(openPR) „Mein anderer Sohn“ von Hilde Kuhn - Neuerscheinung am 1. Oktober 2008
Autobiografische Einblicke in ein dramatisches Familienschicksal
Brad Pitt und Angelina Jolie, Madonna, Thomas Gottschalk, Günther Jauch – die Liste der Prominenten, die ein Kind adoptiert haben, ist lang. Adoption scheint en vogue. Doch die „Annahme als Kind“, wie Adoption im Juristendeutsch heißt, ist oft problematischer als es die Schlagzeilen in der Boulevardpresse vermuten lassen. Denn Adoption heißt vor allem eins: eine große menschliche Herausforderungen für alle Beteiligten. Und das für viele Jahre. Wie sich die neue Familie formiert, wie Eltern damit umgehen, wenn plötzlich Schwierigkeiten mit dem Adoptivkind auftreten und welche Rolle die Behörden als oberste Instanz über Wohl und Wehe des Kindes spielen, erzählt Hilde Kuhn in ihrem Buch „Mein anderer Sohn“. Sehr eindringlich und persönlich beschreibt sie ihr Leben mit einem neuen Sohn, das sich alle Familienmitglieder anders vorgestellt hatten.
„Mein anderer Sohn“ von Hilde Kuhn aus dem Genre „Erzähltes Leben“ lässt den Leser im Tagebuchstil am Familienschicksal teilhaben. Und alles beginnt viel versprechend: Als ihr leiblicher Sohn Constantin zehn Jahre alt ist, nehmen die Kuhns den siebenjährigen David vorerst zur Pflege auf. Doch das Glück hält nicht lange an, die Schwierigkeiten beginnen: nächtliche Panikattacken, schlechte Schulleistungen, kleinere Diebstähle auch innerhalb des Familienkreises, Verdacht auf Missbrauch in der Ursprungsfamilie, Drohungen des Jugendamts. Aus dem lange ersehnten Adoptivsohn wird ein Problemkind. Die Familie hält der Belastung nicht stand und zerbricht, als David 13 Jahre alt ist. Die Situation verschärft sich. Massive Probleme mit Schule und Lehrstelle, permanente Diebstähle, zunehmender Drogenkonsum und in der Folge Schulden sowie Verlust der eigenen Wohnung, abgebrochene Drogentherapie – David scheint am Ende, nur seine Mutter gibt die Hoffnung nicht auf…
Hilde Kuhn gelingt es, persönliche Erfahrungen, intensive emotionale Erlebnisse und sachliche Aspekte zu einem packenden Buch über Adoption zu verarbeiten. Dabei spricht sie Themen an, die selten im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen: völlig überlastete Familien, in denen Kinder die ersten Jahre ihres Lebens unter unwürdigen Bedingungen aufwachsen müssen; Behörden als Schaltzentrale der Macht über das Kinderschicksal, die ihrer Verantwortung häufig nicht gerecht werden und mitunter völlig versagen; hilflose Adoptiveltern, die mit den großen Problemen des Wunschkindes überfordert sind. „Mein anderer Sohn“ zeigt Adoption von einer weniger angenehmen Seite: ohne Anspruch auf Repräsentativität, aber mit der Absicht, mehr Licht auf unbequeme Realitäten und haltlose Zustände in Deutschland zu werfen.










