(openPR) Mit der Änderung der Eintrittspreise ist es nicht getan.
Nachdem vor kurzem die Gebühren für die Bibliothek verändert wurden, hat der Oberbürgermeister quasi auf den letzten Drücker eine neue Regelung der Eintrittspreise bei den Museen vorgeschlagen. Auf der Sitzung der Stadtvertretung am 17.04.2008 soll die Entscheidung fallen. Die Neuordnung geht in der Sache in Ordnung und beinhaltet im Wesentlichen eine Erhöhung der Eintrittsgelder bei besonders kostenintensiven Sonderausstellungen. Pro Jahr geht es somit wohl um 4.000 Euro. Doch leider greift dieser Vorschlag zu kurz.
Neubrandenburg braucht attraktive Museen und dafür herausragende Konzepte die ich nicht zu erkennen vermag. Die Vermarktung der vorhandenen Ausstellungen in der „Museumsmeile“ ist sicherlich richtig, aber nicht ausreichend, um die finanziellen Bedarfe in Höhe von ca. 1,5 Mio. Euro jährlich zu reduzieren.
Wie ich bereits mehrfach ausführte, hat sich die Wählergemeinschaft "Allgemeine Unzufriedenheit" aufgrund umfangreicher Faktenanalyse schon früh für eine Konzentration der Museen im Treptower Tor ausgesprochen. Hintergrund dafür ist u.a. eine Einsparung von jährlich 47.300 Euro an Mietkosten. Die Nutzung von Räumlichkeiten im nicht zur Stadt gehörenden Gebäude „Vierrademühle“ für den regionalgeschichtlichen Teil der Ausstellung der Museen Neubrandenburg ist eine Übergangslösung bis zur Nutzung des Fanziskanerklosters. Eine Nutzung dort ergibt sich auf absehbare Zeit nicht und sollte daher außer Beachtung gelassen werden. Zu beachten ist vielmehr, dass die Übergangslösung Probleme verursacht, die vor dem Hintergrund einer desolaten Haushaltslage einer Lösung bedürfen.
Die Stadtvertretung hat nun am 20.04.2006 beschlossen, innerhalb der Sanierungsmaßnahme Altstadt, auch den Treptower Torkomplex, mit Ausnahme des Bereiches der jetzt für die Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte genutzt wird, zu sanieren. Dafür werden 1.225.000 Euro Städtebauförderungsmittel aufgewendet. Der Eigenmittelanteil der Stadt liegt bei 505.000 Euro. Somit werden 1.730.000 Euro für die Sanierung eines Komplexes für die Nutzung als spätere Gemeinbedarfseinrichtung benötigt.
Mit Zustimmung zu meinem Vorschlag bekommt die Sanierung ein weiteres Ziel. Neben der Nutzbarmachung ergibt sich ein konkreter Nutzungszweck, der den Förderrichtlinien nicht zuwiderläuft. Denn in der Haupthausschusssitzung vom 23.03.2006 erklärte der derzeitige Oberbürgermeister Dr. Paul Krüger, dass es kein Betreiberkonzept gibt. Es sei jedoch relativ klar, dass eine Nutzung durch die Museumsverwaltung in Betracht kommt. Ähnlich waren die Worte Dr. Krügers bei der Begründung der Drucksache IV/442 in der Stadtvertretersitzung am 20.04.2006. Allerdings war hier schon deutlich zu entnehmen, dass die Museumsverwaltung Hauptnutzer werden soll. Ich möchte jedoch, dass die regionalgeschichtliche Ausstellung in den Treptower Torkomplex, bestehend aus Lapidarium, Telegrafenamt, Verbindungsbau, Zollhaus und Vortor einzieht. Denn die Miete für das Objekt wird nach Fertigstellung jährlich 44.200 Euro betragen. Diese kämen zum Museumsetat hinzu und ist für mich nicht vertretbar.
Die Verwaltung kann auch im Rathaus untergebracht werden. Im Torkomplex können stattdessen Synergien bislang unbekannter Größe genutzt werden. Durch die Lage sind die Ausstellung für Ur- und Frühgeschichte im Treptower Tor und Regionalgeschichte in einem direkten Zusammenhang zu besuchen. Der Aufwand für die Bewirtschaftung wird geringer, Parkplätze können auch für Busse genutzt werden. Der Bereich zwischen Haupt- und Vortor kann dauerhaft für Großexponate genutzt werden. Ausstellungsstücke die von den Besuchern berührt, genutzt, ausprobiert, erkundet werden. Ein Museum, das Spaß macht. Es wäre endlich eine nachhaltige Lösung, die dem Kulturentwicklungskonzept in keinem Punkt widerspricht und durch die Stadt auch dauerhaft finanziert werden kann.
Klaus Schier








