(openPR) Mönchengladbach (RP) Die Pistole im Halfter, die Kamera am Auge: Tag und Nacht sind Marta und Jürgen Trovato im Einsatz, des öfteren auch selbst vor der Fernsehkamera. Die Rheydter Privatdetektive sind auch in Italien und Spanien unterwegs. Dort, sagen sie, klappt die Zusammenarbeit mit der Polizei besser.
Sein stechender Blick lässt nicht von der Frau ab. Der erste Schimmer kündigt den Morgen an, doch noch ist es zu dunkel, als dass man in die Innenräume der parkenden Autos schauen könnte. In einem davon sitzt Jürgen Trovato, die Augen streng auf seine Zielperson gerichtet. Er greift in seine schwarze Lederjacke, vorbei an dem Pistolenhalfter und zieht ein Päckchen Zigaretten heraus. Das Flackern des Feuerzeugs erhellt die Narbe, die sich vom linken Mundwinkel aus in sein Gesicht frisst. Trovatos Job lässt sich zum größten Teil auf ein Wort reduzieren: Warten. Er wartet darauf, dass die Frau in das Taxi einsteigt. Dann ist es soweit: „6.23 Uhr: ZP fährt los“, spricht er in sein Diktaphon. ZP – Zielperson. Trovatos Frau Marta sitzt neben ihm und hält die Videokamera auf das Taxi gerichtet, das die Beiden nun verfolgen. Endlich Action. Doch im Grunde ist der Beweis bereits erbracht. Die Frau geht einem Gewerbe nach. Mehrere Tage beobachten die Detektive die Frau schon: Bei der Anzahl an Taxi-Fahrten und dem daraus zu erwartenden Verdiensts haben sich die Unterhaltszahlungen des Ex-Mannes erledigt. Jürgen und Marta Trovato aber haben schon ganz andere Fälle gelöst, wenn auch noch kein Mord dabei war.
Die Rolle ihres Lebens gefunden
Versteckte Kameras, Mikrophone am Körper gehören zum Standardrepertoire der italienisch-stämmigen Detektive – deren Name im übrigen übersetzt „gefunden“ heißt. Gefunden haben sie mit dem Beruf die Rolle ihres Lebens. Und tatsächlich kommt es manchmal auf ihr schauspielerisches Talent an. So überführten sie eine Mitarbeiterin eines Geschäfts, die aus der Kasse regelmäßig Geld entwendet hatte: Bei einer Mitarbeiterversammlung bauten die Rheydter Detektive die versteckte Kamera aus, taten so, als hätte diese dort schon seit Wochen gehangen. Dabei war sie erst am selben Tag installiert worden. Ab und zu stehen die Trovatos auch selbst vor der Kamera – und die ist alles andere als versteckt. Sie arbeiten mit MDR, SAT1, RTL und Co., die ihn bei größeren Fällen begleiten. Beispielsweise als sie in Spanien gegen Tankkartenbetrug vorgingen. „In Spanien und Italien arbeiten wir sehr gut mit der Polizei zusammen“, erzählt Jürgen Trovato. „Die sind da relativ locker im Umgang mit uns.“Zwar kooperierten sie oft auch gut mit der Polizei hierzulande. Doch sei es in Deutschland besser, eine Observation anzukündigen. „Ansonsten stellt die Polizei zu viele Fragen“, meint Marta Trovato. Wenn ihnen beispielsweise ein Verbrecher über den Weg läuft, den sie Tage zuvor auf frischer Tat nicht hatten stellen können, rufen sie bei der Polizei an, um ihn festnehmen zu lassen. Dann nerven eben Fragen wie: „Woher wissen Sie das?“ oder „Haben Sie das gesehen?“ Im Zweifel flieht der Verdächtige nämlich gerade. Selbst festnehmen dürfen Detektive nämlich niemanden. Nur den auf frischer Tat Ertappten festhalten, bis die Polizei kommt. Sie dürfen nicht mehr, als jeder andere Bürger auch. Bei rot über die Ampel fahren, wenn Gefahr in Verzug ist. Zum Beispiel. Zumindest eine Gesetzesübertretung kann Jürgen Trovato jedoch nicht verhehlen. „Gegen mich wurde wegen Einbruchs und Diebstahls ermittelt. Ich hatte Beweisstücke beschafft, die am nächsten Morgen weggeschafft worden wären“, erzählt er. Das Verfahren wurde eingestellt, weil es sachdienlich gewesen sei. Die Narbe hat Trovato übrigens nicht etwa von einem Streifschuss auf einer Verfolgungsjagd. Sondern von einem Bernhardiner, der ihn ansprang, als er in einem Garten Fotos von einem untreuen Ehemann machte. „Dabei wollte der nur spielen“, weiß Trovato. Ist halt nicht alles wie im Kino.













