigt auf 3000 qm die Entwicklung und Auseinandersetzung über die Beteiligung von Frauen an den Olympischen und Paralympischen Spielen. Rund 40 Künstlerinnen sind mit olympiabezogenen Installationen, Malereien, Fotografien, Skulpturen und Videos an der Ausstellung beteiligt. Sie haben sportliche Ereignisse mit persönlichen Lebensgeschichten verbunden und lassen individuelle Interpretationen zu.www.frauenmuseum.de











