(openPR) München, 13. Juni 2008 – „Netnografie erobert die Businesswelt“ ist sich Robert V. Kozinets, Professor für Marketing an der Universität Toronto, sicher. Schließlich setzten Konzerne wie American Express, ebay, Kraft und McDonalds bereits diese neue Methode der Forschung im Web ein, um ihre Konsumenten und deren Neigungen besser kennenzulernen. Und Dr. Stephan Ruppert, bei Beiersdorf als Leiter der Produktentwicklung Lichtschutz für Nivea und Eucerin zuständig, bestätigte, dass er durch Netnografie wertvolle Anregungen erhielt, deren Potential er anschließend mit klassischer Marktfor-schung untersuchte.
Konzinets und Ruppert waren zwei von insgesamt einem guten Dutzend prominenter Experten, die auf dem gestern in München erstmals stattfindenden Kongress „Netnography08 - Conquering digital ethnographic worlds“ referierten. Die von der Innovationsagentur HYVE AG und dem Burda Commu-nity Network ins Leben gerufene Veranstaltung, die bei der Premiere das Thema „Social Media in Marketing & Innovation“ in den Mittelpunkt stellte, will der neuen Forschungsdisziplin in Deutschland zu mehr Bekanntheit verhelfen.
Netnografie, eine Wortschöpfung aus „Net“ und „Ethnographie“, ist eigentlich ein Mix aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Ansätzen. Bedeutend für Medien- und Wirtschaftsunternehmen wird die Methode deshalb, da sie jenseits von Klickraten und Page Impressions zu schlüssigen Erkenntnissen gelangt. So erfuhren die gut 150 Besucher der Netnography08, wie mit qualitativen Methoden der Soziologie viele wertvolle Erkenntnisse aus Social-Media-Portalen wie Communities, Foren und Blogs gewonnen werden können. Keynote-Speaker Kozinets stellte aber klar, dass man dazu mehr leisten muss, als aus der Distanz nackte Zahlen zu interpretieren: Vielmehr müsse man dazu in die Welt der Verbraucher eintauchen. Prof. Kozinets: „Man muss zum Teil der Community werden.“
Jörg Blumtritt, Head of Marketing Services & Research der Burda Community Network GmbH, berichtete über erste Projekte seines Hauses: „Mit Netnografie können Themen angegangen werden, die über klassische Marktforschungsmethoden wie Telefoninterviews oder Gruppendiskussionen schwer erforscht werden können – etwa solche, über die Menschen normalerweise nicht besonders bereitwillig Rede und Antwort stehen.“ So untersuchte Burda per Netnografie die Einstellung von Männern zu Kosmetik. Blumtritt ist von diesem qualitativen Forschungsansatz überzeugt: „Wir und unsere Werbekunden profitieren von völlig neuen Erkenntnissen, die wir in die Kampagnen- und Mediaplanung einfließen lassen können.“
Auch Dr. Michael Trautmann, geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Kempertrautmann, lobte in seinem Vortrag „Community Marketing“ diese neue Art der Forschung, stellte aber klar: „Community Marketing wird die Werbung nicht ersetzen, sondern ergänzen.“
Dr. Benedikt Köhler von der Universität der Bundeswehr München präsentierte auf der Netnography08 eine Studie zum Thema Weinkonsum, die durch Analyse von Twittereinträgen angefertigt wurde. Twitter selbst war als Kommunikationstool auf Netnography08 allgegenwärtig: Viele Besucher sendeten „Tweets“ live von der Veranstaltung.
Zu den weiteren Referenten und Podiumsdiskussionsteilnehmern der Netnography08 gehörten außerdem Michael Frank, geschäftsführender Gesellschafter der Plan.Net Gruppe, Dr. Sven Dierks, Geschäftsführer der IFCom (Institut für Kommunikationsberatung, Werbe- und Mediaforschung GmbH) , Christina Heinz, Head of Research bei der Burda Community Network GmbH, Marc Lengning, Mini Community Marketing bei der BMW Group, Christoph Schuh, Vorstand Marketing und Vertrieb der TOMORROW FOCUS AG, und Andreas Heyden, COO der sevenload GmbH in Köln.
Dr. Michael Bartl, Vorstand des Veranstalters Hyve AG, München, war sehr zufrieden mit der Premiere: „Man konnte fühlen, dass es den teilnehmenden Unternehmen und Besuchern ein großes Anliegen ist, dem Dialog und der allgegenwärtigen Interaktion im Internet mehr als nur Kennzahlen und Rankings entlocken zu wollen. In Zukunft werden verstärkt netnografische Methoden zum Einsatz kommen, um die Bedürfnisse, Einstellungen, Werte und Motivationen der Konsumenten freizulegen und deren Verhalten wirklichkeitsnah zu ergründen.“ Bartl und sein Kollege Michael Schmid zeigten in ihrem Vortrag, wie man aus Social Media gewonnene Consumer Insights in einzelnen Unternehmensbereiche wie Produktdesign und Kommunikation überführen kann.
Nähere Infos, die Vorträge zum Download (ab 16. Juni) und Bilder bieten die Kongressveranstalter un-ter www.netnographyinsights.com









