(openPR) Eine lange Geschichte hat der Flugplatz in Fürth-Atzenhof mit allen Höhen und Tiefen erlebt: vom Beginn als militärische Fliegerstation über die Blütezeit als Zivilflughafen bis zur erneuten militärischen Nutzung im Dritten Reich und durch die Amerikaner.
Das Faszinierende ist, dass es nicht nur diese Geschichte gegeben hat, sondern dass viele der Gebäude, mit denen diese Geschichte verbunden ist, erhalten geblieben sind. Die Spuren eines wichtigen Stücks der Fürther Stadtgeschichte ebenso wie der deutschen Fliegereigeschichte lassen sich nach wie vor auf den Atzenhofer Gelände ablesen.
Viele Umstände haben bei der Erhaltung zusammengewirkt:
-Die Aufnahme Fürths in die Liste der internationalen Flughäfen im Jahr 1920 verhinderte die völlige Demontage des Flugplatzes.
-Der Neubau eines größeren Zivilflughafens in Nürnberg-Marienberg im Jahr 1933 machte eingreifende Veränderungen und Abrisse in Atzenhof überflüssig.
-Der Ungehorsam des letzten Fliegerhorstkommandanten im Jahr 1945 bewahrte die Bauten vor der angeordneten Sprengung.
-Die weitere Nutzung der meisten Gebäude durch die Amerikaner bewahrte die alte Bausubstanz.
Auf diese Weise hat sich das einmalige Ensemble des Flugplatzes erhalten. 1993 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Die Seiten des nächsten Kapitels der Flugplatzgeschichte werden gerade geschrieben. Ganz sicher wird das Gelände nicht wieder als Flugplatz genutzt.
Die Zeit der Fliegerei in Fürth ist für Atzenhof genauso vorbei wie für den zweiten Fürther Zivilflughafen auf der Hard, der auf dem Gelände des vorherigen Industrieflughafens zwischen 1950 und 1955 den zerstörten Nürnberger Flugplatz ersetzte. Er war von Anfang an nur als Provisorium gedacht und wurde mit der Fertigstellung des Flughafens im Knoblauchland aufgegeben. Sein Gelände ist heute bebaut. Die Spuren des früheren Flugbetriebs sind fast völlig verwischt.
In Atzenhof sind die Bedingungen anders. Seit 1993 haben Bauten und Gelände auf eine neue Nutzung gewartet. Nun hat es sich die P&P Wohnbau Franken GmbH aus Fürth zur Aufgabe gemacht neuen Wohnraum auf dem weitläufigem Areal zu schaffen. Bei den Planungen war es unabdingbar, die flughistorischen wichtigen Bauten zu integrieren. Sie standen der Planung nicht im Weg, sondern sind Gestaltungselemente geworden, die der Anlage auf Dauer ihre Eigenart belassen und dem Käufer so ganz nebenbei einen hohen Steuervorteil durch die Sanierungsabschreibung bringen. Inzwischen ist auch bei der Bevölkerung Interesse an diesem Stück der Fürther Geschichte wach geworden. Die Medien haben ausführlich über Ausstellungen und eine Flugplatzführung berichtet, die von fast 1000 Menschen besucht wurde. Eine Stadt wird sich bewusst, dass sie nicht nur mit der ersten deutschen Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth Verkehrsgeschichte geschrieben hat, sondern auch mit einem Flugplatz, der über eine kurze Phase der Pionierzeit zu Deutschlands wichtigsten Knotenpunkten gehörte. Die Spuren dieser Epoche werden erhalten bleiben.









