(openPR) In der Ausstellung „Historische Taschenuhren – gehen nach wie vor“ werden vom 9. Dezember 2007 bis zum 27. Januar 2008 Uhren einer norddeutschen Privatsammlung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das Sammler-Ehepaar, das neben der Uhrensammlung eine umfangreiche Fachbibliothek aufgebaut hat, möchte kunst- und technikbegeisterte Besucher teilhaben lassen an einer meist mühevoll und geduldig zusammengetragenen Fülle von Kunstobjekten aus der Zeit von 1600 bis 1830.
Schon sehr früh wurde die Spindeluhr mit begleitenden Mechanismen gebaut, etwa ab 1620 mit Weckvorrichtung. Später kamen Schlag- und Spielwerke hinzu, die etwa bewegliche Figuren (Jaquemats) aus griechischer Mythologie bis hin zu erotischen Automaten, Musikwerken und anderes mehr. Bei diesen Uhren gibt es eine fast unendliche Vielzahl von Kombinationen, wie Kalender, Schlagwerke, Zeitangaben für mehrere Zonen usw.
Die Gehäuse wechselten in vielfacher Form, getriebene Übergehäuse mit Darstellungen aller Art, Emailminiaturmalerei in künstlerischer Vollendung, Phantasiegehäuse in Formen von Muscheln, Mandolinen, Totenköpfen und vieles mehr, mit Diamanten, Juwelen und Perlen besetzt, wurden je nach Mode der Zeit geschaffen.
Auch nach dem Herkunftsland unterscheiden sich wiederum die Taschenuhren: England bietet die schönsten Werke, oft in wundervoller Gravierung, Frankreich ist in der künstlerischen Gestaltung der Gehäuse führend Die Schweiz, Deutschland und später Amerika haben wieder eigene Formen entwickelt.
Der Laie könnte sagen, abgesehen von der Gestaltung des Gehäuses sehe ich keine großen Unterschiede. Doch gerade bei den Taschenuhren gibt es eine Unzahl von verschiedenen Typen und Systemen, so dass dieses Gebiet für einen Sammler schier unerschöpflich ist. Von den ersten tragbaren Uhren mit Schweinsborsten als Prellfedern an der Unrast bis hin zu Präzisionstaschenuhren war es ein langer weg. Ab 1670 wurden die Spindeluhren mit Unruh und Spiralfeder versehen und erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von Uhren mit besseren Hemmungen verdrängt. Die Sammlung belegt in umfassender Form das eindrucksvolle Schaffen der frühen Uhrmacher des 17. und 18. Jahrhunderts.
Leider war in früheren Jahren der Umgang mit den empfindlichen Stücken oft unachtsam, so dass einige Uhren in enger Zusammenarbeit mit hoch qualifizierten Handwerkern restauriert werden mussten.
Am 19. und 20. Januar 2008 findet ein „Uhren-Wochenende“ statt, an dem der Uhrmachermeister Martin Stadermann Erläuterungen zur Technik von historischen Uhren sowie zur Pflege historischer Uhren. Der Uhrenexperte Dr. Bernd Schmoller, bekannt aus der Fernsehserie „Lieb und teuer“ bestimmt historische Uhren – um vorherige Terminabsprache beim Ostholstein-Museum in Eutin wird gebeten. Das Ostholstein-Museum ist am 19. Januar von 14 bis 18 Uhr geööfnet, am 20. Januar 2008 durchgehend von 10 bis 18 Uhr.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog zum Preise von 25,00 Euro.
Eröffnung:
Sonntag, den 9. Dezember 2007, 11.30 Uhr. Es spricht Frau Dr. Beatrice Techen, Hamburg. Der Eintritt zur Eröffnungsveranstaltung ist frei!
Dauer:
9. Dezember 2007 bis 28. Januar 2008
Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr: 15-17 Uhr
Do 10-12 + 15-17 Uhr
Sa 14-18 Uhr
So 10-12 + 14-18 Uhr
geschlossen: 24., 25. und 31. Dezember 2007
Ostholstein-Museum, Schlossplatz 1, 23701 Eutin
Tel.: 04521-7018-0
www.oh-museum.de
Zusatzveranstaltungen:
Ausstellungsführungen:
30.12.2007 und 27.1.2008: jeweils 11.30 Uhr
„Uhrenwochenende“:
19.+20.1.2008:
19.1.2008: 14-18 Uhr
20.1.2008: 10-18 Uhr
Uhrmachermeister Martin Stadermann: Vorführung von Reparaturen antiker Uhren; Vorstellung eines Werktisches
Uhrenbestimmung mit Dr. Bernd Schmoller, Hamburg (bekannt aus der N3-Fernsehsendung „Lieb und teuer“) – bitte zu den Uhrenbestimmungen beim Ostholstein-Museum rechtzeitig vorher anmelden
22.1.2007, 19.30 Uhr:
Vortrag von Ludwig Engelhardt, Nürnberg: „Peter Henlein (1480/1485-1542) und die Bisamapfel-Uhr von 1505"
Ostholstein-Museum
Schlossplatz 1
23701 Eutin









