(openPR) Weil nach dem Gezeitenkalender in diesem Jahr Ebbe und Flut zur rechten Zeit kommen, befindet sich Pastor Matthias Krämer (43) am 24. Dezember im Dauereinsatz: An Heiligabend hält er Gottesdienste auf den Halligen Gröde, Oland und Langeneß. „An Heiligabend gehört Stress dazu“, sagt Krämer, der seit 13 Jahren Halligpastor ist. Wichtigste Gegenstände an diesem Tag sind neben Talar und Bäffchen, die unverzichtbare dicke Jacke und der Tidekalender. Der Gezeitenkalender bestimmt den Lebensrhythmus auf der Hallig: In diesem Jahr kommt die Flut günstig, das bedeutet für den Halligpastor, dass er alle Weihnachtsgottesdienste halten kann. Das ist nicht immer so: Vor zwei Jahren musste der Pastor beispielsweise den Weihnachtsgottesdienst auf Gröde auf den vierten Advent am 18. Dezember vorverlegen.
Knapp 150 Gemeindemitglieder hat der Halligpastor, 17 leben auf Gröde, 24 auf Oland und an die 100 auf Langeneß, wo Krämer auch selbst mit seiner Frau und den drei Kindern wohnt. Weil Heiligabend dieses Jahr auf einen Montag fällt, hat der Inselpastor sich mit den Kirchenvorständen darauf geeinigt, den Sonntagsgottesdienst ausfallen zu lassen. Erste Station ist in diesem Jahr Hallig Gröde, pünktlich um 13.00 Uhr beginnt die weihnachtliche Andacht. Dann geht es mit dem Postschiff von „Fiede“ Nissen nach Oland, wo ihn die 24 evangelischen Christen um 15.00 Uhr schon sehnlichst erwarten. Dritte und letzte Station ist Langeneß, wo es mit der Lore über einen 2,5 km langen Damm zum Gottesdienst geht.
Die Kinder auf Hallig Langeneß können sich während der Festzeit auf einen weiteren Höhepunkt freuen: Am Silvesterabend wird der „Robbert mit sien Engel“ in die Häuser kommen. Vorausgesetzt das „goldene Buch“ verrät nicht allzu viele schlechte Taten, dürfen die Kinder erneut ein Gedicht oder Lied vortragen und bekommen vom Weihnachtsmann und seinen Engeln erneut Süßigkeiten.










