(openPR) Biotechbranche jetzt massiv stärken
Zur Vorlage des Biotechnologiereports 2004 von Ernst & Young erklären die forschungspolitische Sprecherin, Katherina Reiche MdB, und der Beauftragte für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich MdB:
Nach den neuesten Zahlen sind 2003 zwar erstmals die Verluste der Biotechnologiebranche rückläufig, doch wichtige Kennzahlen - Mitarbeiter, Umsatz und FuE-Ausgaben - zeigen immer noch nach unten. Die Talsohle ist erreicht, aber noch nicht durchschritten. Notwendig ist es deshalb, die Biotechbranche jetzt massiv zu stärken, damit das Wachstumspotenzial dieses Zukunftsbereichs für Deutschland ausgeschöpft werden kann.
In anderen Ländern, wie USA und Großbritannien, ist man weiter: es wird mehr für die Forschung getan, der Wagniskapitalmarkt ist besser entwickelt, die Unternehmen haben mehr Produkte in der Nähe der Marktreife und die Grüne Gentechnik ist in der Anwendung.
In Deutschland sind wertvolle Jahre verloren gegangen, weil versäumt wurde, die nach dem Bio-Regio-Wettbewerb in den 90er Jahren entstandenen Bioregionen zu wirklichen Wachstumskernen weiter zu entwickeln.
Wir brauchen jetzt eine echte Biotechnologiestrategie, die in allen Bereichen die Rahmenbedingungen optimal gestaltet.
Die Grundlagenforschung muss gestärkt werden. Es ist kontraproduktiv, dass die Finanzierung des Genomforschungsnetzes um 25 Prozent zurückgefahren wird. Bereits in diesem Jahr werden die Mittel um 17 Mio. Euro gekürzt. Bis 2007 stehen nur 135 Mio. Euro zur Verfügung. Experten sprechen aber von einem Mittelbedarf von mindestens 180 Mio. Euro.
Bei der Wagniskapitalfinanzierung muss es neue Impulse geben. Die Finanzierung ist für die Biotechnologieunternehmen oft der entscheidende Engpass. Nach einer Befragung der Unternehmensberatung Dröge & Comp. droht der Hälfte der Firmen in diesem Jahr das Geld auszugehen. Auch in einer Konsolidierungphase muss das Mittelfeld der Biotechfirmen überleben können.
Es muss endlich Rechtssicherheit geschaffen werden.
Die Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie in deutsches Recht ist seit Jahren überfällig.
Wir brauchen eine vernetzte Politik, die auch die Pharmabranche als wichtigsten Kooperationspartner der Biotech-Unternehmen in Deutschland wieder stärkt. Das betrifft sowohl die Gesundheitspolitik als auch die klinische Forschung. Deren Bedingungen sind durch die 12. AMG-Novelle erneut verschlechtert worden.
Die Blockade der Grünen Gentechnik muss aufgegeben werden. Der Entwurf des Gentechnikgesetzes der Bundesregierung zielt jedoch im Gegenteil darauf ab, sowohl über die Genehmigungs- wie auch die Haftungsregelungen, die Grüne Gentechnik in Deutschland zu verhindern.
In unserm Antrag zur Biotechnologiestrategie für Deutschland (Drs. 15/423) haben wir unser Konzept im einzelnen erläutert. Die Bundesregierung braucht dem nur zu folgen.
Antrag: http://www.cducsu.de/aktuelles/initiativen/6981752d3da11dd1769273f37ea68b9e11348-737aii8h.pdf






