(openPR) Martin Beyer. Wenn man mit Hilfe der Sonne Strom produziert, nennt man das in Fachkreisen Photovoltaik. Durch die Förderungen, die über die jeweiligen Energieversorger seit einigen Jahren gezahlt werden, sind die so genannten Photovoltaik(PV)-anlagen in Vieler Munde. Möglich machte dies das EEG, das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“, dass im Jahr 2004 das bis dahin gültige 100.000 Dächer Programm ablöste.
Das EEG hat zum Ziel, erneuerbare Energien zu fördern, neben dem Solarstrom, sind dies unter anderem Förderungen für die Produktion aus Biomasse, wie etwa über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) oder der reinen Biomassenutzung, und auch die Wind –oder Wasserkraftnutzung.
Das EEG stellte sich im Jahr 2004 als ein bestechend einfaches und klar zu lesendes Gesetz dar, in dem jeder auf einen Blick sehen konnte, welche Förderung für welche Anlagen und Anlagengröße zu erzielen war.
Anlagetypen:
Hierbei unterschied das Gesetz nach drei Anlagearten: Aufdachanlage, Fassadenanlage oder Freifeldanlage. Während Fassaden- und Freifeldanlagen für den privaten Bauherrn und viele kleinere Unternehmen eher uninteressant zur Installation waren, fanden die dachinstallierten Anlagen deutlich größere Resonanz. Dachflächen von Wohnhäusern und Betrieben wurden mit ihnen bestückt und bekamen ab dem Zeitpunkt, ab dem sie zum ersten Mal Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisten, einen garantierten Vergütungssatz, je produzierter Kilowattstunde (kWh) Strom.
Entscheidend für gute Erträge sind hierbei mehrerer Faktoren.
Eine gute und unverschattete Ausrichtung der genutzten Dach- oder Fassadenflächen nach Süden, die Dachneigung und die allgemeine Sonneneinstrahlung am Standort. Dabei existiert auch bei der Sonneneinstrahlung in Deutschland ein Nord-Süd-Gefälle.
Sofern man es nicht weiß, kann man bei Interesse die Dachneigung seines Hauses und eine Abweichung von der Südachse aus den Bauplänen entnehmen. Weiter lässt sich die Sonneneinstrahlung anhand des Solarstrahlungsatlas für den geplanten Installationsstandort abgelesen.
(zu bestellen oder nachzuschlagen unter www.photon.de)
Im Vorfeld zu klären:
Mit diesen Informationen lassen sich dann schon die ersten Anfragen bei einem Solarinstallationsbetrieb, stellen. Wichtig wird dann noch ob die vorgesehene Dachfläche das zusätzliche Gewicht der PV-Anlage tragen darf. Hierzu ist ein Blick in die Statik, sofern vorhanden, erforderlich oder aber eine Nachbemessung unter der neuen Last. Das wird umso wichtiger, je flacher geneigt die zu installierende Dachfläche sein wird.
Dach gefunden, Statik OK, PV-Angebot akzeptabel und die Module sind verfügbar – hurra es kann losgehen!?
Bedingt, denn wie wirtschaftlich wird die Investition denn nun?
Ausrichtung:
Während bei exakter Südausrichtung ein Dach sogar einen Neigung von 50° haben kann, ohne große Einbußen hinzunehmen, hat ein Dach mit Ost- oder Westausrichtung, bei einer optimalen Dachneigung von rund 30° nur noch eine Leistungsausbeute von circa 85%.
Die ertragsreichsten Jahre sind dabei nicht die Jahre, die besonders heiß sind, sondern die Jahre, in denen es vergleichsweise normale Sommertage und sehr vielen sonnigen Wintertagen gibt. Das erklärt sich damit, dass beispielsweise bei sehr heißen Sonnentagen die Module überhitzten und somit der Wirkungsgrad deutlich sinkt.
Einflussfaktoren:
Neben der Dachneigung, der Südausrichtung und dem Standort spielen für einen optimalen Ertrag aber auch die richtig dimensionierten Kabelquerschnitte und die passend ausgelegten Wechselrichter eine entscheidende Rolle und speziell bei den Wechselrichtern ist darauf zu achten, dass diese weder zu schwach, noch zu üppig dimensioniert werden.
