(openPR) Im ersten Halbjahr 2008 wurden 1,63 Mio. Pkw in Deutschland für den Straßenverkehr neu zugelassen, 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Egal ob Privat oder beruflich: Mobilität ist heutzutage sehr wichtig – und kostspielig. So fallen Überlegungen an, ob sich die Urlaubsreise mit dem Auto rentiert oder Preise der Lieferanten oder Handwerker angehoben werden sollen. Rechtzeitig zum Sommer- und Ferienbeginn hat das Bundesumweltamt neun Tipps zum Spritfahren veröffentlicht. Und wer sich weiter informieren möchte, für den steht eine 15-Seitige Broschüre (PDF) zur Verfügung.
Die Benzin- und Dieselpreise erreichen in Deutschland mit Sommerbeginn wieder ein neues Rekordniveau und ein Rückgang scheint in weiter Ferne zu sein. „Klagen alleine hilft nicht. Jede und jeder kann seinen Spritverbrauch gezielt beeinflussen und senken. Fahren Sie mit dem femininen Gasfuß: niedertourig, vorausschauend und ohne stark zu beschleunigen. Das entlastet das Klima und den Geldbeutel“, sagt der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge. Der Verkehr trägt erheblich zum Treibhauseffekt bei – in Deutschland verursacht er etwa 19 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen, so das Bundesumweltamt. Das sind knapp 170 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr, mehr als die Hälfte davon emittieren Pkw. Laut dem UBA leistet der Verkehr – im Gegensatz zur Industrie, dem Handel und den privaten Haushalten – aber bisher kaum einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz in Deutschland. Denn obwohl eine Abnahme des Kraftstoffverbrauchs bei einzelnen Automodellen erkennbar sei, wird ein Teil dieses Erfolges infolge des Trends zu immer größeren und schwereren Autos und des Verkehrswachstums wieder kompensiert.
Das Bundesumweltamt ist der Ansicht, dass ein wirksamer Klimaschutz nur mit einer umfassenden Verringerung des Kraftstoffverbrauchs zu erzielen wäre: sparsamere und kleinere Autos, öfter den öffentlichen Personenverkehr nutzen, mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, diese Maßnahmen helfen weiter. „Mit einer klimafreundlichen Mobilität lässt sich bares Geld sparen. Wer mit Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, der zahlt in der Regel ein Drittel weniger als mit dem eigenen Auto“, so Troge.
Wer aber ein paar Regeln beachtet, kann zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen und seine Haushaltskasse entlasten. Das Bundesumweltamt hat hierzu „neun goldene Regeln“ veröffentlicht:
1. Niedertourig, vorausschauend und gleichmäßig fahren: Dabei soll schnelles Beschleunigen und hastiges Bremsen vermieden werden. Bei den meisten Autos kann man sogar ab 30 Kilometer pro Stunde (km/h) in den dritten Gang schalten, bei 40 in den vierten einlegen und ab 50 im fünften Gang dahinrollen. Die Fahrt in niedriger Drehzahl ermöglicht einen reduzierten Spritverbrauch. Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h steigt der Spritverbrauch stark an.
2. Verwenden Sie Leichtlauföle und Leichtlaufreifen: Die ersten mindern den Widerstand im Motor, die zweiten senken den Rollwiderstand. Fragen Sie Ihre Werkstatt oder Tankstelle beim nächsten Besuch danach.
3. Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck: Ein um 0,5 Bar zu niedriger Reifendruck erhöht den Spritdurst um rund fünf Prozent.
4. Schalten Sie bei Stopps - etwa an der Ampel oder im Stau - den Motor ab: Schon nach 30 Sekunden im Leerlauf produziert ein Motor mehr Kohlendioxid als bei einem Neustart.
5. Verwenden Sie Klimaanlage und Heckscheibenheizung seltener: Eine Klimaanlage kann den Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr um etwa 10 bis 30 Prozent erhöhen. Schon bei einem Kleinwagen sind das schnell bis zu zwei Liter pro 100 km mehr. Eine beheizte Heckscheibe erhöht den Verbrauch zwischen vier bis sieben Prozent. Lüften Sie im Sommer das Auto für wenige Minuten, bevor Sie losfahren – erst dann sollten Sie die Klimaanlage einschalten. Schalten Sie die Klimaanlage schon vor Ende der Fahrt aus – das spart Sprit und beugt Erkältungen vor.
6. Entfernen Sie nicht genutzte Dachgepäckträger und andere Aufbauten. Denn: Je schwerer das Auto und je höher der Luftwiderstand sind desto höher der Verbrauch.
7. Vermeiden Sie kurze Fahrten mit kaltem Motor, denn ein Mittelklassewagen braucht direkt nach dem Start durchschnittlich 30 Liter auf 100 km. Erst, wenn der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, stellt sich der normale Verbrauch ein.
8. Achten Sie beim Autokauf auf sparsame Modelle. Fragen Sie Hersteller und Händler nach dem Verbrauch und informieren Sie sich bei unabhängigen Stellen.
9. Nehmen Sie das Fahrrad oder gehen Sie kurze Strecken zu Fuß. Nutzen Sie für längere Strecken die kostengünstigen und umweltfreundlichen Varianten – Bus und Bahn, Car-Sharing, privates Autoteilen und Fahrgemeinschaften.
Die Broschüre „Sprit-Sparen und mobil sein“ finden Sie unter: http://www.umweltbundesamt.de/verkehr/mobil/downloads/sprit_sparen.pdf











