(openPR) Die Damen-Wein-Reisen Nr. 6 und Nr. 7: Fortsetzung einer vinophilen Erfolgsgeschichte
Ein Paar, Frau und Mann, im Restaurant. Ein Kellner bringt zwei Speisekarten. Die Weinkarte – eine – reicht er dem Herrn. Der sucht aus, bestellt oder lässt sich beraten. Er bekommt die Flasche gezeigt, ein Glas gereicht, er probiert, nickt goutierend, bejaht. Dann schenkt der Kellner ein. Natürlich zuerst der Dame.
Eine gewöhnliche Szenerie. Und auch skurril, nämlich Ausdruck einer Rollenverteilung, die es so ausgeprägt in kaum einer anderen Situation mehr gibt; basierend auf einer Kompetenzzuweisung, der zufolge vom Wein nur der Mann was versteht. Bzw. verstehen kann...
Der Weinan- und -ausbau, die Weinwirtschaft, die Spitzengastronomie ebenso wie der Gourmet-Journalismus sind bekanntlich längst keine Männer-Domänen mehr. Dass aber bei der Weinauswahl meist die Herren der Schöpfung das Sagen haben, brachte Rosemarie „Roy“ Blankenhorn vor vier Jahren auf die Idee der Damen-Wein-Reise: Ein gleichermaßen genießerischer wie lehrreicher Weinprobe-Abend von Frauen und für Frauen.
Was ist das besondere daran? Roy Blankenhorn, Mutter von drei Töchtern, ehemalige badische Weinkönigin und seit rund 15 Jahren Chefin des VDP-Weingutes Blankenhorn aus Schliengen im südbadischen Markgräflerland, zählt zu Europas besten Winzerinnen. Sie formuliert den Leitgedanken der Damen-Wein-Reise so:
„Wein ist Emotion, Wein ist Leidenschaft – Wein ist also eigentlich auch ein ausgesprochen weiblicher Stoff. Das möchten wir weininteressierten und/oder bereits weinbegeisterten Frauen vermitteln. Es zeigt sich immer wieder, dass Frauen den Wein anders schmecken, dass Frauen den Wein anders riechen, und natürlich auch, dass Frauen anders fragen. Darauf ist dieser Abend abgestimmt, hinsichtlich der Themen, die wir ansprechen, und hinsichtlich der Weine, die wir vorstellen. Degustieren, kommunizieren, amüsieren – das ist unser Motto. Das Emotionale, die Leidenschaft zum Wein rüberzubringen – das ist unser Ziel.“
Die ersten fünf Weinreisen führten ins Kempinski Hotel Falkenstein in Königstein bei Frankfurt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen drei Spitzenweingüter: aus unterschiedlichen deutschen Anbaugebieten, von Frauen geführt und an diesem Abend natürlich von den Chefinnen persönlich präsentiert. Anstatt wie üblich den Wein auf das Menü abzustimmen, richtet sich das 3-Gänge-Menü nach den Weinen, die zur Degustation ausgewählt werden und die den thematischen Mittelpunkt der lehrreichen Unterhaltung bilden.
Die exklusiven Abendveranstaltungen verzeichnen stetig steigende Teilnehmerzahlen. Mehr als die Hälfte der Damen sind „Wiederholungstäterinnen“: ein guter Beleg, dass „degustieren, kommunizieren, amüsieren“ – moderiert von Winzerinnen – ganz ausgezeichnet gelingt!
Am 4. Juni 2008 gastierte die Damen-Weine-Resie erstmals im schwäbischen Pforzheim. Am 12. September 2008 ist die Gutschänke des Weinguts Blankenhorn das Ziel der 7. Reise. Für den Event im eigenen Hause hält Roy Blankenhorn eine Besonderheit bereit. Schliengen im Markgräflerland liegt zentral im Dreiländereck Frankreich–Schweiz-Deutschland. Und so wird das Blankenhorn’sche „Heimspiel“ zur ersten internationalen Damen-Wein-Reise: Die genießerische Tour durch frauen-geführte Spitzenweingüter verweilt also nicht in den deutschen Anbaugebieten, sondern besucht benachbarte Weinregionen. Ein kulinarischer Top-Termin, den feinzüngige Damen nicht verpassen sollten!
