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Wenn Roboter und virtuelle Realität den Patienten motivieren

21.05.200812:08 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Wenn Roboter und virtuelle Realität den Patienten motivieren
Ein Patient bei einer Therapieeinheit am erweiterten Lokomat® System: Die akustischen und virtuellen Einspielungen sollen den Patienten während seines Trainings motivieren.
Ein Patient bei einer Therapieeinheit am erweiterten Lokomat® System: Die akustischen und virtuellen Einspielungen sollen den Patienten während seines Trainings motivieren.

(openPR) Gangroboter (Lokomat® Systeme), mit deren Hilfe die Gehfähigkeit von Patienten mit neurologischen Erkrankungen und Verletzungen, beispielsweise nach Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Traumata, verbessert werden kann, stehen weltweit in nur rund 120 Kliniken zur Verfügung. Unter dem Titel „Multimodal Immersive Motion Rehabilitation with Interactive Cognitive Systems“ (MIMICS) haben sich führende europäische Forscher aus der Robotik und der Neurorehabilitation zusammengeschlossen, um wissenschaftlich zu überprüfen, wie die Therapie mit Roboterunterstützung weiter verbessert werden kann. Die Studie, die vom 1.1.2008 bis 31.12.2010 läuft, wird von der EU mit 1,6 Millionen Euro gefördert. Projektpartner ist neben anderen universitären Forschungseinrichtungen auch die zu den Schön Kliniken gehörende Neurologische Klinik Bad Aibling.



Um das Gehen betroffener Patienten wieder zu trainieren, setzt die Neurologische Klinik Bad Aibling das Lokomat® System bereits seit 2001 ein; in Deutschland sind es derzeit gerade mal neun Kliniken, die über eine derartige motorbetriebene Gangprothese verfügen. Bei einer Therapieeinheit, die zwischen 45 und 60 Minuten dauert, treiben dabei Motoren die Ober- und Unterschenkel des mit Haltegurten gesicherten Patienten so an, dass Schreitbewegungen wie beim Gehen entstehen. Die Forschungsstudie MIMICS geht jetzt einen Schritt weiter: Der Patient läuft wie gehabt auf einem Laufband, die computergesteuerten Elektromotoren übernehmen den Antrieb der gelähmten Beine. Vor dem Patienten befindet sich jetzt aber eine Leinwand, auf der ein virtueller Weg zu sehen ist, den der Betroffene gehen soll. Es können auch Hindernisse, wie beispielsweise eine Bordsteinkante, eingespielt werden, die der Patient übersteigen muss. Während des Trainings werden alle Sinne des Patienten angesprochen. Läuft er zum Beispiel über einen Holzboden, so ertönt aus Lautsprechern ein entsprechendes Geräusch. Sensoren messen ständig die Aufmerksamkeit des Patienten. Lässt diese nach oder sind die Übungen zu einfach, kann der Trainingsablauf automatisch verändert werden. Das virtuelle System interagiert mit dem Patienten und stellt sich auf seine körperliche und mentale Verfassung ein.

„Mit Hilfe dieses Feedbacks möchten wir die Qualität und die Wirksamkeit des Robotertrainings erhöhen und die Rehabilitation beschleunigen und verbessern“, erklärt Dr. med. Dipl.-Psych. Friedemann Müller, Chefarzt an der Neurologischen Klinik Bad Aibling und Leiter des Teilprojekts an der Klinik. „Im Verlauf der Studie geht es in erster Linie um die Messung der physiologischen Werte, der biomechanischen Daten und des Verhaltens des Patienten. Nach Rückführung der ausgewerteten Daten in das System soll damit erreicht werden, den Patienten während seines Trainings bestmöglich zu motivieren und die Übungseinheiten an seine Aufmerksamkeit anzupassen“, so Müller.

Projektleiter der MIMICS-Studie ist Robert Riener, Professor am Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich und Professor am Paraplegikerzentrum (Querschnittsgelähmte) des Universitätsspitals Balgrist. Weitere Projektpartner, die in erster Linie für die technischen Voraussetzungen der Studie zuständig sind, sind das Unispital Balgrist in der Schweiz, die Universität Ljubljana in Slowenien, die Universität „Politècnica de Catalunya“ in Spanien sowie als Industriepartner die Hocoma AG, Schweiz, welche das Lokomat® System herstellt. Die Neurologische Klinik Bad Aibling ist aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrungen mit dem Lokomat® System, der bisherigen wissenschaftlichen Arbeit und des guten Rufes der Klinik von der ETH Zürich als Partner für die medizinischen Fragestellungen einbezogen worden. Erste Ergebnisse der Studie werden im Jahr 2009 erwartet.

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