(openPR) „Auf Sicht gesehen, müssen die Chinesen ihren Renminbi bzw. Yuan vom US-Dollar abkoppeln und aufwerten, ob sie wollen oder nicht“, davon ist Karl-Heinz Heine, Geschäftsführender Gesellschafter der Heine Vermögensverwaltung GmbH, überzeugt. Es ist für den Frankfurter Finanzexperten ein offenes Geheimnis: Die chinesische Währung würde unter der Voraussetzung freier Marktmechanismen weit über ihrem jetzigen Niveau gehandelt. „Da sind Steigerungen gut und gerne um bis zu 50 Prozent durchaus im Bereich des Möglichen“, so die Einschätzung von Karl-Heinz Heine.
In diese Richtung tendiert auch der amerikanische Investmentstratege und Rohstoff-Experte Jim Rogers, der schon laut darüber nachdachte, sein gesamtes Vermögen in den chinesischen Renminbi zu verschieben. Seine Strategie lautet: „Für die chinesische Währung ist momentan der beste Augenblick zum Kauf! Ich sehe keine Gründe wieso der Yuan in der nächsten Dekade verlieren soll. Er kann sich verdreifachen, oder auch vervierfachen.“
Offen bleibt, wann die chinesische Regierung weitere Liberalisierungsschritte macht, ob anlässlich der Olympischen Spiele 2008 oder erst zur Expo oder zu einem anderen Zeitpunkt. Fest steht schon jetzt: Früher oder später werden sie kommen. Erste, zaghafte Schritte hin zu freien Wechselkursen wurden bereits gemacht. Der Renminbi darf jetzt täglich um 0,5 Prozent von dem von der Zentralbank gesetzten Mittelwert abweichen. Selbst die Finanzmärkte agieren schon dementsprechend: eine Aufwertung des Renminbi wird bereits heute schon eingepreist.
Derzeit orientiert sich der chinesische „Renminbi“ oder „Yuan, wie er auch genannt wird, am US-Dollar. Die USA im Konzert mit den G7-Staaten drängen aber immer direkter zur Freigabe der chinesischen Währung:
- Chinas Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt nochmals beschleunigt und lag im ersten Halbjahr bei 11,5 Prozent. Das Exportvolumen des Landes erreicht immer neue Rekordhöhen und befand sich allein im Oktober bei 107 Milliarden Dollar.
- Den westlichen Industriestaaten ist es bisher nicht gelungen, in gleicher Höhe Waren auch nach China einzuführen. Dementsprechend hat das Reich der Mitte im letzten Monat erneut einen Handelsbilanz-Überschuss von 27 Milliarden Dollar angehäuft.
- Die Währungsreserven Chinas, die fast ausschließlich in Dollar angelegt wurden, betragen derzeit ca. 1.300 Milliarden Dollar.
Außerdem hält China US-Schatztitel im Wert von 400 Milliarden Dollar und ist damit bereits der weltweit zweitgrößte Gläubiger der USA. Lediglich bei der japanischen Notenbank ist die Verschuldung der Amerikaner mit 585 Milliarden Dollar noch stärker.
Das Reich der Mitte finanziert mittlerweile einen Großteil des amerikanischen Konsumrausches und profitiert von der Nachfrage aus den Vereinigten Staaten. Seit März 2002 ist Chinas Währung gegenüber dem Dollar um 11 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Euro bedeutet das allerdings nicht viel, da dieser sich im gleichen Zeitraum gegenüber dem Greenback um knapp 40 Prozent verbessern konnte. Weitaus nachteiliger wirkt sich aber das Handelsbilanzdefizit aus, das die USA gegenüber China angehäuft haben - viel entscheidender als der Negativ-Saldo mit dem vergleichsweise wachstumsschwachen Euro-Raum. Problematisch würde es, wenn die Dollar-Schwäche anhielte, ein möglicher Abschwung in den USA einsetzte, die Nachfrage aus den USA folglich nachließe und der Dollar gegenüber dem Euro weiter fiele. Den Chinesen sollte es deshalb bald leichter fallen, auf eine enge Dollar-Anbindung zu verzichten. Das Ergebnis wäre: Der Renminbi würde wahrscheinlich massiv aufgewertet werden.
Aus globaler Sicht ist eine Loslösung des Renminbi vom Dollar also nicht nur sehr wahrscheinlich sondern auch folgerichtig. Nur so lassen sich jene Ungleichgewichte abbauen, die die Finanzmärkte bereits heute stark belasten. Zugleich hätte ein solcher Schritt auch für China Vorteile - der Konsum würde extrem steigen und quasi über Nacht hätten die Chinesen eine massiv erhöhte Kaufkraft gegenüber dem Rest der Welt. Dies könnte die chinesische Binnenwirtschaft weiter beflügeln. Unter anderem würden die notwendigen Einfuhren, wie beispielsweise Öl und Rohstoffe, spürbar billiger. Dies könnte helfen, Chinas Inflation in Zaum zu halten.
Das Fazit der Heine Vermögensverwaltung steht deshalb fest: Der chinesischen Währung steht ein enormer Aufwertungsschub bevor und die Erwartungen führender Finanzexperten könnten sich bald bewahrheiten. Hohe Währungsgewinne wären dann für voraus schauende Anleger eine willkommene Folge.







