(openPR) Rees. In diesem Sommer heißt daher die „Stadt der Skulpturen“ interessierte Seh-Leute aus Fleisch und Blut herzlich willkommen. Diese können bei ihrem Besuch die 30 lebensgroßen Holzfiguren im historischen Stadtkern näher anschauen, sie auch schon mal anfassen und so ganz nebenbei auch die Schönheit des „Schatzkästchens am Niederrhein“ genießen.
Wie die Sommergäste aus hartem Robinienholz, denen man direkt an der Rheinpromenade, dem Skulpturenpark, dem Froschteich und auf dem mittelalterlichen Marktplatz begegnet. Sie leisten den zahlreichen anderen beliebten Plastiken wie der „Reeser Ziege“, dem „Rhinkieker“ oder der Skulptur „Zwiegespräch“ Gesellschaft. Allerdings nur einen Sommer lang. Denn nur noch bis zum Rheinfest am 19. Oktober stehen die massiven und grob bearbeiteten Holzfiguren des Kölner Bildhauers Peter Nettesheim den Betrachtern auf gleicher Augenhöhe gegenüber und laden zu einer Entdeckungsreise in Form eines Rundgangs ein.
Sozusagen im Vorübergehen trifft man hier und da in der Stadt auf die nur teilweise kolorierten Figuren, die wie selbstverständlich ihren Alltagsgeschäften nachzugehen scheinen. Erstaunt und manchmal auch ein bisschen erschrocken bleibt man stehen, wenn man zunächst nur einen flüchtigen Blick gewagt hat. Geht da nicht eine Frau einkaufen? Steht hier nicht einer, der mit seinem Handy telefoniert? Und dort hat jemand ein Kind auf dem Arm. Aber alle verharren wie eingefroren in ihrer Bewegung und dienen daher als hervorragendes Fotomotiv für die ganze Familie. Still stehen lautet dann die Devise für alle. Zumindest für einen Moment der bewegten Ruhe in Rees, der „Stadt der Skulpturen“.
Denn immer und überall mobil zu sein, heißt unser Lebensstil heutzutage. Das wird zum Beispiel an der Figur der Einradfahrerin deutlich, die von einer Wiese direkt auf den Rhein zufährt oder der schnellen Inlinerin am Rande des Skulpturenparks.
Andere Figuren drücken dagegen eine geradezu würdevolle Ruhe aus wie die sitzende Frau, deren Blick direkt auf den Rhein gerichtet ist. Ihr gefällt sicher das stets bunte Treiben auf dem Strom. Immerhin hat sie zuvor schon acht Jahre lang in einer Bachaue verbracht, ehe der Künstler sie in Rees direkt vor die Stadtmauer an der Rheinpromenade platzierte. Klar, dass die hölzerne Dame schon eine gewisse Patina angesetzt hat. Und ganz in der Nähe, aber ebenso mitten in der Natur, verharrt der moderne Mensch an seinem Laptop. In einer sitzenden Stellung, die stark an altägyptische Schreiber oder meditierende asiatische Mönche erinnert.
Für ihre Besucher hält die „Stadt der Skulpturen“ zwei Faltblätter für den individuellen Rundgang bereit, auf dem diese das Phänomen der Langsamkeit wieder entdecken können. Die Heftchen „Skulpturenrundgang durch Rees“ und „Dreißig Figuren – dreißig Standorte“ sind im BürgerService des Rathauses kostenlos erhältlich. Der ist auch am Wochenende geöffnet. Führungen, bei denen man die 30 Sommergäste und ihre Geschichte kennen lernen kann, stehen ebenso auf dem Programm. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Stadt unter www.stadt-rees.de zu finden. Dort stehen die Broschüren auch zum Download bereit.