Weitere Informationen und Anmeldung auf der Homepage oder telefonisch unter 076335-820015. Zum Wohl!
Weingut Blankenhorn
Kontakt: Roy Blankenhorn
Basler Straße 2
79418 Schliengen
info@gutedel
www.gutedel.de
Über das Unternehmen
Das Weingut Blankenhorn: Der Stern des Südens
Zu den Besonderheiten der Weinszene gehört ein selten diskutiertes Paradox: Es gibt Weingüter, deren Ruf und Bekanntheit mit der herausragenden Qualität ihrer Weine kämpfen. Die qualitative Konstanz der Erzeugnisse hat in diesen besonderen Fällen einen solchen Grad der Selbstverständlichkeit erreicht, dass sie nicht mehr als Meldung taugt. Der allgemeinen Wahrnehmung bleibt dabei vorenthalten, mit welchen Superlativen und Besonderheiten diese Güter zudem aufwarten. Ein hervorragendes Beispiel ist das traditionsreiche Weingut Blankenhorn aus Schliengen im südbadischen Markgräflerland.
Zur Historie des Weingutes hier nur das Elementarste: Der Stammbaum der badischen Blankenhorns lässt sich bis an den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen. Den Grundstein des Weingutes in seiner heutigen Gestalt legte Johann Friedrich Blankenhorn, als er 1857 die damalige Poststation einschließlich der zugehörigen Tonnen- und Kreuzgewölbekeller aus dem Jahr 1624 ersteigerte und zum schnell erblühenden Familien- und Firmensitz der Landwirte und Weinbauern Blankenhorn ausbaute.
Ein verheerender Bombenangriff im zweiten Weltkrieg legte das Gut in Schutt und Asche. Klaus Blankenhorn, „Häuptling“ der vierten Generation, damals noch keine dreißige Jahre alt, wagte das Risiko des Wiederaufbaus im alten Stil. Zum Mut gesellten sich Können und folglich auch der Erfolg. Seit 1961 widmen sich die Blankenhorns ausschließlich dem Wein. 1973 schrieb Klaus Blankenhorn ein Stück Markgräfler Weingeschichte, indem er als erster Winzer die Böden der Weinanbauflächen begrünte. 1986 gab es wieder einen Superlativ zu feiern: Die über Jahrzehnte praktizierte Verpflichtung des Weinguts zu höchster Qualität – alljährlich bestätigt durch den überdurchschnittlichen Anteil an Prädikatsweinen – wurde mit der Aufnahme in den Verband deutscher Prädikatsweingüter (VDP) honoriert. Blankenhorn war das erste und 20 Jahre lang das einzige Weingut des Markgräflerlandes in dieser exklusiven Runde; es ist unter den bis heute nur 15 Mitgliedern aus gesamt Baden das südlichst gelegene.
Die Blankenhornsche Rebflächen betragen rund 25 Hektar. Tiefgründige und wärmespeichernde Lehm- und Kalk-Mergel-Böden mit hohem Tonanteil. Bewirtschaftet werden sie mit teilweise sehr alten und sehr jungen Rebanlagen. Im zehnjährigen Schnitt produziert Blankenhorn nur 65 Hektoliter Wein pro Hektar. Im Sortenspiegel dominieren heute mit 30 Prozent der Gutedel und mit 25 Prozent der Spätburgunder. 15 Prozent Weiß- und zehn Prozent Grauburgunder, sieben Prozent Riesling und fünf Prozent Chardonnay vervollständigen die Sortenvielfalt.
1994 ist ein Jahr der Zäsur – und der Beginn der Aktualität: Klaus Blankenhorn übergibt die Leitung des Weingutes an Rosemarie, eine seiner vier Töchter. Mit Roy, wie Rosemarie sich seit ihrem zweiten Lebensjahr nennt, kommt nicht nur der frische Wind, den ein Generationswechsel üblicherweise mit sich bringt; mit Roy hält Frauenpower in seiner schönsten Ausprägung Einzug in die ehrwürdigen Gewölbe: viel Energie, viel Elan und vor allem sehr viel Emotion. Wieder ein Superlativ: Roy Blankenhorn ist die erste Frau, die in Eigenregie an der Spitze eines Weingut steht und es mit nachhaltigem Erfolg führt. Und sie wird die erste Frau sein, die in die Männerregie der Weinverbands-Präsidien vordringt.
