(openPR) Die aktive Motorfluggruppe des Aero Club Bayer Uerdingen e.V. hat in aufwändiger Eigenleistung aus über 1000 Einzelteilen einen Hochdecker vom Typ Piper PA-18 L-18C innerhalb von 12 Monaten komplett neu aufgebaut.
Am Mittwoch, den 28. Mai war es nach monatelanger Bauzeit endlich soweit. Cheffluglehrer Thomas Liedtke (44) stieg erwartungsvoll in das 90 PS starke Motorflugzeug ein. Ein Techniker eilte herbei und gab ihm Starthilfe. Denn wie es vor in den Anfängen der Luftfahrt üblich war, muss jemand den Zweiblatt-Propeller von Hand anwerfen. Der Motor sprang sofort problemlos an und der Pilot rollte zum Start. Nach etwa einhundert Metern zog Liedtke gefühlvoll am Steuerknüppel und das Flugzeug hob vom Boden ab. Die Vereinskameraden und Hobby-Flugzeugbauer sahen dabei vom Boden aus gespannt zu.
Nach der Landung war ihm die Begeisterung und Freude über die lohnende monatelange Arbeit der Vereinskameraden ins Gesicht geschrieben. „Das Flugzeug fliegt perfekt“ rief er -noch im Flugzeug sitzend - seinen Helfern zu.
Das nun zeitweise in Krefeld stationierte Flugzeug stammt aus dem Jahre 1954 und wurde bis Ende der 70er Jahre bei der Bundeswehr eingesetzt. Danach wurde die zweisitzige Maschine als Trainingsgerät und für wissenschaftliche Forschungsflüge an die Flugtechnische Arbeitsgemeinschaft der Fachhochschule Aachen e.V. (FAG) übergeben.
Dort wurde das Flugzeug bis zum Mai 2006 eingesetzt. Über 50 Jahren im Flugeinsatz hinterlassen ihre Spuren und so wurde 2006 in Aachen entschieden das Flugzeug (den Rumpf) einer Grundüberholung zu unterziehen. Dazu wurde das Flugzeug komplett zerlegt, um jedes Einzelteil kontrollieren zu können. Ein Flugzeugprüfer hat dann einen Arbeitsplan für die notwendigen Reparaturen erstellt. Das Rumpfgerüst aus Stahlrohren wurde bei einem Flugzeugschweißer ausgebessert und neu lackiert. Jetzt war es an der Zeit die restlichen Arbeiten der Grundüberholung auszuführen.Die FAG Aachen sah sich aufgrund der vielen zu leistenden Arbeitsstunden nicht in der Lage das Flugzeug in einem überschaubaren Zeitraum wieder aufzubauen.
Hier kamen die aktiven Motorflieger aus Krefeld, die für die fortgeschrittenen Flieger auf der Suche nach einem Fluggerät waren, zur Hilfe. Über private Kontakte aus der Studienzeit organisierte Liedtke eine Kooperation und so wurden im Mai 2007 die Einzelteile der PA-18 zum Flugplatz nach Krefeld überführt. Hier sollte jetzt die Überholung fertiggestellt werden.
Die anfängliche Skepsis der Vereinsmitglieder in Anbetracht der mühseligen Arbeit wuchs aber schnell zu einer großen Begeisterung heran. Durch viele fleißige Helfer und nicht zuletzt dank des enormen Fachwissens der alten Hasen im Verein wurden selbst komplizierte Arbeiten (verlegen von Steuerseile und Kabeln, das Rumpfgerüstes mit Spezialstoff bespannen, den alten Motor wieder fachgerecht einbauen) erfolgreich durchgeführt. Einzelne fehlende Teile wurden eigens beim Hersteller Piper in den USA bestellt und eingebaut. Bis ins kleinste Detail entspricht das Flugzeug nun wieder dem Original. Ist aber jetzt so gut wie neu. Ein Unterschied dürfte auch einem Experten schwerfallen, denn selbst die ursprüngliche ockergelbe Farblackierung wurde erneuert. Alle am Wiederaufbau beteiligten Motorflieger freuen sich nun auf viele tolle Flüge über den Niederrhein in nostalgischer „Atmosphäre“.












