(openPR) „Zahnersatz zum Nulltarif“ – mit diesem Slogan werben manche Krankenkassen und bestimmte Anbieter aus Zahnarztkreisen. Hergestellt werden die Brücken und Kronen zum Beispiel in China. Doch dass bei Produkten aus dem Reich der Mitte zumindest Vorsicht geboten ist, haben viele Verbraucher noch gut in Erinnerung.
Mühlheim, 22. April 2008 --- Im vergangenen Sommer wurde in den Nachrichten laufend von Rückrufaktionen berichtet. China hatte Tonnen von mit Gift verseuchtem Spielzeug nach Europa und USA geliefert. Das wirft ein erschreckendes Licht auf den Billigproduzenten. Trotz nachweisbarer Qualitätsprobleme empfehlen viele Krankenkassen ihren Mitgliedern, Zahnersatz aus dem Ausland einsetzen zu lassen – um Geld zu sparen. Manche Kassen haben sogar konkrete Vereinbarungen mit einem Zahnlabor geschlossen, das in China produzieren lässt.
Zwar ist es verständlich, dass sowohl Krankenkassen als auch Verbraucher sparen möchten. „Doch gerade beim Zahnersatz sollten Patienten nicht zu sehr auf Einsparmöglichkeiten spekulieren sondern auf die Haltbarkeit achten“, warnt Dr. Albert Pietsch, Seniorpartner der Zahnarzt-Praxis Dr. Pietsch & Partner in Mühlheim am Main. „Denn wenn die Qualität nicht stimmt, können langfristig teure Folgebehandlungen drohen. Und es sind sogar ernste Gesundheitsschäden möglich.“
Das zeigt ein Fall aus den USA: Dort wurden kürzlich Bleirückstände in Zahnersatz aus China nachgewiesen. „Die Gefahr, die von mit Schwermetall belasteten Brücken oder Kronen ausgeht, ist ungleich größer als das Risiko durch gifthaltiges Spielzeug“, betont Pietsch. „Denn Sie haben den Zahnersatz schließlich rund um die Uhr im Mund.“
Wer billig kauft, kauft langfristig teuer
Doch selbst wenn das Material der asiatischen Zahntechnikprodukte gesundheitlich unbedenklich ist, sollten Arzt und Patient Qualität aus deutschen Laboren den Vorzug geben. Denn wie sagt schon ein Sprichwort: „Wer billig kauft, kauft teuer!“ Das heißt, wer zu einem günstigen Produkt greift, muss damit rechnen, dass der Zahnersatz schon nach kurzer Tragezeit repariert oder im schlimmsten Fall ausgetauscht werden muss. Das kostet wieder Geld.
„Oft lassen Prothesen aus China nämlich die in deutschen Laboren übliche Präzision und Qualität vermissen“, erklärt Herbert Raab, Geschäftsführer der Hösbacher Dental-Labor GmbH in Mühlheim-Lämmerspiel. Das heißt: „Es sind Nachbesserungen notwendig, die für den Patienten letztlich teurer werden können, als ein gutes Produkt aus einem einheimischen Meisterlabor.“
Auch der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) warnt davor, „Zahnprothesen als praktisch risikolos handelbares Produkt dazustellen“, so ein Verbandssprecher. Und der Präsident des Verbandes, Zahntechnikermeister Jürgen Schwichtenberg, ergänzt: „Nur das Meisterlabor vor Ort kann und sollte die Unbedenklichkeit des Zahnersatzes verantworten.“










