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elf vor zwölf

04.08.200817:22 UhrKunst & Kultur
Bild: elf vor zwölf
Lucas Hoffmann, 2008
Lucas Hoffmann, 2008

(openPR) Elf vor zwölf ist ein zweifaches Debut, zum einen als erste Gruppenausstellung der Klasse Eva Bertram, zum anderen als erste Abschlusspräsentation der 2007 gegründeten Neuen Schule für Fotografie, die aus der renommierten Fotoschule am Schiffbauerdamm hervorging und deren Träger heute die Internationale Akademie für Photographie e.V. ist.

Elf vor zwölf zeigt fotografische und filmische Ergebnisse aus eineinhalb Jahren intensiver Auseinandersetzung mit persönlichen Themen. Was die Elf der ersten Abschlußklasse der Neuen Schule für Fotografie im Blick haben, zeigt ihre Ausstellung im Projektraum 1 des Künstlerhaus Bethanien in Berlin.

Paula da Silva fotografierte Tänzer, Prostituierte und Erotikdarsteller, und blendete dabei aus, wofür die Protagonisten dieses Geschäfts gemeinhin stehen – ihren verfügbaren Körper. Maria Beate Effertz ist angezogen von Leerstellen und Freiräumen und begibt sich fotografisch und zeichnerisch auf die Suche nach dem Schnipsel zwischen Zeit und Raum. Cordula Gieses Familie ohne fotografisches Gedächtnis war für sie der Auslöser einer filmischen Reise ins ‚gelobte Land’, der polnischen Heimat ihrer Eltern. Durch die Flucht gerettete Gegenstände hält Giese archivarisch fest. Lukas Hoffmann fotografiert seine installativen Eingriffe im öffentlichen Raum, mit denen er auch Fragen nach der Privatisierung von städtischen Flächen aufwirft und Farbwirkungen untersucht. Sören Krajci beschäftigt sich in seiner Arbeit mit dem Bei-sich-Sein, kurzen Momenten des Innehaltens: “Wenn auch nur vorübergehend, oft nur für einen Augenblick, und zuweilen mit einer schwer durch Worte zu beschreibenden Intensität nehmen wir einander wahr.” Hermann Loew lauscht der Sprache der unbelebten Gegenstände, die sich aus dem Gewohnten heraus zu schälen scheinen. Ein leises, unheimliches Spiel zwischen Übersehen und Wahrnehmen. Michael Martin, vorübergehend von Krebs geheilt, untersucht mittels Detailansichten die hiesige Friedhofskultur. Hierbei verschränkt sich sym¬bolisch Aufgeladenes mit der Funktionalität der Grabpflege. Maria Schiffer, fasziniert von der Parallelwelt hinter den Bühnen, portraitiert Momente des Übergangs – zwischen Inszenierung und Authentizität. Patrick Schlimme spürt in seinen grobkörnigen Bildern der nächtlichen Flüchtigkeit und Zufälligkeit nach. Seine anonymen Gestalten wirken wie aus der Zeit gerissen. Gilbert Wedam, zu seiner Arbeit durch eine zufällige Begegnung in einem ihm fremden Wohnhaus inspiriert, nähert sich in sehr persönlichen Bildern der Seele dieses städtischen Mikrokosmos. Johanna Wunderlich entwirft im Sinne E.T.A. Hoffmanns “Phantasie als wahres Sehen” ihre poetischen Bilderwelten. „Ich will in seine Geschichten eintauchen und schauen, was ich dann in meiner Umgebung sehe.“

Zur Eröffnung am 26. September um 20 Uhr sprechen Prof. Manfred Schmalriede, Internationale Akademie für Photographie und Stéphane Bauer, Kulturamt Kreuzberg. Die KünstlerInnen sind anwesend.

Beteiligte FotografInnen: Paula da Silva, Maria Beate Effertz, Cordula Giese, Lukas Hoffmann, Sören Krajci, Hermann Loew, Michael Martin, Maria Schiffer, Patrick Schlimme, Gilbert Wedam, Johanna Wunderlich.

Ausstellungsdauer: 27. September - 12. Oktober 2008

Künstlerhaus Bethanien, Projektraum 1, in Kooperation mit dem Kunstamt Kreuzberg, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

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