(openPR) Nur noch ein Sieg hätte gefehlt, um sich Europas Krone im Junioren-Handball aufzusetzen. Es sollte aber nicht sein und letztendlich verloren die Junioren das Finale am vergangenen Wochenende mit 21:26 gegen den neuen Europameister Dänemark. handballfactory.com sprach mit den beiden Jung-Löwen Patrick Groetzki und Matthias Baur über die EM und die nun beginnende Vorbereitung zur neuen Saison.
handballfactory: Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Vize-Europameister-Titel, wobei Ihr Euch sicherlich am Ende den Titel erhofft habt, oder?
Baur: Danke, aber wenn man im Finale steht, dann will man es auch gewinnen und vor mir läuft gedanklich noch immer das Spiel wie ein Film ab. Trotz allem denke ich, dass wir sehr stolz sein können, mit dem was wir erreicht haben.
Groetzki: Ja, stolz können wir sein, aber zufrieden sind wir nicht. Wir haben nicht die Leistung abgerufen, wie wir sie im Halbfinale gegen die Schweden gezeigt hatten. Dennoch war es eine tolle Leistung der Mannschaft, bis ins Finale zu kommen.
handballfactory: Was waren schlussendlich die ausschlaggebenden Punkte für die Niederlage?
Groetzki: Na ja, wenn man die Dänen gesehen hat, dann hat man gemerkt, dass sie bereits mit der ähnlichen Mannschaft im Jugend-Finale der WM und EM standen. Sie hatten da etwas mehr Ruhe im Spiel und waren auch etwas cleverer als wir. Aber wir haben sicherlich gezeigt, dass wir durchaus mit den Top-Nationen mithalten können.
Baur: Wir haben einfach einen schwarzen Tag erwischt. In der Abwehr standen die Dänen sehr sicher und im Angriff haben wir einige Bälle leichtfertig verschenkt, was bei einem solchen Spiel eben nicht passieren darf.
handballfactory: Ihr seht das sehr realistisch, aber Eure Enttäuschung ist deutlich sichtbar. Dennoch wurde Euch beiden eine gute Leistung bescheinigt: Matthias mit einem sehr starken Halbfinale gegen Schweden und Patrick erhielt sogar den Titel des MVP – Glückwunsch hierzu!
Baur: Ich hatte anfangs etwas Probleme in das Turnier zu kommen, aber dann lief es immer besser. Gegen Schweden hatte ich dann einen recht guten Tag und es freut mich natürlich, wenn mir andere Leute sagen, dass ich ein tolles Spiel gemacht habe. Aber lieber hätte ich alle Spiele mit einer sehr guten Leistung abgeliefert und dann noch das Finale gewonnen.
Groetzki: Mir geht es ähnlich. Ich konnte es kaum glauben, als man meinen Namen aufgerufen hat und sagte ich sei MVP. Ich war noch so enttäuscht über das verlorene Finale. Zwar ist es persönlich sicherlich das Maximum was man erreichen kann, aber ich hätte auf den Titel gerne verzichtet und lieber mit meinem Team die Europameisterschaft gewonnen. Ich denke, ich muss ein paar Tage darüber schlafen und dann werde ich mich sicherlich auch wahnsinnig über die Silbermedaille und den MVP-Titel freuen.
handballfactory: Ihr Beide hattet kaum Pause und jetzt geht es wieder in die Vorbereitung bei den Rhein-Neckar-Löwen und für Matthias zusätzlich noch bei der HG Oftersheim/Schwetzingen. Das heißt, ohne Pause in eine harte Vorbereitung. Kann man da so schnell umschalten?
Baur: Ich muss das alles erst mal ein paar Tage verarbeiten, aber dann geht es mit vollem Einsatz in die Vorbereitung. Da heißt es den Schalter umlegen und alles für Oftersheim/Schwetzingen geben und versuchen, zusätzlich bei den Rhein-Neckar-Löwen so viel wie möglich zu lernen. Ich freue mich wahnsinnig auf beide Teams und hoffe, dass ich meinen Teil für eine erfolgreiche Saison bei der Oftersheim/Schwetzingen beitragen kann.
