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Leitlinien für Production Intelligence-Strategien in der Fertigungsindustrie

17.04.200815:45 UhrIT, New Media & Software

(openPR) (Serrig, 17.04.2008) In der Fertigungsindustrie entwickelt sich mit Production Intelligence (PI) zunehmend eine strategische Zielsetzung, hinter der sich anspruchsvolle Maßstäbe in Bezug auf die Prozessqualität und Wirtschaftlichkeit verbergen. Nach einer Studie des Softwarehauses FELTEN GmbH verfügen die Unternehmen zwar über eine klare Perspektive, können im Regelfall aber dem Anspruch intelligenter Produktionsbedingungen noch nicht gerecht werden. Insbesondere mangelt es den Unternehmen dafür vielfach noch an einer Kennzahlen-orientierten Analyse und Steuerung der Fertigungsprozesse. Aber auch verschiedene Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden. Der FELTEN-Geschäftsführer Werner Felten skizziert die wesentlichen Leitlinien einer PI-Strategie:



1. Eine Roadmap für PI entwickeln: Intelligente Prozessstrukturen lassen sich nicht schaffen, indem an einzelnen Stellschrauben gedreht wird. Sonst wäre Production Intelligence schon längst überall Realität in den Fertigungsbranchen. Vielmehr bedarf es einer strategischen Konzeption, die mit einer kritischen Bestandsaufnahme der bestehenden Verhältnisse beginnt und zu einer ehrgeizigen Vision als Zielsetzung hinführt. Daraus sind das Anforderungsprofil, die operativen Vorgehensmodelle, Meilensteine und weitere strategierelevante Realisierungsbedingungen bis hin zu den Verantwortlichkeiten abzuleiten. Ebenso muss darin die übergeordnete Bedeutung von Production Intelligence definiert werden, damit dieses Vorhaben nicht beliebigen Veränderungen der Handlungs- und Investitionsprioritäten zum Opfer fällt.

2. Gap-Analyse des ERP-Systems: Die betriebswirtschaftlichen Standardlösungen und PPS-Systeme sind grundsätzlich für die längerfristigen Planungen konzipiert und unterstützen nur begrenzt die für eine intelligente Produktionssteuerung erforderlichen kurzfristigen Entscheidungen. Besonders wenn eine hohe Planungskomplexität mit einer großen Anzahl an Produkten und Produktionsstufen besteht und gleichzeitig kurzfristige Dispositionsentscheidungen getroffen werden müssen, bewirkt die geringe Steuerungsflexibilität zu statische Bedingungen. Es gilt deshalb zu ermitteln, welche der für eine PI-Strategie erforderlichen Funktionalitäten über die ERP-Umgebung nicht bereit gestellt werden und durch komplementäre Lösungen wie etwa eine MES-Plattform (Manufacturing Execution System) abzubilden sind.

3. Modernes Kennzahlensystem für intelligente Effizienz- und Qualitätsbewertungen aufbauen: So genannte Key Performance Indicators (KPI) sind die entscheidende Basis für flexible Berechnungen der erfolgskritischen Faktoren in der Produktion, um sofort und nicht erst nach Produktionsende auf Abweichungen reagieren zu können. Dies verlangt die Entwicklung eines systematischen und auf die unternehmensindividuellen Bedingungen zugeschnittenen Kennzahlensystems für eine aussagekräftige Darstellung der aus den Produktionsdaten (aktuelle und historische Daten) gewonnenen Informationen. Sinnvoll ist es hier, zur Messung der Effizienz die mit OEE (Overall Equipment Effectiveness) bezeichnete Größe für die Gesamtanlageneffektivität heranzuziehen. Sie beschreibt das Niveau der Anlagenverfügbarkeit, Anlagennutzung und Qualität. Gleichzeitig ist eine Echtzeiterfassung der Maschinen- und Betriebsdaten (MDE/BDE) erforderlich. Die entsprechenden Auswertungstools sollten neben den Kalkulationsfunktionen auch die automatische Generierung von Reports mit Tabellen, Grafiken etc. in einem individuell definierbaren Rhythmus bieten. Vorteilhaft ist zudem eine konsolidierte Darstellung aller unternehmensweit entscheidungsrelevanten Daten unterschiedlicher Quellen in Echtzeit.

