(openPR) Internationale Weltcup-Premiere im Rahmen der Vierschanzentournee 2008
Die Olympia-Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen zählt zu den bedeutendsten der Welt, schließlich findet dort seit 55 Jahren das Neujahrsspringen im Rahmen der internationalen Vierschanzentournee statt. Ihr Neubau wurde notwendig, weil das Profil der alten Schanze nicht mehr den Vorgaben des Int. Ski-Verbandes FIS entsprochen hat.
Bei dem im Oktober 2006 entschiedenen Architekturwettbewerb zum Neubau der großen Olympia-Skisprungschanze und des Sprungrichterturms hat sich das erstprämierte Projekt gegen namhafte weltweite Konkurrenz wie Zaha Hadid/ London, Auer + Weber oder Behnisch Architekten/ Stuttgart, durchgesetzt. Nach nur 8 1/2 Monaten Bauzeit feiert nun die Neue Olympia Skisprungschanze ihre internationale Weltcup Premiere im Rahmen der 4 Schanzen Tournee 2008.
Das neue architektonische Wahrzeichen für den Skisprung in Garmisch-Partenkirchen
Mit der neuen K125 Olympia-Sprungschanze wird dem Skisport im Talraum Garmisch-Partenkirchen ein markantes bauliches Zeichen gesetzt. Durch ihre Fernwirkung ist die neue K 125 weithin sichtbar und markiert die zukunftsweisende Sportstätte innerhalb des Großraums. Die neue Schanzenanlage verbindet die verschiedenen Funktionsbereiche einschließlich Andienung und Zugänge durch eine übergreifende und beziehende Linienführung zu einer dynamischen Gesamtskulptur. Diese Anmutung und formale Dynamik soll zu Assoziationen mit dem Skisprungsport einladen: Der Skisprung als sportliche Überwindung der Gravitation findet mit der weit auskragenden Schanze ein architektonisches Zeichen.
Zwischen Topografie und Bauskulptur: Entworfen für den Gudiberg in Partenkirchen
Beim Entwurf der Schanze hat sich das Büro terrain:loenhart&mayr zum Teil von der örtlichen Topografie des Gudibergs leiten lassen. Die sanft geschwungenen Linien der auslaufenden Bergkette finden sich in der verbindenden Linienführung der neuen Schanzenanlage wieder. terrain:loenhart&mayr entwickelt mit der neuen Olympia Schanze eine individuelle Architektur, welche den Ausdruck des Bauwerks in der Dialektik zwischen Einbindung in die landschaftliche Topografie und lesbarer Skulptur entwickelt.
Das weitauskragende Anlaufbauwerk: “Der olympische Freischwinger”
Im über 100 Meter langen Anlaufturm gelangen Springer, Betreuer, Presse und Besucher über die 332 Stufen der “Himmelsleiter” oder bequem über den neuentwickelten Schrägaufzug zu den drei Ebenen des Schanzenkopfes. Oben angelangt befindet man sich 62 Meter freischwebend über dem Gelände. In Sportlerkreisen kursiert umgehend der Spitzname “olympischer Freischwinger” für die zukunftsweisende neue Anlage.
Gegenüber den Startstufen der Springer ist eine breite Podestanlage für Reporter, Fotografen und Television vorgesehen. Im Gebäude unter dem Schanzenvorbau sind Service- und Arbeitsbereiche, sowie Presse, Restaurant und der Zugang zum Schrägaufzug untergebracht, wodurch eine funktionelle Basisebene für die neue Großschanze entsteht. Das Podest für die Trainer ist auskragend neben dem Schanzentisch in spektakulärer Lage 16 Meter hoch über dem Boden angeordnet. Das Sprungrichtergebäude ist im Unterschied zum aufstrebenden Schanzenbauwerk horizontal ausgerichtet. Zu Fuß erreichbar ist es vom Stadion, vom Trainerpodest und dem Springerdorf an der Basisebene aus, wodurch sich Vorteile in den Funktionsabläufen ergeben. Eine Neuheit stellt ebenfalls die Konstruktion der Anlaufspur dar, die mit geringstem Schneevolumen und Energieaufwand witterungsunabhängigen Winterbetrieb und mit der zusätzlichen Keramikspur ohne Umbau den Sommerbetrieb erlaubt.
Weiß in der Schneelandschaft: Leuchtend im Abendhimmel
Die Bauwerke sind mit transluzenten Polycarbonatplatten bekleidet, deren Anmutung sich mit dem Tageslicht und der Beleuchtung verändern. Tagsüber wird die neuen Schanze mit der umgebenden Schneelandschaft zu einer Einheit. Licht und Schatten auf der weißen Fassade der Schanze, erlauben eine suggestive Bezugnahme zur umgebenden Winterlandschaft. Abends, unter künstlicher, innenliegender Beleuchtung, wird der Anlaufturm dann zur leuchtenden Skulptur, weithin sichtbar im Talraum Garmisch-Partenkirchen.
Bauwerksdaten
Kalkulationspunkt K 125
Hillsize HS 140
Absprunggeschwindigkeit ca. 90 km/h
Schanzenbauwerk 490 t Stahltragwerk
260 t Ausbau u. Fassade
Aufsprungbrücke 115 t Stahlverbundkonstruktion
Sprungrichtergebäude 33 t Stahltragwerk
2-geschossige
Holzkonstruktion
Einläufige Treppe “Himmelsleiter” 332 Stufen
Trainerpodest 8 t Stahltragwerk
Länge Anlauf 103,5 m
Länge Gesamtanlage 395,0 m
Max. Neigung Anlauf 35°
Höhe Schanzenkopf über Gelände 60,4 m
Stadiongrund 148,4 m
Länge Aufsprung (Tisch bis U-Punkt) 203,0 m
Aufsprunghang 37,2° (76%)
Höhe über Gelände 14,7 m
Schanzentisch über Stadiongrund 88,0 m
Fassade Anlaufbauwerk Polycarbonat-Platte 2400 m2
Sprungrichterturm waagrecht aus dem Steilhang 22m auskragend angeordnet,
mit den Funktionsräumen und großer Aussichtsplattform.
Erdbewegung zur Geländemodellierung 18.000 m3
Gründung und Hangstabilisierung:
Anker und Verpresspfähle mit bis zu 20m
langen Litzenankern und 12m langen Verpresspfählen 2.000 m
Stahlbeton 1.200 m3
Bewehrungsstahl 210 Tonnen
Montagearbeiten:
Herstellung am Boden aus vorgefertigten Stahlbauteilen mit bis zu 16 Tonnen Einzelgewicht und 22m Länge. Zusammenbau durch Schraub-und Schweißverbindungen in bis zu 35m Höhe. Hochklappen des weitgehend verkleideten und ausgebauten Anlaufbauwerks um ein Drehlager in ca. 12 Stunden mit einem Kippwinkel von 35°.
Architekten/Ingenieure
Der Entwurf und die Planung der Skisprungschanze, Aufsprungbauwerk und Aussenanlagen stammt vom Münchener Büro terrain: loenhart&mayr BDA architekten und landschaftsarchitekten.
Der Tragwerksentwurf und die Tragwerksplanung vom Münchener Ingenieurbüro Mayr+Ludescher Partner, Beratende Ingenieure.
Der Entwurf und die Planung von Sprungrichtergebäude und Schanzentechnik vom Sonthofener Büro Architekten Sieber+Renn.