Die hohe Kunst des Weinhandwerks hat Roy Blankenhorn von der Pike auf gelernt und mit Diplom bestanden: Erst die Winzerlehre bei Bercher in Burkheim und Schlumberger in Laufen, anschließend das Studium der Weinbautechnik in Veitshöchheim bei Würzburg. Die Fähigkeit, Wein als lebendigen Kult zu zelebrieren, zu erschließen und erlebbar zu machen, bewies und perfektionierte Roy Blankenhorn Ende der 70er Jahre zunächst als Badische Weinkönigin, später als Deutsche Weinprinzessin. Also wahrhaft prädestiniert und bestens „präpariert“ für ihre neue Rolle: Eine das Weingut prägende Persönlichkeit, eine starke Identifikationsfigur für die bestehenden und zukünftigen „Fans“ und Verehrer der Blankenhornschen Erzeugnisse, und nicht zuletzt eine durchsetzungsfähige Verfechterin der Interessen einer ganzen Weinregion.
Wahrung und Stärkung der Blankenhornschen Qualitäts-Tradition war von Anfang an eine der beiden Prämissen von Roy Blankenhorns Tun an der Spitze des Weinguts. Mit dem jungen Fritz Deutschmann engagierte sie einen kongenialen Partner als Kellermeister, der mit profundem Wissen und unermüdlichem Einsatz Ideen und Konzepte in die Tat umsetzte und Jahr für Jahr hervorragende Resultate erzielte. Als Fritz Deutschmann seinen Tätigkeitsschwerpunkt in die Politik verlegte, blieb Roy Blankenhorn ihrer Linie treu, auf junge Talente zu setzten: Seit 2005 hat Deutschmanns Meisterschüler Frank Schmid das Sagen – und auf die Qualität seiner Weine wäre sogar der Lehrmeister stolz.
Die zweite Prämisse besteht in der Förderung der Position der Frauen mittels Vernetzung und Austausch: sowohl im produktiven und direktiven Bereich der Weinwirtschaft, als auch auf Seiten der Weinverkostung und des Weingenusses.
Der griffigiste, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Ausdruck dieses Engagements ist Blankenhorns Präsidentschaft von Vinissima e.V. 1991 von sieben Frauen aus der Taufe gehoben, zählt diese erste bundesweit aktive Gemeinschaft 'Frauen und Wein' inzwischen 317 Mitglieder, darunter Winzerinnen, Weinfachfrauen aus Gastronomie und Handel, Sommelière und Fachjournalistinnen. Die internationalen Partnerschaften reichen in alle Weinnationen: Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Ungarn, Österreich und in die Schweiz. 2003 war Roy Blankenhorn Mitbegründerin der International Associated Women in Wine, deren Vorstand sie ebenfalls angehört.
Den weiblichen Weingenuss hat Roy Blankehorn mit einer cleveren Marketing-Idee in neue Dimensionen geführt: der Damen-Weinprobe. Ein exklusiver, in Ort und Zeit variabler Gourmet-Event, bei dem wein-interessierte und wein-begeisterte Frauen in männerfreier (aber keineswegs männerfeindlicher!) Runde ausgesuchte Weine kennenlernen und genießen. Die stetig wachsenden Teilnehmerzahlen und das ausnahmslose positive Feedback zeugen von einem durchschlagenden Erfolg.
2007 erhielt Roy Blankenhorn nach einem neuerlichen, dreijährigen berufsbegleitenden Studium als erste Badenerin das Internationale Diploma in Wine & Spirit. Und welche Pläne hegt die energiegeladene Mutter von drei Töchtern für die Zukunft? „Den Status quo vermeiden“, antwortet sie und lacht. Viel verraten möchte sie nicht. Nur das sickert durch: Die im Jubiläumsjahr 1997 gegründete Gutsschänke soll eine kulinarische Topadresse im Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland werden. Und im Geiste reifen und gedeihen natürlich schon wieder ganz neue Kreationen: Weine, die zu machen sich nur traut, wer sein Können mehr als hinlänglich bewiesen hat.