(openPR) Kann es sein, dass Gedichte für so bedeutend gehalten werden, dass Marcel Reich-Ranicki sie in seinen Kanon deutscher Literatur aufnimmt - und trotzdem gibt es sie nicht als Buch? Das gibt es! Jahre lang war der große expressionistische Dichter Paul Boldt vom Buchmarkt verschwunden. Jetzt ist er wieder da: Sein Hauptwerk Junge Pferde! Junge Pferde! erscheint in der Edition Razamba bei BOD.
Viel weiß man nicht von Paul Boldt, nicht einmal ein Foto ist erhalten. Er kam aus den östlichen Provinzen nach Berlin, er bewegte sich in den Kreisen der expressionistischen Dichter, er veröffentlichte in den einschlägigen Zeitschriften, er hatte ein paar Lesungen, zum Beispiel zusammen mit Gottfried Benn - und dann war da ein Gedicht, eine Zeile eigentlich nur, die machte ihn schlagartig berühmt: Junge Pferde! Junge Pferde!
Zeitgenossen erinnerten sich noch Jahre später, wann sie sie das erste Mal hörten - „vor der kleinen Gerold-Stube an der Gedächtniskirche war's, daß der Schrei auf mich lospreschte: Junge Pferde! Junge Pferde!“ (Alfred Richard Meyer, genannt Munkepunke.)
Eine Schlagzeile, die zur Charakterisierung einer Epoche gereichte.
„Vorläufig“, so beschrieb Franz Herwig 1916 die Expressionisten, „sehe ich sie einfach als junge Pferde, von denen einer der ihrigen, Paul Boldt, dichtet, junge Pferde, die herdenweis hin und her galoppieren, die Nase am Wind, ungebärdig sind, reiterlos.“
Der plötzliche Ruhm hatte eine Kehrseite. Denn er reduzierte das gesamte berauschte, erotomane, bedrückende und beglückende Werk von Paul Boldt auf diese eine Zeile. Vielleicht wäre er in Frankreich, wie Peter Härtling vermutet, zu einer mythischen Figur geworden, hätte man einen neuen Rimbaud, einen neuen Verlaine oder Baudelaire in ihm gesehen
In Deutschland blieb Paul Boldt dieser Ruhm verwehrt. Zwar gab es immer wieder Ansätze zu einer Neuentdeckung. Ganz vergessen war Paul Boldt nie, wenigstens Schriftsteller und Kritiker wie Peter Härtling, Peter Rühmkorf oder Marcel Reich-Ranicki gaben Hinweise auf diesen ungehobenen Schatz der deutschen Literatur.
Aber seit Jahren ist sein Gesamtwerk nicht mehr lieferbar, und es fehlte sogar eine Ausgabe dieses berühmten Gedichtbandes Junge Pferde! Junge Pferde!, der nun endlich wieder vorliegt.
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