Auch die übrigen Komponenten, wie Kabelquerschnitte, Kabellängen, Strecke bis zum Wechselrichter, Einspeispunkt ins öffentliche Netz haben einen wesentlichen Einfluss auf einen optimale Stromausbeute und letztlich auf die Effizienz der gesamten Anlage.
Um eine dauerhaft maximale Rendite mit der Solarstromanlage zu erwirt-schaften, sollten die gesamten Bauteile vor der Installation durch einen Fachmann ausgelegt und während der Bauphase auch kontrolliert werden.
Wer hier falsch spart, schadet sich schließlich am meisten.
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In der unten angeführten Tabelle sehen Sie die aktuellen Fördersätze für das Jahr 2008, dass die Förderung für Dachflächenfassaden und Freiflächen-anlagen unterscheidet, je nach Größe der unterschiedlichen Einlageleistungen.
Abschließend sei noch angemerkt, dass die unten angegebene Fördersätze nur noch für das Jahr 2008 gelten. Mit der neuen Novelle des EEG, die am 01.01.2009 in Kraft tritt, wird es größere Veränderungen in der Förderung geben. Dann ist davon auszugehen, dass die aktuelle Degression weit mehr als 5% betragen wird. Nach dem aktuellen Einwurf des Bundesumweltministeriums (BMU) ist zum Teil mit Abschlägen zwischen 7% und knapp 10% zu rechnen.
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Die Förderung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz für das Jahr 2008 in der Übersicht:
Hinweis : Diese Fördersätze gelten für die Dauer von 20 Jahren ab dem Tag der Inbetriebnahme.
EEG-Förderung 2008 (Quelle: www.das-baustudio.de)
Anlagen auf Dachflächen
( die gleichen Sätze gelten für Anlagen die an Lärmschutzwänden montiert sind )
Jahr der Inbetriebnahme bis 30 kW in ct/kWh über 30 kW in ct/kWh ab 100 kW in ct/kWh
2008 46,75 44,48 43,99
2009 44,41 42,26 41,79
2010 42,19 40,14 39,70
2011 40,08 38,14 37,72
2012 38,08 36,23 35,83
2013 36,18 34,42 34,04
Fassadenanlagen
Jahr der Inbetriebnahme bis 30 kW in ct/kWh über 30 kW in ct/kWh ab 100 kW in ct/kWh
2008 51,75 49,48 48,99
2009 49,41 47,26 46,79
2010 47,19 45,15 44,70
2011 45,08 43,14 42,72
2012 43,08 41,23 40,83
2013 41,18 39,42 30,04
Freiflächen- und sonstige Anlagen
Jahr der Inbetriebnahme in ct/kWh
2008 35,49
2009 33,18
2010 31,02
2011 29,00
2012 27,12
2013 25,36
2005 43,42
Zusammenfassung:
Dachneigung: 28 bis 45°
Ausrichtung: Südausrichtung plus/minus 30° Abweichung
Investitionskosten: ca. 5.000 € je Kilowatt peak Leistung
Flächenbedarf: ca. 9 m² je Kilowatt peak Leistung
Rechenbeispiel:
Ein Solardach für ein Wohnhaus mit einer circa 60 m² großen PV Anlage erwirtschaftet eine Leistung von circa 7 kW peak (kWp.
Der Ertrag je Kilowatt peak liegt bei circa 850 kWh pro Jahr. Daraus ergeben sich knapp 6000 kWh Stromleistung oder rund 3000 € pro Jahr. Für die garantierte Einspeisevergütung für den Zeitraum von 20 Jahren ergibt dies einen Ertrag von knapp 60.000 €.
Zu berücksichtigen ist jedoch, die Verzinsung für das KfW-Darlehen in Höhe von circa 4,1-4,5% und der Versteuerung der Anlagengewinne.
Anmerkung:
Ein KfW -Darlehen ist in den ersten beiden Jahren tilgungsfrei und ist innerhalb von 10 Jahren zurückzuzahlen.
Förderinfos:
Förderung über die KfW-Förderbank: Programm "Solarstrom erzeugen"
Informationen zur Antragstellung sind bei den jeweiligen Energieversorgungsunternehmen: www.uewag.de
weiterführende Infos:
ferner werden über das EEG gefördert:
Strom aus Wasserkraft, Biogas, Biomasse, Geothermie und Windkraft









