(openPR) Der Vorhang geht auf und gibt den Blick frei auf eine Reihe von Badewannen, befüllt mit wohltemperiertem Wasser und netten alten Männern, die schwatzen, singen und über den Krieg von Troja sinnieren. Die Szene ist Auftakt der fulminanten Inszenierung von Lars-Ole Walburg „Die Orestie“ von Aischylos im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses. Noch einmal rücken die Wannen ins Rampenlicht, und zwar rot von reichlich Theaterblut, wenn Agamemnon und seine Sklavin Kassandra von seiner Frau Klytaimestra und deren Geliebtem Aigisthos erschlagen werden. Das Dramen dieses Zuschnitts eine entsprechende Kulisse brauchen versteht sich von selbst. Um auch die finanzielle Seite der Bühnenausstattung stemmen zu können, und das fällt auch den großen Häusern zunehmend schwerer, üben Kultur und Wirtschaft immer häufiger den Schulterschluss. Dabei ist es oft „Vermittlern“ zu verdanken, dass beide Seiten zusammen kommen.
Die aqua-emotion Redaktion hatte zufällig den Aufruf "Badewannen gesucht" in einer Düsseldorfer Tageszeitung gelesen. Als online-Magazin unter anderem in Sachen Bad und Wellness mit vielen Wannenherstellern in Kontakt und der Kenntnis, wer die Klassiker mit den „Löwenfüßen“ anbietet, genügte ein Anruf. Der Kontakt zwischen dem Unternehmen Kohler und dem Düsseldorfer Schauspielhaus war hergestellt. Vier brandneue Wannen Modell Royal hat Marketingleiter Klaus Günther, der auf die Anfrage von aqua-emotion.de mit einem „...heiter, die Kunst!“ reagierte, zur Verfügung gestellt. Der Technische Direktor vom Düsseldorfer Schauspielhaus, Thomas Meissner: "Das Geld wird immer knapper. Wir sind darauf angewiesen, mehr und mehr mit der Wirtschaft zusammen zu arbeiten. Ohne diese Unterstützung hätten wir eine solche Inszenierung wie die Orestie nicht realisieren können. Wir haben zum Glück schon einige feste Kultur- beziehungsweise Medienpartner. Im Falle der Badewannen haben wir uns riesig über das spontane Engagement von Kohler gefreut." Vera Sattler, Herausgeberin von aqua-emotion.de: "Früher haben Unternehmen hauptsächlich in Sport-Sponsoring investiert. Heute zeichnet sich ein klarer Trend in Richtung Kunst und Kultur ab. Speziell Firmen, die sehr designorientiert sind, sponsern die Bildende Kunst, Musicals oder eben Theater-Inszenierungen." Noch einige Male in diesem Jahr geht die wirklich sehenswerte Geschichte vom Fluch des Atridengeschlechts auf die Bühne. Und die Wannen sind wieder mordsmäßiger Tatort und vorrübergehender Aufenthaltsort für den Chor der alten Männer.










