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Leere Kirchen - doch Religiosität bleibt lebensnotwendig

14.05.200809:24 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Herkömmliche Religionen verlieren an Einfluss. Religiosität bleibt jedoch ein wichtiger Bestandteil individueller Selbst- und Weltinterpretation, analysiert Professor Dr. Hans-Joachim Busch (Frankfurt/M.). "Auch der rationale Alltag der fortschreitenden Moderne ist von den Individuen nicht ohne Bewährungsmythen, Rituale und transzendente Sinnressourcen zu bewältigen."

"Statt die religiösen Artikulationsbedürfnisse ideologischen oder konsumbestimmten Alltagsreligionen zu überlassen, gilt es, sie ins Bewusstsein zu rufen und Raum für ihre autonome Entfaltung zu schaffen", fordert Busch in der Zeitschrift "Psychoanalyse".

Religiosität sieht der Wissenschaftler "in vielerlei Hinsicht lebendig - sei es, dass sie in kultischen und rituellen Ersatzformen (z.B. Sport) zum Vorschein kommt" - oder in einer Art "Privatreligion", die sich aus verschiedensten Kulturen und Religionen bedient.

Die Massenwirksamkeit der nationalsozialistischen Ideologie gilt in diesem Zusammenhang als "missglückte Säkularisierung"; in der Nachfolge wird die gegenwärtige Gesellschaft von einer "Alltagsreligion" mitgeprägt - einer Mischung aus Antisemitismus, Nationalismus und Fremdenangst.

Gehört Religiosität zum Wesen des Menschen?

Der Sozialpsychologe kommt anhand einer umfänglichen Reflexion (mit U. Oevermann) zu dem Befund: "Religiosität ist Bestandteil einer universalen objektiven Struktur individueller Lebenspraxis, die mit der Individuierung der modernen Subjekte erst voll zur Entfaltung gelangt."

Die Möglichkeiten von Religion sieht Busch ambivalent: Z.B. kann sie dazu missbraucht werden, Menschen über "Missstände hinwegzutrösten oder sie zu rechtfertigen." Religion kann jedoch auch "die Entfaltung von Subjektivität fördern, indem sie ein reiches Angebot symbolischer Formen bereithält;" darin können sich Menschen ihrer persönlichen und kulturellen Identität vergewissern oder neu entwerfen .....

Hans-Joachim Busch: Religiosität aus soziologischer und sozialpsychologischer Perspektive
Psychoanalyse Nr. 21, S. 141-156, Pabst Science Publishers

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