(openPR) Vorstand Heinz Wolf beantwortet Fragen zum Wechsel als Vorsitzender des Vorstandes zur Caritas Gemeinschafts-Stiftung (CGS).
Welche Rolle wird aus Ihrer Sicht die CGS für die Zukunftsfähigkeit des Caritasverbandes für Stuttgart spielen?
Die öffentliche Hand hat ihr soziales Engagement in den letzten Jahren stetig zurück gefahren. Diese Tendenz gibt es schon lange und sie wird m.E. so auch bleiben, ungeachtet aller Konjunkturzyklen. Ob es dem Staat mal wieder besser geht oder nicht – ich glaube, dass wir das einmal gehabte Betreuungsniveau nicht mehr erreichen werden. Deshalb wird ergänzendes privates Engagement immer wichtiger. Alle Wohlfahrtsorganisationen, die katholische Kirche und natürlich auch die Caritas sind gut beraten, sich darauf hin strategisch auszurichten. Es gab und gibt durchaus Menschen mit einer gewissen Lebensleistung und entsprechendem Vermögen, für die Geld nicht der eigentliche Lebenssinn ist und die helfen möchten. Hier muss sich der Stuttgarter Caritasverband weiter profilieren, im Markt Präsenz zeigen, seine Stärken darlegen. Die Caritas Gemeinschafts-Stiftung ist bereits jetzt ein wichtiges Finanzierungsstandbein für den Verband und wird es auch zukünftig sein. Sie kann nicht den Sozialstaat ersetzen, aber sie kann Zeichen setzen. Die Stiftung förderte in den letzten Jahren den Caritasverband für Stuttgart jährlich mit einer Summe zwischen 300 und 500 TS Euro. Das ist ihr Auftrag und das soll weiter ausgebaut und gesteigert werden.
Haben Sie schon erste Ideen, was Sie gleich zu Beginn als Vorstandsvorsitzender der CGS umsetzen möchten?
Es gibt Ideen, aber die sind noch nicht so weit ausgereift, als dass ich jetzt schon darüber reden möchte. Außerdem müssen sie auch innerhalb der Stiftung und des Stiftungsrates abgestimmt werden. Aber eine weitere Zielrichtung – neben der reinen Geldmittelbeschaffung und der Vermögensverwaltung – wird das Thema „Sozialimmobilien“ sein, also private Investoren- oder Stiftermodelle. Ein erstes Beispiel ist das neue Haus „Claire Marie“ des Bereichs Armut, Wohnen und Schulden. So oder in weiterentwickelter Form lässt sich das bestimmt wiederholen oder ausbauen.
Welche mittel- und langfristigen Ideen und Konzepte haben Sie für die CGS?
Es gibt kein „neues Programm“ und ich werde natürlich Bewährtes fortführen. Die Stiftung macht seit zehn Jahren eine hervorragende Arbeit, die dem Caritasverband für Stuttgart als Nutznießer zugute kommt. Doch die Stiftungslandschaft ist in Bewegung, es gibt mehr Konkurrenz und damit auch neue Aufgaben. Der Fokus lag bisher auf dem klassischen Stiftungsbereich und dem Erbschaftsmarkt und ist schon sehr spannend für mich. Wie bereits gesagt, reizt mich zusätzlich der Immobilienbereich, da kann man Neuland betreten und in dem einen oder anderen ausgewähltem Fall Innovatives entwickeln und Neues ausprobieren.
Welche Beweggründe haben Sie für Ihren Wechsel?
Ich bin seit nunmehr zwölf Jahren in verschiedenen Verantwortungsstufen für den Verband im Bereich Finanzen tätig. Durch das altersbedingte Ausscheiden von Karl Wolf zum 31.1.2009 ist eine Veränderung möglich, die ich nutzen möchte, etwas Neues anzufangen. Ich werde meinen Schreibtisch mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen, aber ich bleibe der Stuttgarter Caritas ja eng verbunden. Schließlich arbeite ich weiterhin für deren Wohl, denn Auftragsgrundlage der CGS ist es ja, den Verband zu stärken. Mit meinen Erfahrungen und Kontakten aus meiner jetzigen Arbeit kann und möchte ich das Stiftungsengagement erfolgreich weiter ausbauen.








