(openPR) Die volkswirtschaftlichen Folgekosten durch berufsbedingte Hauterkrankungen sind enorm. „Das muss nicht sein, denn es gibt Präventionsmöglichkeiten“, erklärt Dr. Gerhard Maaß von der Klinik Norddeich.
Bei zahlreichen Berufen sind insbesondere juckende Hautausschläge ständige Wegbegleiter bei der täglichen Arbeit. Vorrangig hiervon betroffen ist das Friseurgewerbe. Aber auch Maler, Bäcker, Industriemitarbeiter und Angestellte in Gesundheitsberufen leiden oft unter einer so genannten Berufsdermatose. Laut einem BGW-DAK Gesundheitsreport handelt es sich bei mehr als drei Viertel aller anerkannten Berufskrankheiten um Hauterkrankungen. Die Folgekosten, die in diesem Zusammenhang durch Therapie und Berufshilfe sowie Arbeitsunfähigkeit und Produktivitätsausfall entstehen, werden auf etwa 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Dermatosen sind damit die häufigsten berufsbedingten Erkrankungen.
„Schuld daran sind zum einen Gefahrenstoffe, die in die Haut eindringen und das Gewebe schädigen können, zum anderen – insbesondere in Gesundheitsberufen - häufiges Händewaschen und die regelmäßige Verwendung von Desinfektionsmitteln“, erklärt Dr. Gerhard Maaß, Leitender Arzt der Dermatologie in der Klinik Norddeich. Im schlimmsten Fall führen diese Hautkrankheiten – haben sie sich einmal manifestiert – zur Berufsunfähigkeit. „Soweit muss es aber nicht kommen, denn jeder Mitarbeiter kann vorbeugen“, so Dr. Maaß.
Hautschutz verhindert Berufsunfähigkeit
Ein spezieller 3-Phasen-Hautschutzplan kann vorbeugen. Dieser ist Arbeitgebern in Berufen, in denen die Haut angegriffen wird, gesetzlich vorgeschrieben. „Ziel dieses Plans ist es, Hautveränderungen und Allergien vorzubeugen und den natürlichen Schutz der Haut zu stärken“, so Dr. Maaß. Er beinhaltet die Reinigung bei gröberem Verschmutzungsgrad, den Hautschutz und die anschließende Pflege.
Hautschutz will gelernt sein: Der Hautschutzplan
Beim Händewaschen ist ein schonendes Reinigungsmittel gefragt, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu erhalten. Der ideale pH-Wert solcher Mittel liegt um 5,6. Diese sollten nach dem Auftragen gründlich mit lauwarmem Wasser abgespült werden. „Die Fingerzwischenräume sind am stärksten gefährdet“, erklärt Dr. Maaß. Deshalb ist nach dem Waschen ein gründliches Abtrocknen mit Einmaltüchern empfehlenswert. Das anschließend aufzutragende Desinfektionsmittel sollte ebenfalls schonend sein. „Die meisten Präparate wirken zwar innerhalb einer halben Minute, trocknen aber leider oftmals die Haut aus.“
Handschuhe dienen zwar dem Schutz, aber auch hier ist Vorsicht geboten. Insbesondere Latexprodukte bergen aufgrund der enthaltenen Proteine ein starkes Allergiepotenzial. Steigt der Proteingehalt, nimmt auch das Allergierisiko zu. Gepuderte Handschuhe weisen meist deutlich höhere Proteinkonzentrationen auf. Deshalb löst nicht nur der direkte Kontakt sofortige Reaktionen aus, sondern auch die beim An- und Ausziehen durch die Luft gewirbelten Proteine. Die Lösung: Thiuramfreie Polyethylen- oder Vinylhandschuhe anstelle der Latexhandschuhe. „Einen zusätzlichen Schutz bieten so genannte Schutzschäume, die wie eine Gore-Tex-Membran wirken“, so Dr. Maaß. Diese Schäume müssen allerdings etwa alle drei bis vier Stunden neu aufgetragen werden.
„Den dritten Baustein in einem effektiven Hautschutzplan sollte eine individuell abgestimmte Hautpflege bilden“, erklärt Dr. Gerhard Maaß. Diese soll drei Funktionen erfüllen: Zum ersten soll sie die physiologische Funktion der Haut unterstützen, zweitens schnell in die Haut einziehen und drittens keinen Fettfilm hinterlassen, der dann hinderlich bei der Arbeit ist.
Individuelle Therapie bei berufsbedingten Hauterkrankungen
„Haben sich aber bereits Ekzeme oder Allergien ausgebildet, ist ein individuelles, auf die jeweilige Krankheit bzw. Berufsspezifik ausgerichtetes Behandlungsprogramm wichtig“, erklärt Dr. Maaß. Die Klinik Norddeich bietet Mitarbeitern aus Pflegeberufen eine spezielle Therapie zur Begrenzung und Linderung von berufsbedingten Hauterkrankungen an. Aufbauend auf einem ausführlichen Befund erstellt das Team der Klinik einen berufsspezifischen Hautschutzplan, der grundlegend für die weitere Prävention ist. Schulungen einschließlich praktischer Übungen zum richtigen Eincremen und zur Verwendung von Hautschutzmitteln ergänzen das Programm. Vorträge informieren die Betroffenen zudem über Hilfsmittel für die Reinigung, Pflege und den Schutz der Haut im Arbeitsumfeld. Die jeweilige weitere Behandlung hängt vom persönlichen Befund ab. Meist werden spezielle Licht- und Badetherapien – insbesondere in Salzwasser - mit Cremes nach klinikeigenen Rezepturen kombiniert. Oft sind auch psychologische Verfahren wie Entspannungstrainings, Angstbewältigungsprogramme, ein Anti-Kratz-Training oder gegebenenfalls ein Raucherentwöhnungsprogramm sinnvoll. Denn insbesondere Handekzeme werden oft durch Tabakrauch unterhalten. Deshalb bietet die Klinik Norddeich Betroffenen im Rahmen ihrer Rehabilitation ebenfalls ein Raucherentwöhnungsprogramm an. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Erfolgsquote in der Einrichtung am Nordseedeich liegt bei über 40 Prozent.
Im Alltag erprobt: Das individuelle Hautschutzprogramm
Der von den Mitarbeitern der Klinik erstellte Hautschutzplan wird solange im künstlich geschaffenen Arbeitsumfeld getestet, bis er voll funktionsfähig ist und der Betroffene wieder in seinem gewohnten Arbeitsalltag zurechtkommt. Eine wesentliche Rolle im ganzheitlichen Behandlungskonzept der Norddeicher Klinik spielt auch die ernährungsmedizinische Therapie bzw. Ernährungsberatung, da viele Hauterkrankungen durch bestimmte Nahrungsmittel beeinflusst werden. „Letztendlich tragen Klima bzw. solehaltige Luft zur Genesung der Betroffenen bei.“
Weitere Informationen unter www.klinik-norddeich.de.







