(openPR) Der Roman von Julius Wolff: Die Hohkönigsburg - Eine Fehdegeschichte aus dem Wasgau, wurde nun vom Neues Elsaß-Lothringen Verlag neuveröffentlicht; eine Familiensaga der Thiersteiner, Rappoltsteiner und Rathsamhausen aus dem spätmittelalterlichen Elsaß.
Auszug:
«Im Augustsonnenschein des Tages St. Bartholomäi 1483 wehte auf dem Bergfried der Hohkönigsburg, des größten Schlosses im ganzen Elsaß, eine Fahne in den Thier-stein’schen Farben, gelb und rot, denn die Grafen dieses Namens führten in ihrem Wappenschilde sieben rote Rauten in goldenem Gelbe.
Die Burg lag auf einem von Osten nach Westen gestreckten Bergrücken, der aber nach der Ebene zu mit feiner Schmalsei-te als ein alle anderen sichtbaren Höhen übersteigender, spitzer Kegel erschien und, Mauern und Türme gleich einer zackigen Krone tragend, den Blick aus der Ferne schon auf sich zog und unwiderstehlich fesselte.
Die Umwallung der ausgedehnten Werke bestand aus zwei, durch einen breiten Zwischenraum getrennten Ringmauern, deren äußere mit einer Anzahl vorspringender Rundtürme bewehrt war, und drei, in gemessenen Abständen aufwärts folgende Tore hatte zu durchschreiten, wer zum Hochschlosse hinauf wollte. An einem dieser Tore stand heut ein Doppelpo-sten von geharnischten Knechten, die mit ihren Hellebarden in kerzengrader Haltung den nahenden Gästen des Burgherren salutierten. Hinter dem zweiten Tore gelangte man auf einen geräumigen Hof, wo sich die Stallungen, Sattel- und Ge-schirrkammern und die Schmiede befanden. Dort mußten die Gerittenen vom Pferde steigen, denn von hieraus hatten sie den in mehreren Absätzen über Treppenstufen führenden Weg zum dritten und höchsten Tore zu Fuß zu machen. Es hieß das Löwenthor, weil über seinem Bogen zu beiden Seiten eines stark beschädigten, nicht mehr erkennbaren Wappens – vermutlich das der Hohenstaufen – zwei in Stein gehauene Löwen ruhten. Hier stand außer den zwei Reisigen noch ein Herold mit dem Stab, in Federbarett und gesticktem Wappen-rock, um die Ankommenden im Namen seines Herrn zu empfangen und sie bis zum Eingange des Saalbaues zu geleiten.
Man erwartete heut viel Besuch, denn es galt, das nach seiner Erstürmung völlig ausgebrannte, jetzt aber mächtig und prächtig wieder aufgerichtete Schloß durch ein glänzendes Fest einzuweihen, zu dem Einladungen an die im weiteren Umkreis wohnende Ritterschaft ergangen waren. [...]»
Die Hohkönigsburg - Eine Fehdegeschichte aus dem Wasgau
309 Seiten, EUR 15,90
http://www.nel-verlag.com











