(openPR) Antalya 11. Jan. 2007 – In ihrer neuesten Ausgabe, die am Samstag, 12. Januar, erscheint beschäftigt sich einzige deutschsprachige Wochenzeitung für die Türkei mit der Kursentwicklung der neuen Türkischen Lira (YTL), die am 1. Januar 2005 eingeführt wurde.
Im Vorspann zu dem Beitrag heißt es: Es hat mittlerweile schon Tradition, dass sich die ATR in größeren Abständen mit dem Kursverhältnis zwischen Euro und Neuer Türkischer Lira (YTL) beschäftigt. Der Jahreswechsel 2007 zu 2008 ist ein guter Anlass, die Entwicklung der türkischen Währung seit ihrer Einführung im Januar 2005 etwas eingehender zu betrachten.
Ergänzt wird der Beitrag durch diverse Grafiken.
SCHWANKUNGEN UM DEN WERT VON JANUAR 2005
Nach der Einführung der neuen türkischen Lira im Januar 2005 stieg diese bei leichten Schwankungen bis zum Jahresende auf rund 10 Prozent des Anfangswertes an. Es war das Jahr, in dem die Annäherung zwischen der Türkei und der Europäischen Union gute Fortschritte zu machen schien.
Dieser Kursanstieg kann durchaus mit der positiven Erwartungshaltung begründet werden, die besonders bei Export orientierten europäischen Unternehmen mit der politischen Entwicklung verbunden wurde. Zudem gilt die Türkei bis heute auf Grund ihrer Altersstruktur und dem Anstieg des Bruttosozialproduktes als aufnahmefähiger Markt, den man nicht verschlafen möchte.
Anfang 2006 setzte sich der Kursanstieg zunächst weiter fort und lag zeitweise mehr als 15 Prozent über dem Vergleichswert von Januar 2005. Doch innerhalb von nur drei Monaten brach er seit März 2006 dann um mehr als 20 Prozent ein. Schnell gab es Prognosen, die einen weiteren rasanten Kursverfall vorhersagten.
Maximal 50 Cent wollte man der Lira als Wert gegenüber dem Euro auf längere Zeit zubilligen. Doch es sollte anders kommen. Bereits im August 2006 war die Währung nur noch rund drei Prozent weniger wert als zu ihrer Einführung im Januar 2005.
Unbeeindruckt von allen politischen Entwicklungen stieg der Kurs weiter an und lag zum Ende des Jahres 2007 zwischen 11 und knapp 13 Prozent über dem Referenzwert von Januar 2005.
WIE GEHT ES WEITER?
Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens: Mittel- oder sogar langfristige Prognosen zur Entwicklung der türkischen Währung haben sich in den letzten drei Jahren als völlig unzuverlässig erwiesen. Zweitens: Die Entwicklung der türkischen Währung scheint weitgehend unabhängig von innenpolitischen Entwicklungen innerhalb der Türkei.
Bisher hat es keine dauerhaften Kurskorrekturen - im Sinne einer Abwertung der türkischen Währung gegenüber dem Euro - in der gesamten Zeit gegeben. Beispiel: der kontinuierliche Anstieg des YTL-Wertes gegenüber dem Euro in 2005 / 2006 Mitte 2006 wurde innerhalb von wenigen Wochen vollständig zurückgenommen und führte zunächst sogar zu einem drastischen Kursverlust unter dem Wert von Januar 2005.
IST DER DERZEITIGE KURS „ANGEMESSEN“?
Unbeeindruckt von allen politischen Entwicklungen stieg der Kurs 2007 erneut an und lag zum Ende des Jahres zwischen 11 und knapp 13 Prozent über dem Referenzwert von Januar 2005.
Ob der derzeitige Kurs der türkischen Währung im Vergleich zur europäischen Währung ihrem tatsächlichen Wert entspricht oder nicht vielmehr deutlich überbewertet ist, kann nur schwer beurteilt werden.
Betrachtet man die Kaufkraft der beiden Währungen und die Inflationsraten in der Türkei und in Europa im Zeitraum 2005 bis 2007 hätte allerdings schon lange eine Abwertung in der Größenordnung von 15 bis 20 Prozent stattfinden müssen.
Auf weitere Kurssteigerungen der türkischen Währung zu setzen, erscheint allerdings unter Berücksichtigung der bisherigen längerfristigen Kursentwicklung sehr gewagt und kann höchstens risikofreudigen Spekulanten empfohlen werden.
Die neueste Ausgabe der Aktuellen Türkei Rundschau (ATR) mit vielen interessanten Informationen und Berichten – nicht nur zur Türkei - steht seit 12. Januar als gedruckte Ausgabe im türkischen Zeitschriftenhandel und zeitgleich auf der ATR-Homepage als pdf-Datei gegen einen geringen Kostenbeitrag als Download zur Verfügung.
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