4. Organisatorische Strukturen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess implementieren: Das Production Intelligence-Konzept versteht sich als ein lernendes System. Hierfür werden aus den Ergebnissen der KPI-Analysen fortlaufend praxisnahe Impulse für Optimierungsmaßnahmen abgeleitet. Damit daraus ein praktikables Modell wird, setzt diese Ausrichtung nicht nur ein ausreichend differenziertes Kennzahlensystem voraus, sondern verlangt ebenso organisatorische Regelungen, Verantwortlichkeiten und personelle Ressourcen, damit die als erforderlich erachteten Konsequenzen adäquat umgesetzt werden. Zudem muss dafür gesorgt werden, dass sich der kontinuierliche Verbesserungsprozess bei allen Beteiligten zum Selbstverständnis manifestiert.

5. Offenheit für die weiteren Entwicklungen gewährleisten. Production Intelligence muss gesamtheitlich gedacht werden und alle Produktionsressourcen einbeziehen. Daraus folgt, dass die Planungs- und Steuerungssysteme angesichts der oft sehr dynamischen Verhältnisse in den Fertigungsunternehmen skalierbar angelegt sein müssen, damit zusätzliche Produktionsstraßen flexibel integriert und die Maschinenressourcen bedarfsgerecht erweitert oder gestrafft werden können.

6. Von Business Intelligence lernen: Worauf PI hinsichtlich der Produktion abzielt, hat Business Intelligence (BI) auf der betriebswirtschaftlichen Ebene für ein erfolgsorientierte Management der Geschäftsverhältnisse tendenziell bereits etabliert. Denn beide Bereiche weisen in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung auf kennzahlenbasierten Steuerungsmethoden große Parallelen auf - die präzise Analyse und die intelligente Nutzung der aufbereiteten Informationen. Deshalb steht es den Production Intelligence-Strategien gut zu Gesicht, sich mit den Entwicklungsprozessen und Einführungsbedingungen von BI zu beschäftigen, um daraus konzeptionell und operativ verwertbare Erkenntnisse abzuleiten.

7. Enge Verknüpfung mit den Business-Systemen: In einem Großteil der Unternehmen fehlt es nach einer FELTEN-Studie noch an einer harmonischen Abstimmung zwischen den Produktions- und Business-Prozessen. Ohne eine ausgeprägte Integration lassen sich die Leistungspotenziale jedoch nicht optimal ausschöpfen und werden auch die PI-Strategien in ihren Möglichkeiten beschnitten. Insofern ist für eine enge Integration zu sorgen, damit eine differenzierte Analyse durch Verknüpfung von Produktions- und Business-Informationen erreichbar wird. Im Idealfall werden Verfahren entwickelt, die ein enges Zusammenspiel der technischen Tools von Production Intelligence und Business Intelligence ermöglichen.

8. PI-Strategien verlangen eine kooperative Philosophie: Typischerweise sind an der Entwicklung und Realisierung von Production Intelligence-Verhältnissen mindestens das IT- und Produktionsmanagement beteiligt, zweifellos vorteilhaft ist die zusätzliche Mitwirkung der Geschäftsleitung. Im Kernprinzip muss auf ein intelligentes Zusammenfügen unterschiedlicher Kompetenzen abgezielt werden, auch wenn IT und Produktion traditionell verschiedene Sichtweisen haben. Weil dies in der Praxis so häufig nicht funktioniert, sollte bei den erfolgskritischen Planungs- und Abstimmungsprozessen für die PI-Strategie ein Moderator mit ausgeprägtem fachlichem Verständnis für beide Seiten eingesetzt werden. Seine Funktion muss darin bestehen, die typischen Verständnisschwierigkeiten zwischen beiden Seiten zu eliminieren.

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