Groetzki: Das ist das erste Mal für mich, nach einer Bundesliga-Saison gleich zu einer Junioren-EM zu fahren und wieder unmittelbar ins Mannschaftstraining einzusteigen. Aber ich freue mich auf die neue Saison. Wir haben starke Spieler in die Mannschaft zu integrieren und wir müssen versuchen, eine Basis mit den Spielern zu schaffen, die nicht bei den Olympischen Spielen dabei sind.
handballfactory: Du sprichst es an, dass Ihr starke Spieler in die Mannschaft bei den Rhein-Neckar-Löwen bekommen habt. Mit Jan Philip hast du einen neuen „Partner“ für die rechte Außenposition erhalten. Was bedeutet das für Dich?
Groetzki: Zunächst bedeutet es, dass der Verein sich sinnvoll verstärkt hat und einen der besten Torschützen der Liga verpflichtet hat. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Jan auf dieser Position zu spielen und ich bin mir sicher, dass ich von ihm noch sehr viel lernen kann. Ich werde mich erneut in den Dienst der Mannschaft stellen, denn wir haben dieses Mal unsere Ziele höher gesteckt als im vergangenen Jahr. Ich bin mir sicher, dass ich auch in dieser Saison meine Chancen bekommen werde.
handballfactory: Vor allem die Champions League ist eine neue Aufgabe für den jungen Verein…
Groetzki: Richtig - die Champions League wird eine wesentlich größere Herausforderung als es der Europacup im letzten Jahr war. Ich freue mich darauf, dass wir uns mit den besten Teams Europas messen können.
handballfactory: Matthias, in Oftersheim/Schwetzingen backt man da schon kleinere Brötchen und man möchte den Klassenerhalt schaffen. Nun bist Du einer von zwei Torhütern dort und du wirst deine erste Zweitligasaison spielen. Wie lauten Deine Ziele?
Baur: Ich werde alles geben, um mit dem Verein die gesteckten Ziele zu erreichen. Natürlich hoffe ich, dass ich die Erfahrungen auch aus dem Training mit Slavomir Szmal und Henning Fritz in den Spielen mit Oftersheim/Schwetzingen einbringen kann. Ich möchte alles wie ein Schwamm aufsaugen und soviel wie möglich lernen. Man gibt mir die Chance in der zweiten Liga zu spielen und mit zwei der weltbesten Torhüter zu trainieren. Wer weiß, vielleicht darf ich ja mal auf der Bank bei den Rhein-Neckar-Löwen sitzen. Aber auch so ist das für mich der absolute Wahnsinn.
handballfactory: Letzte Frage: Schauen wir kurz nach Peking, wo sich unsere Handball-Nationalspieler mit den anderen Nationen bei den olympischen Spielen messen. Wie schätzt ihr deren Chancen ein?
Baur: Nach der Silbermedaille 2004 wäre es doch schön, wenn sie mit Gold nach Hause kommen würden.
Groetzki: Es ist schon wahnsinnig schwer das Viertelfinale zu überstehen. Hier rächt sich dann die „vermeintlich leichtere“ Vorrundengruppe, denn ab dem Viertelfinale kommen nur noch Brocken wie Spanien, Kroatien, Frankreich oder Polen auf unsere Nationalmannschaft zu. Es ist aber eine tolle Mannschaft, eine Einheit, die als Team überzeugen kann, daher traue ich dem Team das Finale zu.
Das Interview führten Eva Luber und Wolf Diesing (handballfactory.com)
Dieses Interview finden Sie auch im Internet unter: www.global-mmk.com
Belegexemplar erbeten – Abdruck honorarfrei. Bildmaterial können Sie unter










